Sa., 20. Januar 2018
Sie sind hier: Home » Eishockey » Adler mit tollem Kampf – aber ohne Punkte
Von: 23. Dezember 2017 weiterlesen →

Adler mit tollem Kampf – aber ohne Punkte

Die Mannheimer Kufencracks unterliegen im Baden-Württemberg-Derby mit 2:4 Toren gegen Schwenningen

Schwenningens Torsteher Dustin Strahlmeier zeigte eine Weltklasse Leistung. Hier rettet er vor Adler Stürmer Ryan MacMurchy (blaues Trikot) in allerletzter Sekunde. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Es ist wie verhext, die Mannheimer Adler können nicht mehr siegen. Obwohl die Badener am Samstagabend kämpferisch überzeugten und eine tolle Moral zeigten, unterlagen sie mit 2:4 (2:1/0:1/0:2) Toren gegen die Schwenningen Wild Wings. Woran es lag? Es ist die alte Geschichte in dieser Saison: Die Effizienz stimmt bei Mannheim nicht. Die Cracks im blau-weiß-roten Dress waren die gesamte Partie über dominierend und arbeiteten jede Menge glasklarer Torchancen heraus, doch die sogenannten Torjäger trafen nicht. Anders heute Schwenningen, sie machten aus wenig Gelegenheiten vier Tore. Eine Statistik belegt dies, so schossen die Mannheimer 35 Mal aufs Schwenninger Tor, die Wild Wings aber nur 22 Mal auf das Adler-Gehäuse, doch der Endstand war eben 4:2 für die Schwarzwälder. Wobei die Partie bis wenigen Sekunden vor Schluss ganz knapp auf des Messers Schneide stand und der Schwenninger Siegtreffer ins leere Mannheimer Tor ging, nachdem diese alles probierten und den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers herausnahmen.
Ein weiteres Manko bei den Adler, immer wieder passieren Fehler in der eigenen Hintermannschaft. So leitete gegen Schwenningen wieder einmal ein Schnitzer in der Mannheimer Abwehr die Niederlage ein, Niki Goc brachte den Puck nicht aus dem eigenen Drittel heraus und leitete damit den 3:2 Führungstreffer für die Wild Wings ein.
Zu allem Überfluss nehmen die Mannheimer auch zu viele Strafzeiten, so brachten sie die vielen Unbeherrschtheiten immer wieder aus dem Rhythmus.

Wobei zur Ehrlichkeit auch gehört, dass Schwenningen heute sehr viel Glück und Mannheim Pech hatte, denn eine „überirdisch“ gute Leistung zeigten die Wild Wings nicht, vielmehr verdankten sie den Sieg in erster Linie ihrem überragenden Torhüter Dustin Strahlmeier und eben ihrem Scheibenglück. Doch dies alles hilft Mannheim nicht, denn die drei Punkte gehen nach Schwenningen. Für Adler-Coach Bill Stewart stehen damit seit seiner Verpflichtung nur ein Sieg und fünf Niederlagen zu Buche.

Aber so merkwürdig es klingen mag, die starke kämpferische Einstellung der Adler am Samstagabend macht Mut für die Zukunft. Auch wenn diese Zukunft erst einmal mit einem kleinen Ziel zu tun haben dürfte. Und das ist die Qualifikation für die Play-Offs auf Rang sechs. An mehr mag zurzeit niemand denken. Und zurzeit stehen die Blau-Weiß-Roten gerade mal auf Rang 9, also einem Pre-Play-Off Platz. Und von „hinten“ drängen Düsseldorf, Ingolstadt und Krefeld nach. Läuft es also ganz dumm bzw. so wie in den letzten Partien, nehmen die Adler nicht mal an den Pre-Play-Offs teil, an deren Teilnahme die Mannschaften von Rang 7 bis 10 berechtigt sind.

Am 26. Dezember müssen die Adler beim Top-Team aus Nürnberg antreten.

