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Von: 28. Dezember 2017 weiterlesen →

Adler weiter ohne Fortune

Die Mannheimer Kufencracks unterliegen am Donnerstag mit 3:5 Toren in Iserlohn / Schiedsrichter mit fragwürdiger Entscheidung

Die Bilanz des neuen Adler-Coaches ist erschütternd: ein Sieg und sieben Niederlagen. Foto: Gernot Kirch

Die Bilanz des neuen Adler-Coaches ist erschütternd: ein Sieg und sieben Niederlagen. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler setzen ihren Sinkflug in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) weiter fort. In Iserlohn gab es am Donnerstagabend eine bittere 3:5 (1:3/0:1/2:1) Niederlage . Damit stehen die Badener nach dem 36. Spieltag auf Tabellenplatz 11, der absolute Tiefpunkt in der jüngeren Vereinsgeschichte. Dieser Tabellenplatz berechtigt nicht einmal zur Teilnahme an den Pre-Play-Offs. Und dies mit dem nahezu gleichen Kader, der in der vergangenen Saison nach der Punktrunde noch Platz 2 belegte. Alle Beobachter schütteln fassungslos den Kopf, wie ein solcher „Luxuskader“ bis zur Bedeutungslosigkeit abstürzen kann. Mannheim schafft es einfach nicht Tore zu schießen, so feuerten die Mannheimer 54 Mal auf das Tor der Iserlohner, die Roosters nur 36 Mal aufs Adler-Gehäuse, am Ende schießen die Sauerländer aber fünf Tore, Mannheim nur drei. Dies nennt man in Bezug auf Iserlohn Effizienz. Zu der Schussschwäche kommen bei den Mannheimern regelmäßig Schnitzer in der Abwehr. Zu erwähnen aber auch, einige Adler-Akteure agieren absolut enttäuschend, wie etwa Marcus Kink oder Devin Setoguchi, von denen man gar nicht bemerkte, dass sie auf dem Eis waren.

Allerdings kam für die Mannheimer in Iserlohn auch jede Menge Pech und fragwürdige Entscheidungen der Schiedsrichter dazu. Es mag kurios klingen, aber die Adler fingen in Iserlohn gut an, beherrschten ihren Gegner nahezu das komplette erste Drittel. Dann aber eine Strafe gegen die Adler und die Roosters machten das 1:0. Zwar gelang Mannheim der 1:1 Ausgleich, aber in der 19. Minute eine krasse Fehlentscheidung, denn die Schiedsrichter stellten den Mannheimer Andrew Dejardins für zwei Minuten hinaus, obwohl dieser überhaupt nichts getan hatte. Die Videobilder belegen dies. Und aus dieser Überzahl machte Iserlohn die 2:1 Führung. Als die Adler noch in Schockstarre waren, fiel direkt das 3:1 für die Sauerländer. Dieser Treffer brachte die Entscheidung in dem Match, denn der Wille und die Moral der Mannheimer waren nun vorerst gebrochen. Was folgte waren zwei unbedeutende Drittel, die an der Niederlage der Adler nichts mehr änderten.

Die Niederlage der Mannheimer in Iserlohn nur an den Schiedsrichtern fest zu machen, würde zu kurz greifen, denn bei Mannheim passt zur Zeit vieles nicht, aber die sogenannten Unparteiischen hatten einen großen Anteil daran, dass die Adler in der 19. Minute auf die Verliererstraße gerieten.

Zu erwähnen noch, man muss den meisten Cracks im blau-weiß-roten Dress hoch anrechnen, dass sie bis zur allerletzten Minute kämpften und nie aufsteckten, auch wenn die Mühen letztlich vergebens und nicht besonders effizient waren.

Nicht von der Partie in Iserlohn waren bei Mannheim Christoph Ullmann und Ryan MacMurchy. Beide wurden vom Coach auf die Tribüne verbannt.

