Do., 27. April 2017
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Von: 19. März 2017 weiterlesen →

Adler verlieren Eishockey-Marathon nach 101 Spielminuten

Mannheim holt 0:3 Rückstand gegen Berlin auf und verliert dann in der dritten Verlängerung mit 3:4 Toren / Entscheidendes Spiel 7 am Dienstag in Mannheim

Die Eisbären waren am Sonntag obenauf, die Adler am Boden zerstört. Foto: Gernot Kirch

Die Eisbären waren am Sonntag obenauf, die Adler am Boden zerstört. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler haben am Sonntag in Berlin Spiel 6 der Play-Off-Viertelfinalserie mit 3:4 (0:3/2:0/1:0/0:1) Toren in der dritten Verlängerungen verloren. Insgesamt wurden 101 effektive Spielminuten absolviert, ein wahrer Eishockey-Marathon, der fast doppelt solange dauerte wie ein normales Match. Damit steht die Serie, die im Modus Best-of-Seven ausgespielt wird, nach Partien 3:3 unentschieden. Am Dienstag kommt es so in Mannheim zum alles entscheidenden Spiel 7. Wer hier gewinnt, erreicht das Halbfinale.

Das Match am Sonntag sah zwei völlig verschiedene Adler-Gesichter. Wie so häufig in dieser Saison verpatzten die Adler den Auftakt total. Bereits nach 10 Minuten lagen sie scheinbar hoffnungslos mit 0:3 Toren zurück. Der Hauptgrund für dieses Auftakt-Desaster waren die Schwächen in der Abwehrarbeit. Es existierte quasi keine Adler-Hintermannschaft, die den Namen verdiente. Vielmehr war es ein wild durcheinander laufender Hühnerhaufen.

Ab dem zweiten Abschnitt dann eine ganz andere Adler-Mannschaft. Jetzt agierten die Mannheimer diszipliniert, konzentriert und mit viel Zug zum Eisbären-Tor. Verdient kämpften sich die Raubvögel im zweiten Drittel auf 2:3 Tore heran. Im dritten Drittel dann sogar der Ausgleich zum 3:3 unentschieden. Somit ging es in die Verlängerung. Hier war Berlin das aktivere Team. Allerdings gelang keiner Mannschaft in den ersten beiden Verlängerungen, die jeweils 20 effektive Minuten dauerten, ein Tor. In der dritten Verlängerung waren dann gerade einmal 28 Sekunden absolviert, als Marcel Noebels in Überzahl zum 4:3 für Berlin traf.

Insgesamt war der Sieg der Eisbären verdient, da sie in den Verlängerungen das aktivere und torgefährlichere Team waren. Aber auch Mannheim kann mit erhobenem Haupt aus Berlin zurückreisen, denn die Blau-Weiß-Roten haben Moral bewiesen, als sie aus einem 0:3 Rückstand noch ein 3:3 machten. Die Chancen in Spiel 7 stehen 50:50 ausgeglichen. Hier wird Glück, aber auch die Disziplin und Konzentration entscheiden.

Zur Chronologie

1. Drittel
Es waren gerade einmal 2 Minuten und 16 Sekunden gespielt, da gab es Penalty für Berlin. Diese Gelegenheit ließ sich Berlins Torjäger Nicolas Petersen nicht entgehen und es stand 1:0 für die Eisbären. Verursacht hatte den Penalty Adler-Verteidiger Sinan Akdag. Ab der 7. Minute dann die Eisbären in Überzahl und wieder klingelte es im Adler-Kasten. Torschütze zum 2:0 war Marcel Noebels. Nach siebeneinhalb Minuten wanderte erneut ein Mannheimer auf die Strafbank, diesmal war es Chad Kolarik mit einem unnötigen Frustfouls. Dann musste auch noch Adler-Verteidiger Sinan Akdag aufgrund eines überflüssigen Fouls auf das Sünderbänkchen und es spielten 5 Berliner gegen 3 Mannheimer. Wieder agierten die Hauptstädter eiskalt und in der 10. Minute hieß es 3:0 für die Eisbären. Torschütze war erneut Nicholas Petersen. Kurz vor Ende des Drittels saßen wieder zwei Adler auf der Strafbank und die Eisbären konnten erneut mit 5:3 Feldspielern agieren. Dann der Pausenpfiff. Fazit: Die Eisbären haben die Adler in den ersten zehn Minuten eiskalt abgeschossen. Mannheim desolat und die Abwehr war eine unorganisierte Chaostruppe. Die Adler fielen nur mit ihren 16 Strafminuten auf.

