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  • Mo., 27. Januar 2020, 12:38 Uhr
    BEFREIUNG VON AUSCHWITZ: Worms und OB Adolf Kessel erinnern mit Kranzniederlegung an Opfer des Nazi-Regimes / Aktive Auseinandersetzung mit Thema / Appell an Wachsamkeit

    „Ein Tag zum Denken und Nachdenken“

    Im Gedenken an alle Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft und zur Mahnung aller Lebenden legte Oberbürgermeister Adolf Kessel am Montag aus Anlass des 75. Jahrestages der Auschwitz-Befreiung, einen Kranz am Mahnmal gegen den Faschismus nieder. Foto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN | Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz in Polen. Oberbürgermeister Adolf Kessel legte am Montag zum Gedenken an diesen Tag und an die Opfer des Nazi-Regimes am Mahnmal für die Opfer des Faschismus im Lutherring einen Kranz nieder und erinnerte auch an die Wormser Bürger unter den Opfern der „unfassbaren Perversion“.

    Gegen Völkerhass, Faschismus und Nationalsozialismus

    Ausschwitz sei das Synonym für den Massenmord der Nazis an Juden, Sinti und Roma, erklärte Oberbürgermeister Adolf Kessel. „Der Ausdruck des Rassenwahns der deutschen Geschichte.“ Der 27. Januar se ein „DenkTag“, denn das Nachdenken über die Vergangenheit schaffe Orientierung für die Zukunft und sei die beste Versicherung gegen Völkerhass, Faschismus und Nationalsozialismus“, so Kessel. Von Dachau bis Auschwitz skizzierte OB Kessel die Verfolgung von Andersdenken, Regimegegnern, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaftlern, Oppositioneller, Priester und Pastoren, Juden, Sinti und Roma, aber auch Homosexueller durch die Nazis.

    Wormser jüdische Gemeine vernichtet

    „Auch in Worms wurden die jüdische Gemeinde vernichtet“, betonte Adolf Kessel. Mindestens 354 Wormser wurden deportiert und ermordet. Die Deportation fand in mehreren „Aktionen“ statt, wie OB Kessel berichtete. Am 20. März 1942, vom 24. bis 27. September 1942, am 30. September 1942, ab 1944 gegen „jüdische“ Partner aus sogenannten „Mischehen“. Und noch am 24. März 1945 wurden bei einer Erschießung der Gestapo Rosa Bertram und Erich Salomon aus Worms ermordet, fügte Kesse an. Bereits zuvor seien die ersten Deportationen erster Sinti-Familien erfolgt. Unter ihnen 71 Personen aus Wormser Sinti-Familien.

    Appell an Wachsamkeit

    In den Todesmärschen habe sich das Martyrium der nach Auschwitz-Deportierten kurz vor der Befreiung fortgesetzt. Ermordungen durch die SS-Wachen, Entkräftung, Erfrierungen. In Eisenbahnwaggons gepfercht und in KZs im Inneren des Reichsgebietes verbracht, starben ebenfalls Hunderte Menschen. Bei der Befreiung von Auschwitz bot sich der Roten Armee ein Bild des Grauens: 7.600 Überlebende und 650 Leichen! „Eine unfassbare Perversion“, so Adolf Kessel, der nach einem Zeitsprung in die Gegenwart an die Wachsamkeit aller demokratischer Kräfte appellierte, da der Antisemitismus wieder auf dem Vormarsch sei und die letzten Monate Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse unter der Nazi-Terrorherrschaft geweckt hätten. Die Würde des Menschen sei unantastbar, bezog sich der Stadtchef auf das Grundgesetz. Sie sei zu achten und zu schützen. „Das ist unsere Verpflichtung und muss Richtschnur unsers Handelns sein“, mahnte OB Kessel. Der Staat müsse daher entschlossen und konsequent gegen Verunglimpfung, Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und Radikalismus vorgehen.

     

    INFO: 1,1 Millionen Männer, Frauen und Kinder ermordeten die Nazis in Ausschwitz. Der 27. Januar ist auf Initiative Ex-Bundespräsident Roman Herzog seit 1996 offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Der rheinland-pfälzische Landtag hat aus Anlass des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus bei der Gedenksitzung des Parlamentes in der Gedenkstätte KZ Osthofen an die Verfolgung der Homosexuellen im Dritten Reich erinnert. „Ihr Leidensweg war jedoch mit dem Kriegsende vor 75 Jahren nicht zu Ende“, betonte Landtagspräsident Hendrik Hering.

    Auch der Werkstattrat der Lebenshilfe gedachte den Opfern mit Rosen. Foto: Steffen Heumann

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