Fr., 28. Juli 2017
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Adler starten gegen Grizzlys

Die Mannheimer Kufencracks bereiten sich auf die Eishockey-Saison 2017/18 vor / Kader nahezu komplett

Im Play-Off-Viertelfinale der Spielzeit 2016/17 standen sich die Adler (blaue Trikots) und die Eisbären Berlin gegenüber. Foto: Gernot Kirch

Im Play-Off-Viertelfinale der Spielzeit 2016/17 standen sich die Adler (blaue Trikots) und die Eisbären Berlin gegenüber. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch So langsam trudeln alle Cracks der Mannheimer Adler in der Quadratestadt ein und die Vorbereitungen auf die neue Saison nehmen an Intensität zu. Die Spielzeit 2017/18 beginnt für die Blau-Weiß-Roten am 24. August mit der Auswärtspartie in der Champions League (CHL) beim schwedischen Vertreter aus Jönköping. Am 31. August steht das erste Heimspiel der Mannheimer in der CHL gegen das tschechische Team Ocelari Trinec auf dem Programm. In die Deutschen Eishockey Liga (DEL) starten die Adler am 8. September mit dem Heimspiel gegen die Wolfsburg Grizzlys.

Top-Platzierung als Ziel

Bei den Mannheimern muss man nicht fragen, was das Saisonziel ist, es ist stets ein Rang unter den Top vier Teams in der Punktrunde sowie der Einzug ins Play-Off-Halbfinale möglichst als Abschluss mit dem Gewinn der Meisterschaft. Dies ist stets ein ambitioniertes Vorhaben, doch erlaubt eine solch teure Mannschaft mit dieser Qualität im Kader kein anderes Ziel. Dass Geld alleine noch kein Titel garantiert, mussten die Adler allerdings in der vergangenen Saison bitter erfahren, als sie nach dem zweiten Rang in der Punktrunde hinter München dann schon im Play-Off-Viertelfinale gegen die Eisbären Berlin die Segel streichen mussten. Ärgerlich dabei, die Mannheimer führten lange die DEL-Tabelle an und mussten diesen Platz an der Sonne erst am letzten Spieltag an München abtreten. Die Folge war, Red Bull München durfte im Play-Off-Viertelfinale gegen das schwächer eingestufte Team aus Bremerhaven ran, während Mannheim mit den Eisbären einen ganz schweren Brocken erwischte. Mannheim und Berlin lieferten sich eine hochklassige Mammutserie über sieben Matches, die erst in der Verlängerung in Partie sieben zugunsten der Berliner entschieden wurde. Den Mannheimern ist kein Vorwurf zu machen, sie kämpften und rackerten, aber es reichte eben nicht. Was fehlte, war die Torgefährlichkeit aus der Punktrunde, dazu kamen Schnitzer in der Defensive. Am Ende war die Enttäuschung bei Fans, Spielern und Verantwortlichen riesengroß. Doch so ist nun mal Eishockey. Jetzt heißt es , wieder angreifen. Von zahlreichen Experten werden als Top-Favoriten die München Red Bulls, die Kölner Haie und die Mannheimer Adler genannt.

Kader kaum verändert

Nach Abschluss der Saison 2016/17 erfolgte in Mannheim trotz des mäßigen Abschneidens keine Radikalkur, sondern der Kader wurde weitestgehend zusammengehalten und punktuell sogar noch verstärkt. Somit baut Mannheim auf ein eingespieltes Team um Trainer Sean Simpson, der das zweite Jahr bei den Adlern ist. Einzig die Stelle des einen Co-Trainers ist vakant, da Steve Walker den Verein in Richtung Klagenfurt verließ und dort Headcoach wurde. Der andere Assistenztrainer bleibt Colin Müller. Torwart-Coach ist jetzt Michael Elmer.

Tor:

Im Tor setzen die Adler weiter auf Nationaltorhüter Dennis Endras. Als Back-up verpflichteten die Badener den Deutsch-Kanadier Chet Pickard aus Iserlohn. Dritter Goalie bleibt Florian Proske, der allerdings in der 2. Liga bei Frankfurt zum Einsatz kommen wird.

Abwehr:

In der Defensive gab es kaum Veränderungen, mit Dominik Bittner (nach Schwenningen) und Daniel Richmond (nach Berlin) verließen bzw. mussten nur zwei Cracks die Quadratestadt verlassen. Hoch anzurechnen ist es dem Management, dass es gelungen ist, mit Carlo Colaiacovo den Top-Verteidiger zu halten, der erst im Laufe der letzten Saison kam und der von vielen europäischen Top-Clubs umworben war. Verlängert wurde auch der Vertrag mit dem Italo-Kanadier Thomas Larkin.
Somit sieht die Abwehr wie folgt aus: Sinan Akdag, Mathieu Carle, Carlo Colaiacovo, Thomas Larkin, Denis Reul, Aaron Johnson, Niki Goc und Kevin Maginot. Dazu kommt noch Nachwuchsmann John Rogl mit einer Förderlizenz.

Sturm:

Auch im Angriff lag der Fokus auf dem Halten des Stammes. Glücklich sind die Adler, dass mit Luke Adam und Ryan MacMurchy zwei Top-Skorer ihre Kontrakte verlängerten. Zudem gelang mit der Verpflichtung von Devin Setoguchi ein echter „Kracher.“ Der 30-jährige Kanadier absolvierte 569 Matches in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Unter anderem agierte er dort für die Los Angeles Kings, die San Jose Sharks und die Calgary Flames. Insgesamt erzielte Devin Setoguchi dabei 146 Tore und gab 140 Vorlagen. Eine weitere Hoffnung der Adler ist, dass Marcel Goc nach seiner schweren Knieverletzung, die er sich im Laufe der letzten Saison zuzog, wieder richtig fit ist. Der deutsche Ex-NHL Player gilt als einer der besten deutschen Eishockeyspieler.
Eine Postion im Sturm ist bei den Adlern noch vakant, wann sie besetzt wird, ist noch offen. Es kann auch sein, dass die Adler warten, bis alle Teams in der nordamerikanischen NHL alle Postionen besetzt haben und dann noch der eine oder andere Spieler auf den Markt kommt.

Mit Jamie Tardif, Andrew Joudrey und Mirko Höfflin verließen drei Cracks die Adler. Darüber hinaus beendete Ronny Arendt seine Karriere.

Der Adler-Sturm siegt wie folgt aus: Luke Adam, Marcel Goc, Devin Setoguchi – Matthias Plachta, Chad Kolarik, Daniel Sparre – David Wolf, Garrett Festerling, Ryan MacMurchy – Christoph Ullmann, Brent Raedeke, Marcus Kink. Darüber hinaus steht ein fünfter Sturm aus Nachwuchscracks zur Verfügung: Carter Proft, Alex Lambacher, Phil Hungerecker.

Geschrieben in: Eishockey, Sport