Mo., 23. Oktober 2017
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„Auf Schuster´s Rappen“

Wormser Landfrauen zu Gast in Eppelsheim

Im kleinen Eppelsheim wurde bereits 1820 der Oberschenkelknochen eines versteinerten Menschenaffen, des Ur-Affen, zu Tage gefördert.

Im kleinen Eppelsheim wurde bereits 1820 der Oberschenkelknochen eines versteinerten Menschenaffen, des Ur-Affen, zu Tage gefördert.

„Warum in die Ferne schweifen?“ So könnte das Motto auch heißen, unter dem die Landfrauen aus dem Kreis Worms alljährlich in der näheren Umgebung unterwegs sind, um die Schönheiten der kleineren und größeren Ortschaften im Umkreis zu erkunden. Diesmal wurde Eppelsheim im ehemaligen Kreis Alzey zur Besichtigung, teils per Bahn, teils per KKW angesteuert. Was sich so bescheiden anhört, ist in Wahrheit eine Fossilienlagerstätte, in der Funde aus der Zeit vor 10,5 Millionen Jahren geborgen werden und Zeugnis ablegen von der Zeit als der Ur-Rhein hier seinen Lauf hatte. In den vergangenen Jahrzehnten wurden beim Sandabbau immer wieder Knochen und Zähne uralter Säugetiere gefunden. Im kleinen Eppelsheim wurde bereits 1820 der Oberschenkelknochen eines versteinerten Menschenaffen, des Ur-Affen, zu Tage gefördert. Mehr als 25 Arten ausgestorbener Säugetiere wurden hier erstmals beschrieben, darunter das dreizehige Ur-Pferd, Hippotherium, spektakulär der Schädelfund des Dinotherium, bekannt auch unter dem Namen Rhein- oder Hauerelefant im Jahre 1835, Nashörner oder sogenannte Bärenhunde gehören genauso dazu wie typische Flussbewohner wie Fischottern oder Biber, Schildkröten aber auch in letzter Zeit Spitzmäuse und Maulwürfe. 1996 wurden die Sandgruben vom Forschungsinstitut des Frankfurter Senckenbergmuseums nach erfolgreichen Probegrabungen wieder wissenschaftlich erschlossen.

Diese Infos erhielten die Landfrauen, die interessiert zuhörten von Bürgermeisterin Ute Klenk-Kaufmann und der 1. Beigeordneten Nicole Zimmer, die neben dem Dinotherium-Museum noch weiteres zu bieten hatten. Der Rundgang entlang des Effenkranz, der ehemaligen mittelalterlichen Dorfbefestigung, schlängelt sich herzförmig über 1,3 km um das Dorf und diente in frühen Zeiten als Dorfgraben. Die abgestorbenen Effen (Ulmen) wurden 1975 durch 550 Laubbäume ersetzt, überall findet man kleine malerische Eckchen, teilweise mit Bänken versehen laden sie zum Verweilen ein. Die engagierten Führerinnen, die aktiv im Verschönerungsverein mitwirken gewährten den Gästen auch einen Einblick in die evangelische Kirche mit ihrer bekannten Stummorgel, zeigten auch wo die Freilichtbühne zu finden ist und auch der Friedhof wurde in die Führung einbezogen. Nach all dem gesehenen und gehörten über das idyllische Eppelsheim durfte natürlich der Abschluss im Scheunencafé nicht fehlen. Die Eppelsheimer LandFrauen erwarteten die GastlandFrauen zum Mungel-Büffett und so klang der interessanter Nachmittag harmonisch aus.

Geschrieben in: Aus dem Nibelungenland