Sa., 20. Januar 2018
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Von: 26. Dezember 2017 weiterlesen →

Adler wieder mit leeren Händen

Die Mannheimer Kufencracks unterliegen am Montagabend bei den Nürnberg Ice Tigers mit 2:5 Toren

Ein nachdenklicher Matthias Plachta, einem der Top-Stürmer der Adler.

Ein nachdenklicher Matthias Plachta, einem der Top-Stürmer der Adler.

Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler können einem in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) leid tun. Sie haben am Montagabend in Nürnberg beim Tabellenzweiten aufopferungsvoll und tapfer gekämpft, standen am Ende aber wieder mit leeren Hände da. Die Ice Tigers siegten mit 5:2 (0:0/3:1/2:1) Toren gegen die Raubvögel. In der Tabelle stehen die Adler jetzt auf Rang 10, der gerade noch einmal so zur Teilnahme an den Pre-Play-Offs berechtigt. Von der Punktrunde sind mittlerweile 35 der insgesamt 52 Partien absolviert. Unter ihrem neuen Coach Bill Stewart haben die Badener jetzt sechsmal verloren und nur einmal gewonnen.

Sicher ist es jetzt leicht, auf die Adler einzudreschen und ihnen Unfähigkeit und mangelhafte Motivation vorzuwerfen. Doch dies trifft es nicht, zumindest was die letzten Matches und die meisten Akteure angeht. Auch in Nürnberg fighteten die Adler beherzt und waren auch über 60 Minuten gesehen ein ebenbürtiger Gegner. Woran es dann lag, dass sie trotz einer 1:0 Führung wieder ein hohe 2:5 Niederlage einstecken mussten, ist sicher nicht ganz einfach zu erklären. Zwei Faktoren sind aber die mangelhafte Effizienz, aus Chancen auch Tore zu machen, und die Schnitzer in der Hintermannschaft.
Spielentscheidend war aber in Nürnberg sicher die 30. Minute, als die Franken mit einem Doppelschlag innerhalb von 19 Sekunden aus einem 0:1 Rückstand eine 2:1 Führung machten. Und als sie dann in der 38. Minute gar das 3:1 machten, war die Partie endgültig gelaufen. Von diesen Nackenschlägen erholten sich die Blau-Weiß-Roten nicht mehr. Die Mannheimer haben in ihrer derzeitigen Misere und schlechten Verfassung weder das Selbstvertrauen, noch das Scheibenglück, solch eine Partie noch zu drehen. Dazu passt auch, dass die Mannheimer eine numerische Überlegenheit im 1. Drittel von 5 gegen3 Feldspieler nicht zum Torerfolg nutzten konnten

Die spannende Frage ist nun, kann Mannheim den Hebel noch einmal umlegen und siegen, oder ist die Saison komplett verloren? Die in Nürnberg gezeigte Leistung macht einem trotz der Niederlage Hoffnung, denn von Moral und Kampf her stimmte es. Und schließlich – auch wenn dies kein Selbstläufer ist und man sich darauf nicht verlassen kann – fängt im Eishockey mit den Play-Offs quasi eine neue Saison an.

Am Donnerstag müssen die Adler in Iserlohn antreten.

Zur Chronologie

1. Drittel

Nach 40 Sekunden hatte Adler-Torjäger Ryan MacMurchy die Führung auf dem Schläger, doch er scheiterte an Nürnbergs Torsteher Andreas Jenike. Nach zwei Minuten dann Nürnbergs Verteidiger Brett Festerling mit einer dicken Gelegenheit, aber auch er scheiterte. Auch in der Folge blieb es eine von beiden Seiten offensiv geführt Partie. In der 5. Minute traf Adler-Angreifer David Wolf nur den Pfosten. Mannheim jetzt das dominierende Team. Adler-Stürmer Garett Festerling in der 10. Minute mit einem guten Schuss, aber wieder kein Tor. Ab der 11. Minute die Badener mit 5 gegen 3 Feldspieler, weil zwei Tiger auf der Strafbank saßen. Die Blau-Weiß-Roten agierten hier gut und gefährlich, aber ohne Torerfolg. Der Nürnberger Patrick Reimer in der 18. Minute mit einem Pfostentreffer. Fazit: Ein gerechtes Unentschieden zur Pause.

2. Drittel

Der zweite Abschnitt sah ebenfalls starke Mannheimer. Matthias Plachta in der 23. Minute mit einem starken Angriff, aber ohne Fortune. Nur eine Minute später war es dann soweit und Marcel Goc markierte das 1:0 für Mannheim. Der 1:1 Ausgleich aber bereits in der 27. Minute durch den Nürnberger Leonard Pföderl. Die Mannheimer Hintermannschaft sah hier nicht gut aus und schwamm ganz gehörig. Nur 19 Sekunden später gar das 2:1 für Nürnberg durch Tom Gilbert. Dem Treffer war ein schlechter Wechsel der Blau-Weiß-Roten vorangegangen. Die Partie danach ausgeglichen, doch wieder war es Nürnberg, das traf. In der 39. Minute schoss Patrick Reimer das 3:1 für die Franken. Fazit: Beide Teams etwa gleich stark, doch Nürnberg machte mehr daraus, dies nennt man clever und kaltschnäuzig.

3. Drittel

Die Partie plätscherte zunächst mit wenige Emotionen und Aktionen dahin. Aber der 46. Minute Mannheim in Überzahl, aber ohne Glück und Effizienz. In der 49. Minute dann das 4:1 für Nürnberg, wobei die Ice Tigers hier mit 5 gegen 3 Feldspieler agieren konnten. Dieses Tor war die endgültige Entscheidung. Thomas Larkin verkürzte in der 55. Minute auf 2:4 Tore, doch war dies nur mehr Kosmetik. Als Mannheim kurz vor Spielende den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, traf Brandon Seagal zum 5:2 Endstand. Fazit: Nürnberg verwaltete geschickt die Führung, Mannheim schaffte nicht mehr die Wende.

Aufstellung:

Mannheim: Pickard (Endras) – Stuart, Reul, Johnson, Larkin, Carle, N. Goc, Rogl – Plachta, Desjardins, Setoguchi, Festerling, MacMurchy, Wolf, Hungerecker, Raedeke, Kink, Kolarik, Adam, M. Goc,

Nürnberg: Jenike (Treutle) – Köppchen, Aronson, Mebus, Jurcina, Festerling, Gilbert, Torp – Pföderl, Mitchell, Pohl, Fox, Dupuis, Segal, Ehliz, Steckel, Reimer, Weber, Buzas, Möchel

Zuschauer: 7.400

Strafminuten: Mannheim 10 Min – Nürnberg 8 Min

Torschüsse: Mannheim 43 – Nürnberg 34

Tore: 0:1 (23:38) Marcell Goc (Adam); 1:1 (29:30) Pföderl; 2:1 (29:49) Gilbert (Dupuis); 3:1 (38:21) Reimer (Steckel; 4:1 (48:35) Mitchell; 4:2 (54:55) Larkin (Plachta); 5:2 (59:15) Segal;

Geschrieben in: Eishockey, Sport

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