Zur Chronologie

1. Drittel

Von Beginn an ein kampfbetonter und offensiv geführter Schlagabtausch mit viel Emotionen. Beide Teams hängten sich mächtig rein. In der 4. Minute die große Chance durch den Schwenninger Markus Poukkula. Ab der 7. Minute agierten die Adler in Überzahl und der Schwenninger Kasten unter Dauerbeschuss, aber den Blau-Weiß-Roten gelang kein Treffer. Dann in der 9. Minute ein übles Foul von Adler-Verteidiger Sinan Akdag, der dafür eine Fünf-Minuten plus eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt. In der 11. Minute erhielt zudem der Mannheimer Luke Adam eine Zwei-Minuten-Strafe, sodass fünf Wild Wings gegen nur drei Mannheimer agierten. Schließlich passierte, was passieren musste, in der 12. Minute die 1:0 Führung für die Wild Wings. Dann die Adler in Überzahl und Devin Setoguchi versenkte in der 14. Minute den Puck zum 1:1 Ausgleich. Nur ein Minute später die Mannheimer wieder in Überzahl und diesmal hämmerte Adam Kolarik zur 2:1 Führung ein. Fazit: Ein tolles, spannendes und emotionsreiches Drittel mit einer verdienten Adler-Führung.

2. Drittel

Im zweiten Abschnitt die Adler zunächst weiterhin das spielbestimmende und überlegene Team mit einer Vielzahl von Gelegenheiten, aber eben keinen Toren. Die mangelhafte Chancenverwertung ließ die mehrfach verzweifeln. Ab Mitte des Drittels kippte die Partie dann, da die Mannheimer eine Strafzeit nach der anderen nahmen. In der 37. Minute war es soweit und Markus Pokkula markierte den 2:1 Ausgleich, dies war auch der Stand zur Pause. Fazit: Mannheim brachte sich mit undiszipliniertem Spiel selbst aus dem Rhythmus. Das Remis nach 40 Minuten war gerecht.

3. Drittel

Die Adler marschierten und erspielten sich eine Vielzahl von Chancen, die klarsten besaßen Chad Kolarik in 43. Minute und David Wolf in der 45. Minuten, aber die Stürmer schafften es nicht den Puck im gegnerischen Tor zu versenken. Mitten in diese Mannheimer Drangphase hinein, brachte Adler-Verteidiger Niki Goc den Puck nicht aus dem eigenen Drittel heraus und der Schwenninger Marcel Kurth markierte in der 45. Minute die glückliche 3:2 Führung für die Schwarzwälder. Im Anschluss marschierte wieder Mannheim, aber ohne Fortune. In so langsam rannte ihnen die Zeit davon. Dann waren noch sieben Minuten zu spielen. Die Adler fighteten und taten alles, aber ohne Glück und Effizienz. In der 55. Minute Mannheims Torjäger Ryan MacMurchy mit einer riesigen Chance, aber ohne Erfolg. Und so tickten die Sekunden herunter. Kurz vor Spielende nahm Mannheims Coach Bill Stewart den Goalie für einen sechsten Feldspieler heraus. Aber statt des Ausgleichs kam es wie so oft, der Schuss ging nach hinten los, denn der Schwenninger Stefano Gilati bugsierte den Puck ins leere Mannheimer Tor zum 4:2 Endstand für die Schwarzwälder. Fazit: Glückliche Wild Wings freuen sich über drei Punkt.

Aufstellungen:

Mannheim: Endras Pickard) – Stuart, Reul, Johnson, Larkin, Akdag, Carle, Goc – Plachta, Desjardins, MacMurchy, Setoguchi, Festerling, Wolf, Hungerecker, Kolarik, Adam, M. Goc, Ullmann, Kink

Schwenningen: Strahlmeier (Wölfl) – Maurer, Kaijomaa, Tiomonen, BIttner, Bender, Sonnenburg, Palausch – Giliati, Acton, Poukkula, Rech, Hult, Fleury, Kurth, Bartalis, Herpich, Wörle, El-Sayed, Danner

Zuschauer: 13.600 (ausverkauft)

Strafminuten: Mannheim 10 Min + 5 Min Akdag – Schwenningen 8 Min

Tore: 0:1 (11:30) Hult (Acton) – PP2; 1:1 (13:40) Setoguchi (Festerling/ Desjardins) – PP1; 2:1 (14:34) Kolarik (Adam/Larkin) – EQ; 2:2 (36:28) Pokkula (Bender/Bartels) -EQ; 2:3 (44:46) Kurth (Bartels/Timonen) – EQ; 2:4 (59:38) Giliati – EN;

Geschrieben in: Eishockey, Sport