Mo., 24. Juli 2017
Sie sind hier: Home » Eishockey » Adler schlagen zurück: Sieg gegen Berlin
Von: 18. März 2017 weiterlesen →

Adler schlagen zurück: Sieg gegen Berlin

Die Mannheimer setzten sich in Spiel fünf der Viertelfinalserie mit 3:1 Toren gegen die Eisbären durch / Adler führen die Serie mit 3:2 Siegen an

Die Spieler auf der Adler-Bank gratulieren dem Torschützen. Foto: Gernot Kirch

Die Spieler auf der Adler-Bank gratulieren dem Torschützen. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler gewannen am Freitagabend das fünfte Match der Play-Off-Viertelfinalserie mit 3:1 (0:0/0:0/3:1) Toren in der heimischen SAP-Arena gegen die Eisbären Berlin. Damit führen die Nordbadener die Serie, die im Modus Best-Of-Seven ausgespielt wird, mit 3:2 Siegen an. Die nächste Begegnung findet am Sonntag in der Bundeshauptstadt statt. Sollte Mannheim dort siegen, wären sie im Halbfinale. Aber bis dahin ist es noch langer Weg, denn der Erfolg vom Freitag darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Adler-Abwehr alles andere als sattelfest ist. Berlin war und ist ein gleichwertiger Gegner. Zudem hat in der gesamten Saison, inklusive der Play-Offs, bei den Duellen der beiden Teams stets die Heimmannschaft gewonnen. Sollte Mannheim am Sonntag in Berlin verlieren, käme es am nächsten Dienstag zum alles entscheidenen Match in der SAP-Arena.

Die Partie am Freitagabend war anders als die Begegnungen zuvor. Es war Schach auf dem Eis. Beide Teams legten großen Wert auf die Defensive und wollten nur ja kein Tor in einem Konter bekommen. Aufgrund dieser abwehrlastigen Spielweise fielen in den ersten zwei Dritteln auch keine Tore. Der letzte Abschnitt musste also die Entscheidungen bringen und hier konnten die Adler einen Fehler der Eisbären zum 1:0 umzumünzen. Und gleich darauf konnte Garrett Festerling zum 2:0 nachlegen. Berlin tat dann noch einmal alles und kam sogar auf 1:2 Tore heran, aber es reicht nicht mehr. Der Treffer ins leere Berliner Gehäuse durch Carlo Colaiacovo zum 3:1 Endstand war der endgültig k.o. für die Hauptstädter. Aber gewonnen hat Mannheim die Serie damit noch lange nicht

In der Aufstellung der Adler hatte es Vergleich zur Partie in Berlin zwei Änderungen gegeben, so spielten am Freitag Mirko Höfflin und Niki Goc, dafür saßen Aaron Johnson und Daniel Sparre auf der Tribüne.

Zu erwähnen noch, die Schiedsrichter überzeugten nicht, sie ließen zu viele versteckte Fouls und Nickligkeiten durchgehen. Man hatten den Eindruck, sie wollten gar nicht pfeifen und die Cracks die Partie auf dem Eis entscheiden lassen. Eine Handlungsweise, die zwar etwas für sich hat, aber dadurch kochten zu viele Emotion hoch.

Zur Chronologie

1. Drittel
Ein recht zerfahrener Beginn von beiden Teams. den Mannheimern war die Verunsicherung nach der 1:6 Klatsch in Berlin anzumerken. Und die Eisbären warteten erst einmal ab. Beginnend ab der 5. Minuten erhöhten die Cracks aus der Quadratestadt dann deutlich den Druck, ohne sich allerdings die ganz großen Chancen zu erspielen. Ab der 9. Minute die Adler in Überzahl. Hier hatte Chad Kolarik die dicke Gelegenheit, aber er verpasste. Dann hatten Festerling und Plachta die Führung auf dem Schläger, aber auch sie scheiterten. In der 11. Minute musste Adler-Stürmer Andrew Joudrey für zwei Minuten hinaus. Doch konnten die Hauptstädter die numerische Überlegenheit ebenfalls nicht nutzten. Bis zum Pausenpfiff blieb es bei dem Spielstand. Fazit: Ein flottes Drittel, aber noch ohne die ganz großen Emotionen und Höhepunkte. Kein Team wollte einen Fehler machen und legte Wert auf die Defensive. Das Unentschieden bis dahin gerecht

