Mi., 24. April 2013, 23:49 Uhr
CDU-Landtagsabgeordnete informieren sich im Wormser Geschwister-Scholl Förderzentrum / „Individuell bestmögliche Förderung wichtig“
„Förderschulen leisten viel“
WORMS/MAINZ Wenn beeinträchtigte und nicht-beeinträchtigte Kinder gemeinsam unterrichtet werden, darf das aus Sicht der Christdemokraten im Land nicht das Aus für die Förderschulen in Rheinland-Pfalz bedeuten. Genau das befürchten Bildungspolitiker der CDU und informierten sich landesweit in Förder- und Schwerpunktschulen – in Worms im Geschwister-Scholl Förderzentrum. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Bettina Dickes, sowie die Landtagsabgeordneten aus Germersheim, Ludwigshafen, Neustadt und Worms, Martin Brandl, Marion Schneid, Brigitte Hayn und Adolf Kessel machten deutlich, dass ihnen die Rot-Grüne Fokussierung der Landesregierung auf inklusive Beschulung zu einseitig ist.
Die Bildungspolitiker lobten die besondere Leistung der Förderschule. Wichtig sei das Wohl des Kindes, die individuelle bestmögliche Förderung und die Wahlfreiheit der Eltern nach vorausgegangener objektiver Beratung durch die Pädagogen, sagten sie. Begleitet wurden die Landespolitiker von den Stadtratsmitgliedern Barbara Wirth und Raimund Sürder.
Der Leiter des Förderzentrums, Wolfgang Heuberger, führte aus, wie in kleinen Klassen und nach dem Worms-Dauner Modell, das es nur in diesen beiden namensgebenden Städten sowie in Gerolstein gibt, individuell auf Schüler eingegangen wird. Das Förderzentrum, zu dem in Worms zwei Außenstellen gehören, besuchen insgesamt 164 Schüler mit Förderbedarf „Lernen“ und „Ganzheitliche Entwicklung“. In jeder Klasse fungieren Sonderschullehrer und pädagogische Fachkräfte in Doppelbesetzung. Weitere 530 Schüler werden direkt an Wormser Schulen über dieses Modell gefördert durch Lehrkräfte des Förderzentrums. Vor allem in Grundschulen wird dieses Programm angewandt, aber auch in fünften und sechsten Klassen, um präventiv sonderpädagogischen Förderbedarf zu vermeiden. Die Zuweisung zur Förderschule erfolgt nach Erstellung eines sonderpädagogischen Gutachtens durch die Schulbehörde.
Einig war man sich, dass Eltern Anspruch auf eine neutrale Beratung hinsichtlich des Förderortes haben müssen. Die CDU wünscht sich – entgegen der Auffassung von Rot-Grün – dass der Entscheidung über den Förderort ein Ressourcenvorbehalt eingeräumt wird. Nur so lasse sich die Qualität auch bei Kapazitätsproblemen sicherstellen. Die Union bezweifelt, dass landesweit genügend Förderschullehrer und Räumlichkeiten für die schulische Inklusion bereit stehen.
Der strukturelle Unterrichtsausfall liege im Förderzentrum bei drei bis vier Prozent, sagte Heuberger. Das Defizit werde aber intern aufgefangen. Heuberger bestätigte auch die Sorge der CDU, dass es schwer sei, neue Lehrer zu gewinnen. Ein Manko sei, dass nicht immer sofort eine Verbeamtung möglich sei und dann nur schlechter bezahlte Vertretungsverträge angeboten würden. Die Schwere der Beeinträchtigungen bei Schülern nehme zu.