 

Zur Chronologie

1. Drittel

Die Adler von Beginn an mit körperlicher Präsenz und mit mehr Spielanteilen. Wobei die ganz großen Chancen auf beiden Seiten zunächst Mangelware blieben. Für eine Heimmannschaft agierten die Roosters extrem passiv und defensiv. Aber wie immer in Iserlohn pfiffen die Schiedsrichter für die Heimmannschaft. Und so stellten die Unparteiischen in der 11. Minute den Adler-Stürmer Matthias Plachta hinaus. Und es kam wie es kommen musste, Iserlohn machte durch Christopher Fischer in der 12. Minute die glückliche 1:0 Führung. In der 15. Minute Adler-Verteidiger Sinan Akdag mit der dicken Ausgleichschance, aber der Mannheimer scheiterte um Zentimeter. In der 17. Minute dann der verdiente Ausgleich durch Luke Adam. In der 19. Minute eine krasse Fehlentscheidung der Schiedsrichter, sie stellten Andrew Desjardins wegen nichts hinaus. Und Iserlohn machte daraus die 2:1 Führung. Der Torschütze erneut Christopher Fischer. Damit aber nicht genug, in der 20. Minute traf Jake Weidner zur 3:1 Führung. Fazit: Die Adler dominieren die Partie, die Roosters schlagen mit Unterstützung der Schiedsrichter eiskalt zu.

2. Drittel

Der zweite Abschnitt mit einer Überraschung. Der Mannheimer Coach Bill Stewart nahm Torsteher Dennis Endras aus dem Kasten und brachte den Ersatzgoalie Ched Pickard. Ansonsten das gleiche Bild, Mannheim dominierend, aber ohne Fortune und Cleverness im Abschluss. Irgendwie fehlte bei den Badenern auch der Biss. Iserlohn meist auf die Defensive beschränkt. Dann aber in der 31. Minute ein herrliches Solo von Jake Weidner zur 4:1 Führung der Roosters. Mannheim in dieser Phase zu offensiv, die Abwehr wurde zu häufig restlos entblößt. Die Adler in der Folge frustriert und völlig von der Rolle. Fazit. Iserlohn stand stabil in der Abwehr und Mannheim fiel nichts ein, um die Festung der Sauerländer zu knacken.

3. Drittel

Die Partie plätscherte lange so dahin, ehe in der 46. Minute Adler-Stürmer Andrew Desjardins den 2:4 Anschlusstreffer markierte. Im Anschluss plätscherte die Partie wieder dahin, bis in der 55. Minute der Iserlohner Johan Larsson hinaus musste. Adler-Verteidiger Thomas Larkin nutzte dies in der 56. Minute zum 3:4 Anschlusstreffer. Aber Mannheim brachte sich selbst aus dem Angriffsschwung, denn Adler-Stürmer Luke Adam machte ein blödes Foul und musste für zwei Minuten hinaus. Die fällige Überzahl nutzte Luigi Caporusso zum 5:2 für Iserlohn. Fazit: Das Aufbäumen bzw. der Erfolg beim Aufbäumen kam für die Adler zu spät. Iserlohn brachte die Partie über die Zeit.

 

Aufstellungen:

Mannheim: Endras (ab 21. Minute Pickard) – Stuart, Reul, Johnson, Larkin, Akdag, Carle, N. Goc, – Plachta, Desjardins, Setoguchi, Festerling, Adam, Wolf, Hungerecker, M. Goc, Kolarik, Raedeke, Sparre, Kink

Iserlohn: Dahm – Larsson, Orendorz, Martinovic, Fischer, Schmidt, Eklund, Sheviryn – Weidner, Friedrich, Florek, Turnbull, Blank, Brown, Jaspers, Costello Caprusso, Combs, Down, Salmunsson

Strafminuten: Mannheim 12 Min – Iserlohn 8 Min

Torschüsse: Mannheim 54 – Iserlohn 36

Tore: 1:0 (11:28) Fischer (Down) -PP1; 1:1 (16:19) Adam (Festerling) – EQ; 2:1 (18:47) Fischer (Costello/Down) – PP1; 3:1 (19:36) Weidner (Orendorz/Friedrich) – EQ; 4:1 (29:58) Weidner (Fischer/Dahm) – EQ; 4:2 (44:04) Desjardins (Festerling/Plachta) – PP1; 4:3 (55:17) Larkin (Kolarik) – PP1; 5:3 (57:44) Caprusso (Brown) – EQ;

Geschrieben in: Eishockey, Sport

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