Do., 14. Dezember 2017
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Von: 19. September 2017 weiterlesen →

Der letzte Mohikaner

Bezirksliga Rheinhessen Süd: Leiselheimer „Fünfte“ geht ob zahlreicher Verletzungen zum Start in die Saison 2017/2018 buchstäblich am Stock

Gernot Grau hielt die Stellung für die Leiselheimer „Fünfte“: In der Partie gegen den TTC Wörrstadt (3:9) war der agile Abwehrstratege insbesondere ob zahlreicher Verletzungen seiner Teamkollegen der einzige Stammspieler im Kader der Gastgeber.

Gernot Grau hielt die Stellung für die Leiselheimer „Fünfte“: In der Partie gegen den TTC Wörrstadt (3:9) war der agile Abwehrstratege insbesondere ob zahlreicher Verletzungen seiner Teamkollegen der einzige Stammspieler im Kader der Gastgeber.

„Erst hast du kein Glück. Und dann kommt auch noch Pech dazu.“ Fußballer verwenden diese These sehr gerne nach unglücklichen Niederlagen. Die Tischtennisspieler des TV Leiselheim V erfahren die Bedeutung dieser Worte zu Beginn der Saison 2017/2018 in der Tischtennis-Bezirksliga Rheinhessen Süd recht eindrücklich am eigenen Leib. Zum ersten Teil der These: „Erst hast du kein Glück.“ Von den sieben Ende Mai diesen Jahres gemeldeten Stammspielern fielen mit Burkhard Neßlang und Karsten Meier pünktlich zum Saisonbeginn gleich einmal zwei Stammkräfte langfristig verletzt aus.

Zum zweiten Teil der These: „Und dann kommt auch noch Pech dazu.“ Im ersten Spiel am heimischen Trappenberg gegen den Wormser Kreisliga-Aufsteiger TuS Hochheim ereilte zu allem Überfluss auch noch den Mannschaftskapitän des Teams arges Verletzungspech. Im ersten Einzel gegen Hochheims Marc Sproß riss bei Jürgen Jaap die Achillessehne im linken Unterschenkel. „So haben wir uns den Saisonbeginn nicht ausgemalt“, stand Leiselheims Supertechniker Markus Kronauer der Schock ob der schweren Verletzung seines langjährigen Weggefährten Jürgen Jaap regelrecht ins Gesicht geschrieben. Neben der Achillessehne beim Teamchef riss auch zugleich der Faden im Spiel bei den Gastgebern. Die 4:1-Führung zu diesem Zeitpunkt schmolz ob der Schockstarre der Spieler der TVL-Fünften nach und nach dahin. Am Ende gab’s für wacker kämpfende Hochheimer einen vor der Partie eher nicht für möglich gehaltenen Punktgewinn beim 8:8-Unentschieden.

Also ab mit vier Stammkräften und zwei Ersatzleuten zur spielstarken SG Sulzheim / Rommersheim. „Auch dort lief nicht viel zusammen für unser Team“, musste Routinier Markus Kronauer eine bittere 4:9-Pleite nach Hause an das Lazarett der Verletzten melden. Neben einem – wie so oft – sicher seine beiden Einzel erfolgreich bestreitenden Markus Kronauer stachen bei der Leiselheimer „Fünften“ einzig noch das Dreierdoppel Sascha Nicolay / Helmut Sonnenberg und der stark aufspielende Ersatzmann Helmut Sonnenberg.

Aber es sollte die Leiselheimer Fünfte noch ärger treffen. Zum Heimspiel gegen den TTC Wörrstadt blieb nach weiteren Ausfällen einzig noch als „letzter Mohikaner“ der Stammsieben Gernot Grau übrig. „Da werden wir wohl nicht viel erben können“, mutmaßte der urplötzlich auf Position eins aufgerückte Gernot Grau. Doch Leiselheims letzter Mohikaner hatte die Rechnung ohne Ersatzmann Jürgen Hemer gemacht. Der 66-jährige Oldie im TVL-Kader präsentierte das Spiel seines Lebens, siegte an der Seite von Gernot Grau zunächst im Doppel und setzte in beiden Einzeln noch einen obendrauf. „Besser kann ich nicht“, jubilierte Jürgen Hemer erschöpft aber total glücklich nach zwei sensationellen Siegen über die beiden als haushohe Favoriten ins Rennen gegangenen Wörrstädter Spitzenspieler Niklas Hahn und Jonas Lauterbach. An der 3:9-Niederlage der Gastgeber änderte dies freilich nichts. Aber: Wenigstens hatte es im dritten Spiel der TVL-Fünften in Serie, das in dieser Saison unter keinem glücklichen Stern stand, mit Jürgen Hemer doch schließlich auch einmal einen freudestrahlenden Leiselheimer gegeben.

Geschrieben in: Sport, Tischtennis

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