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  • Mo., 13. Mai 2013, 11:58 Uhr
    Rotary-Partnerschaft Worms-Kairo: 2.000 Euro für Trinkwasserprojekt übergeben

    Eine Erfolgsstory seit 1994

    Als der Rotary Club Cairo Cosmopolitan im Jahr 1994 am Kairoer Universitätsklinikum eine Krankenpflegeschule gründen wollte, suchte er dafür einen deutschen Partnerclub. Der Rotary Club Worms entschloss sich nach intensiver Diskussion, diese Partnerschaft zu wagen.

    Anfängliche Zweifel, ob die Wormser Rotarier mit einem Rotary Club aus einer solch riesigen Stadt eine fruchtbare Partnerschaft eingehen könnten, waren schnell beseitigt. Das Vorhaben gelang und die Krankenpflegeschule wurde mit Wormser Hilfe gegründet. 1995 hospitierten 7 Lehrkrankenschwestern aus Kairo für 3 Monate in Worms am Klinikum und am Hochstift.

    Daraus entwickelte sich eine intensive Partnerschaft. Fast jedes Jahr kamen 3 Krankenschwestern dieser Schwesternschule zu einer mehrwöchigen Fortbildung ans Wormser Klinikum. Neben dieser medizinisch-pflegerischen Hilfe wurden viele weitere Projekte gemeinsam gestemmt - insbesondere im Bereich der Trinkwasserversorgung in ländlichen Bereichen Ägyptens. 2003 übernahm der damals neu gegründete Rotary Club Worms Nibelungen die Clubpartnerschaft vom Rotary Club Worms und konnte sie erfolgreich fortsetzen.

    Dabei geht es nicht nur um die Förderung von gemeinsamen Projekten. Im Laufe der Jahre ist zwischen den Clubmitgliedern eine tiefe gegenseitige Freundschaft gewachsen. Im Jahresrhythmus besuchen sich die Clubs regelmäßig in Kairo und Worms. Im Jahre 2012 führten die Auswirkungen der Revolution in Ägypten erstmals dazu, dass der Kairo-Besuch der Wormser Rotarier aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste. Jetzt endlich konnte die Reise unter Führung von Präsident Jürgen Heigl nachgeholt werden. 10 Personen besuchten die Freunde in Kairo. Das Programm war hervorragend organisiert, eine Mischung aus Projektbesuchen und touristischem Programm.

    Im Mittelpunkt stand die Besichtigung des letzten gemeinsamen Projektes, des Wiederaufbaus eines Operationssaales des Demerdash Hospitals, der während der Revolution schwer beschädigt wurde. Besucht wurde auch ein koptisches Kloster im Wadi Natrun und die Stadt Alexandria mit ihren Sehenswürdigkeiten. Zu keinem Zeitpunkt hatten die Wormser Gäste das Gefühl der Bedrohung - im Gegenteil, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft waren immer präsent.

    So soll auch der dringlichste Wunsch der Kairoer Freunde deutlich gemacht werden: „Bitte besucht Ägypten, wir brauchen den Tourismus! Viele Menschen müssen hungern, da viele Hotels geschlossen haben“. Doch nicht nur der Tourismus leidet, sondern die ganze Wirtschaft. Mehr als 4.500 Betriebe haben seit der Revolution geschlossen - aus finanziellen Gründen oder weil der Markt gänzlich weggebrochen ist. Fast 50% der ägyptischen Arbeitnehmer sind ohne geregeltes Einkommen. Die Wormser Freunde übergaben in Kairo 2.000 Euro für ein neues Trinkwasserprojekt in Beni Suef, etwa 100 km südlich von Kairo. Ein Dorf ohne Wasserversorgung soll an das Netz angeschlossen werden.

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