2. Drittel
Im zweiten Abschnitt die Adler wacher, konsequenter im Forechecking und mit eigenen Chancen. Insgesamt jetzt eine ausgeglichene Partie. Die Mühen der Mannheimer wurden in der 29. Minute belohnt und Chad Kolarik markierte in Überzahl den 1:3 Anschlusstreffer. Nur zwei Minuten später das 2:3 durch Adler-Stürmer Matthias Plachta. In der 33. Minute hatte jener Matthias Plachta in Unterzahl gar den Ausgleich auf dem Schläger, aber er scheiterte an Berlins Torsteher Petri Vehanen. In der gleichen Minute traf Adler-Verteidiger Thomas Larkin den Außenpfosten des Eisbären-Gehäuses. In der 34. Minute war es dann Chad Kolarik, der den Puck an den Pfosten des Berliner Tores setzte. Der Ausgleich lag in der Luft, aber er fiel nicht. So ging es mit der knappen Berliner 3:2 Führung in die Pause. Fazit: Die Adler fanden endlich zu ihrem Spiel, agierten fair und nutzten ihre Torchancen. der verdiente waren zwei Tore.

3. Drittel
Die Spannung war greifbar. Es gab Chancen auf beiden Seiten. In der 47. Minute war es Adler-Stürmer Luke Adam, der knapp verpasste. Die Mannheimer jetzt das dominierende Team mit einer Vielzahl von Gelegenheiten, etwa durch Chad Kolarik in der 47. Minute. Dann waren noch zehn Minuten zu spielen und Überzahl für Mannheim. Und wieder war es Matthias Plachta, der traf. Der Spielstand nun 3:3 unentschieden. Sechs Minuten vor Spielende musste Adler-Stürmer David Wolf auf die Strafbank, aber Mannheim überstand diese knifflige Situation unbeschadet. Schließlich noch zwei Spielminuten. Ein Treffer fiel nicht mehr, daher ging es in die Verlängerung. Fazit: Mannheim war das stärkere Team und daher der Ausgleich verdient.

1. Verlängerung (20 Minuten)
Die Eisbären wacher. Nach dreieinhalb Minuten in der Overtime musste Adler-Verteidiger Dennis Reul auf die Strafbank. Die Raubvögel überstanden die Unterzahl unbeschadet. Beide Teams überraschend offensiv. Wobei die Eisbären sich mehr gute Chancen erarbeiteten. Adler-Goalie Drew MacInytre in dieser Phase mit starken Paraden. Dann waren zehn Minuten in der Verlängerung absolviert und die Hauptstädter gaben weiter den Ton an. Schließlich noch sechs Minuten und Mannheim konnte sich aus der Umklammerung etwas lösen und selbst Akzente setzen. In der 79. Minute traf der Berliner Nicholas Petersen nur den Pfosten des Adler-Gehäuses. Fazit: Berlin das aktivere und bessere Team, die Adler im Glück. Somit stand es nach 80 Minuten weiterhin 3:3 unentschieden.

2. Verlängerung (20 Minuten)
Beide Mannschaften legten jetzt mehr Wert auf die Defensive. In der 85. Minute hatte Adler-Stürmer Luke Adam eine große Chance, aber er verpasste. Dann die Raubvögel in Überzahl, aber sie konnten dies nicht nutzen. Schließlich waren 90 Minuten gespielt. Das Tempo ließ jetzt verständlicherweise ein wenig nach. In der 99. Minute traf der Berliner Daniel Fischbuch den Pfosten. Puuuh, durchatmen bei den Adlern. Dann war auch die zweite Verlängerung vorbei, ohne dass es einen Sieger gab.

3. Verlängerung (28 Sekunden)
Es waren gerade einmal 28 Sekunden gespielt, dann versenkte Marcel Noebels den Puck im Mannheimer Tor und das Match war vorbei
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Aufstellung:

Mannheim: MacIntyre (Endras) – Colaiacovo, Larkin, Akdag, Carle, Richmond, Reul, Goc – Plachta, Raedeke, Ullmann, Adam, Kolarik, MacMurchy, Wolf, Festerling, Höfflin, Arendt, Joudrey, Kink

Berlin: Vehanen (Cüpper) – Müller, Gervais, Baxmann, Dupont, Hördler, C. Braun, Roach – Busch, Aubry, Fischbuch, Linglet, Olver, Petersen, MacQueen, Talbot, Wilson, Rankel, Noebels, L. Braun

Strafen: Mannheim 26 – Berlin 14

Torschüsse: Mannheim 43 – Berlin 44

Zuschauer: 14.000

Tore: 1:0 (02:16) Petersen – Penalty; 2:0 (06:24) Noebels (Olver) – PP1; 3:0 (09:33) Petersen (Noebels) – PP2; 3:1 (28:58) Kolarik (Colaiacovo/Ullmann) – PP1; 3:2 (30:46) Plachta – EQ; 3:3 (52:15) Plachta (Festerling/Wolf) – PP1; 4:3 (100:28) Noebels – PP1;

Geschrieben in: Eishockey, Sport

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