2. Drittel
Auch das zweite Drittel war stark von der Taktik geprägt, was bedeutete, die Defensive hatte Vorrang. Kein Team ging großes Risiko, um nur ja Konter zu vermeiden. Somit war es ein Drittel ohne viele Torszenen. Allerdings nahm die Härte und die Nickligkeiten zu. Die Schiedsrichter ließen zu viele versteckte Fouls ungeahndet, sodass sich die Emotionen hochschaukelten. Ein Tor wollte aber weder Mannheim gelingen, noch schaffte es Berlin den Puck im Adler-Gehäuse unterzubringen. Der Spielstand daher nach 40 Minuten immer noch 0:0 unentschieden. Fazit: Ein Drittel das von der Abwehrarbeit geprägt war. Das 0:0 leistungsgerecht.

3. Drittel
Die Spannung war nun greifbar, denn die Zuschauer spürten, viele Tore würden heute nicht fallen und der nächste Treffer konnte schon die Entscheidung bringen.

In der 43. Minute besaß Adler-Stürmer Brent Raedeke in Überzahl die Chance zum Tor, aber er verpasste. Dann aber war es in der 46. Minute Luke Adam, der nach einem Abwehrfehler der Eisbären zum 1:0 für Mannheim einhämmerte. Jetzt waren noch zehn Minuten zu spielen und Garrett Festerling legte nach und markierte das 2:0 für die die Adler. Nun machten die Hauptstädter auf und verstärkten die Offensive. Und sie hatten Erfolg damit, in der 54. Minute verkürzte Julian Talbot auf 1:2 Tore. Berlin auch im Anschluss im Vorwärtsgang. Die Abwehr der Nordbadener schwamm nun gewaltig und alle Zuschauer beteten den Schlusspfiff herbei. Aber es blieben noch drei bange Minuten auf der Uhr. Alle Adler-Fans standen jetzt von ihren Plätzen auf und peitschten ihr Jungs nach vorne. Bei einer Minute und 15 Sekunden Restspielzeit nahm Berlin seinen Torsteher zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Aber der Schuss ging nach hinten los, denn 44. Sekunden vor dem Ende die Entscheidung durch Carlo Colaiacovo, der den Puck ins leere Eisbären-Gehäuse zum 3:1 Endstand schlenzte. Fazit: Mannheim gewann das Rasenschach und wurde letztlich für seine Mühen belohnt.

————————————————————————————————————————
Aufstellung:

Mannheim: MacIntyre (Endras) – Reul, Colaiacovo, Larkin, Akdag, Carle, Richmond, Goc – Plachta, Raedeke, Ullmann, Adam, Kolarik, MacMurchy, Wolf, Festerling, Höfflin, Arendt, Joudrey, Kink

Berlin: Vehanen (Cüpper) – Müller, Gervais, Baxmann, Dupont, Hördler, C. Braun, Roach – Busch, Aubry, Fischbuch, Linglet, Olver, Petersen, MacQueen, Talbot, Wilson, Rankel, Noebels, L. Braun

Strafen: Mannheim 8 Min – Berlin 8 Min

Torschüsse: Mannheim 26 – Berlin 15

Schiedsrichter: Köttsdorfer / Rohatsch

Zuschauer: 13.600 (ausverkauft)

Tore: 1:0 (45:48) Adam – EQ; 2:0 (49:52) Festerling (Höfflin/Wolf) – EQ; 2:1 (53:40) Talbot (Rankel/Noebels) – EQ; 3:1 (59:16) Colaiacovo – EN;

Geschrieben in: Eishockey, Sport

Kommentare sind geschlossen