Mi., 18. Oktober 2017
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Farid – Magic Unplugged

Illusionist verzaubert Worms am 11. November um 20 Uhr / NK im Gespräch mit Farid

Von Vera Beiersdörfer | Verblüffte Zuschauer, ungläubige Gesichter oder ein erstauntes Lachen: Sein Blick scheint Gedanken lesen zu können, sein Lächeln lässt Frauenherzen höher schlagen und seine Illusionen verblüffen auch das coolste Pokerface. Magie und Mystik, faszinierende visuelle Effekte und Street Magic direkt vor den Augen seiner Zuschauer und sogar in ihren Händen: Farid kennt sich wie kein anderer auf dem Terrain des unerklärlichen Minimal-Kunststücks aus. Aber auch große Illusionen und Bühnenshows gehören zu seinen Spezialitäten. Seine TV-Shows und TV-Gastauftritte machen Farid zum TV-Magier Nr. 1 in Deutschland. Am Freitag, dem 11. November, um 20 Uhr, zieht er das Wormser Publikum in seinen Bann. Karten zu 25 Euro gibt es im Vorverkauf u.a. beim Nibelungen Kurier, Prinz-Carl-Anlage 20, 67547 Worms. Mit dem NK hat der Mentalist und Magier über seine Leidenschaft zur Magie gesprochen. 

NK: Wie kamen Sie zur Zauberei?

Farid: Mein Großvater zeigte mir Kartentricks als ich 6 Jahre alt war. Dann besorgte ich mir eine Videokassette von David Copperfield und schaute sie mir unendlich oft an. Dabei habe ich immer wieder vor- und zurückgespult, bis das Band schließlich hinüber war. Als ich 14 war hat mir meine Mutter dann eröffnet, dass es eigentlich nur zwei simple Taschenspielertricks waren, mit denen mein Großvater mich begeistert hatte, aber da war es schon zu spät. Ich war völlig von der Magie gefangen. Man kann sagen, die Zauberei hatte mich im wahrsten Sinne verzaubert.

NK: Hatten Sie Zauberer-Idole in Ihrer Kindheit? Wie ist das heute, gibt es da überhaupt noch Vorbilder an denen man sich orientiert?

Farid:  In meiner Kindheit war es wohl David Copperfield. Ich habe damals schon versucht seine Requisiten nachzubauen. Auch meine Schwester musste das ein oder andere Mal als „Versuchskaninchen“ herhalten. Auch heute würde ich sagen, dass Copperfield in der Art, wie er seine Tricks präsentiert und in seiner Rhetorik unübertrefflich bleibt. Aber ich habe kein Vorbild, sondern respektiere vielmehr das Können einiger Kollegen. Ich bin ja auch ich, und mache meine Show auf meine Art, sonst wäre ich schließlich nur eine Kopie von einem anderen Magier.

NK: Woher nehmen Sie die Ideen für ihre Illusionen?

Farid: Als ich anfing mir Tricks auszudenken gab es ja noch kein Internet oder irgendwelche Zauberschulen. Ich war baff, als ich in Wien zum ersten Mal einen Zauberladen sah. Aber eigentlich war das auch nur ein Supermarkt für Effekte, vielmehr Touristenattraktion als wirklich nützlich. Daher habe ich einfach mit allem experimentiert, was mir so in die Finger gefallen ist. Und irgendwie hat es ja auch geglückt – mit 16 hatte ich meinen ersten großen Auftritt in der Pause in der Wiener Staatsoper. Ich schätze ich habe ein magisches Auge – von überall nimmt man Ideen mit, ob im Kino oder in der City. Heute würde ich meine Tricks definitiv als mein kreatives Eigentum bezeichnen. Zwar gab es die schwebende Jungfrau schon früher, aber noch nie wurde eine Passantin in der Fußgängerzone unter freiem Himmel schweben  und einfach in der Luft verschwinden gelassen.

NK: Man könnte also sagen, sie präsentieren auch traditionelle Tricks reloaded?

Farid: Genau – die Grundeffekte gibt es ja meist schon länger, da lässt sich das Rad einfach nicht neu erfinden, aber es ist schließlich eine Frage der Verfeinerung und der Ausführung. Menschen, die sich meine Show ansehen,  wollen ja verzaubert werden und ihren Alltagssorgen entfliehen. Ich zeige dem Publikum Dinge, die eigentlich nicht möglich sind und beweise: Alles ist möglich! Aus IMPOSSIBLE wird I‘m possible – Ich bin möglich, Du bist möglich, nichts ist unmöglich! Meine Neue Show, mit der ich nächstes Jahr auf Tour gehen werde, ist beispielsweise inspiriert von dem Film „Zurück in die Zukunft“. Zu Beginn des Abends präsentiere ich dem Publikum bereits die Tageszeitung des Folgetages mit der Kritik und Fotos des Abends…nichts ist unmöglich!

NK: Wie lange dauert es von der Idee bis zur fertigen magischen Illusion?

Farid, Oh, das ist wirklich ganz unterschiedlich. Wenn ich eine Vorstellung im Kopf habe, bespreche ich mich mit meinem Team. Und die Techniker sagen dann, ob das überhaupt möglich ist, was ich mir da wieder zusammengesponnen habe. Dann geht es an die Planung, den Requisitenbau und schließlich ans Proben. Keine Ahnung, das ist wirklich je nach Aufwand der Illusion sehr verschieden.

NK: Man sagt, Sie haben einen Faible fürs Gefährliche – das haben Sie ja auch schon oft genug bewiesen. Was war der aufregendste Trick an den Sie sich noch erinnern können?

Farid: Also, ich finde ich bin gar nicht mehr so leichtsinnig, wie ich es einst gewesen bin. Aber klar, in meinem Metier bleibt immer ein gewisses Restrisiko – ich schätze meinen Eltern wäre es manchmal doch lieber, ich wäre bei der Juristerei geblieben (schmunzelt). Das gefährlichste war wohl die Sache mit Sido. Ich habe 4 Telefonzellen hohe Pappkartons aufgestellt, in einem darin war ich versteckt. Dann sollte Sido, der wirklich keine Ahnung hatte, ich welcher Kiste ich stand, drei Kartons seiner Wahl mit einem Geländewagen mit 150 km/h umfahren. Das hätte auch böse ausgehen können. Manches würde ich heute echt nicht mehr wagen, aber früherer war mir jedes Risiko egal – Hauptsache Entertainment. Ich war getrieben von dem Gedanken Illusion und Magie als Kunstform in Deutschland besser zu etablieren. Und das möchte ich immer noch. Aber ich weiß, ich bin nicht vom Himmel gefallen und habe keine übernatürlichen Fähigkeiten. Daher versuche ich, der Familie zuliebe, nicht mehr ganz so gefährliche Tricks zu ersinnen.

Ein Gruss von FARID findet Ihr HIER:

Foto: Robert Maschke

Foto: Robert Maschke

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