Do., 19. Oktober 2017
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Glut’ als wilde Komödie und politische Tragödie

In Worms wird Wagner gesungen: Sopranistin Nadja Michael ist im neuen Ensemble der Nibelungen-Festspiele 2017

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, und Michael Kissel, Oberbürgermeister der Stadt Worms, mit Team und Ensemble der Nibelungen-Festspiele. Foto: Stephan Schraps

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, und Michael Kissel, Oberbürgermeister der Stadt Worms, mit Team und Ensemble der Nibelungen-Festspiele. Foto: Stephan Schraps

Sopranistin Nadja Michael und Tenor Bassem Alkhouri ergänzen Ensemble um Heio von Stetten, David Bennent, Oscar Ortega Sánchez, Mehmet Kurtulus, Valerie Koch und Dennenesch Zoudé

Wagner in Worms: Erstmals in der Geschichte der Wormser Nibelungen-Festspiele wird vor dem Dom Richard Wagner gesungen. Opernstar Nadja Michael und Tenor Bassem Alkhouri werden in der Inszenierung von Albert Ostermaiers neuem Stück „GLUT. Siegfried von Arabien“ zusammen mit Schauspielgrößen wie Heio von Stetten, David Bennent, Oscar Ortega Sánchez, Mehmet Kurtulus und Dennenesch Zoudé auf der Bühne stehen. Die Regie vor dem Westchor des Kaiserdoms führt erneut Nuran David Calis. Die Nibelungen-Festspiele finden vom 4. bis 20. August zum dritten Mal unter der Intendanz von Nico Hofmann statt.

„Durch die künstlerische Verknüpfung des Nibelungenstoffes mit der von Vivan und Ketan Bhatti arrangierten Musik auf der Basis von Richard Wagner wird eine völlig neue und ungewohnte Interpretation der Nibelungen möglich: umso mehr, als wir nicht nur im Schauspielbereich, sondern auch im Gesangsbereich auf sehr hohem Niveau performen“, so Intendant Nico Hofmann.

Stück beruht auf historischer Begebenheit
Das neue Stück „GLUT. Siegfried von Arabien“ von Albert Ostermaier beruht auf einer historischen Begebenheit und verwebt geschickt den Nibelungenstoff mit einem fast unbekannten Kapitel deutscher Geschichte: 1915, mitten im Ersten Weltkrieg, reist eine Gruppe deutscher Offiziere mit dem Zug durch den Orient. Getarnt als Gauklertruppe, die die Geschichte der Nibelungen spielen, geht es in geheimer Mission gegen das britische Empire.

 

Heio von Stetten wird den Hauptmann Klein spielen. Foto: Jean-Loup-Debionne

Heio von Stetten wird den Hauptmann Klein spielen. Foto: Jean-Loup-Debionne

Ein Stück über die Welt im Krieg und den Krieg ihrer Welten
Autor Albert Ostermaier: „‚Glut’ ist zugleich wilde Komödie und politische Tragödie, ein Drama auf dem Trapez der Geschichte, ein Salto Mortale im Himmel über der Wüste. Es ist ein Stück über die Welt im Krieg und den Krieg ihrer Welten. Es ist ein Stück über den Dschihad der Deutschen, die Treue der Nibelungen zu ihrem Untergang, über die Reise dorthin, 1915, in einem rasenden Zug mitten im Orient, aber zugleich mitten im und ins Herz unserer Gegenwart.“

„GLUT“ hat unzählige direkte und indirekte Bezüge zur Nibelungensage und dem Nibelungenlied. Es spielt, wenn man die Parallele zieht, auf dem Weg der Burgunder zum Hof Etzels, wo sie von Kriemhild an eine gemeinsame Tafel eingeladen sind. Insgesamt 15 Schauspieler und acht Musiker werden in diesem Sommer auf der Freilichtbühne zu sehen sein.

Ensemble mit neuen und in Worms schon bekannten Gesichtern
Zum Ensemble gehören Heio von Stetten, der als Hauptmann Klein mit Diplomaten und Agenten reist, wozu der Franzose Monsieur Vulture, gespielt von David Bennent, Oscar Ortega Sánchez als Polizeichef und der Russe Prinz Igor, gespielt von Ismail Deniz, gehören. Als Doppelagentin Lady Adler wird Valerie Koch zu sehen sein. Getarnt als Gauklergruppe Notung mit Decknamen aus der Nibelungensage reisen als deutsche Geheimagenten Till Wonka, Alexandra Kamp, Oliver Möller, Sascha Göpel und als Walküre Nadja Michael. Mehmet Kurtulus als Scheich Omar (Etzel) und Dennenesch Zoudé als Gräfin Falke (Kriemhild) komplettieren das Ensemble.

Die Komponisten Vivan und Ketan Bhatti über die besondere Rolle der Musik in der Inszenierung von Calis: „Wir werden acht MusikerInnen auf der Bühne haben. 2 Blechbläser, 3 Streicher, 1 Bassklarinettisten/Duduk (Armenische Flöte), 1 Kanun-Spieler (orientalische Zither), der gleichzeitig auch ein klassischer Tenor ist, Percussion und zusätzlich noch eine Sopranistin. Dieses Ensemble wird Teil der im Stück vorkommenden Theatergruppe sein und somit sowohl das Geschehen auf der Bühne mitgestalten, als auch für die atmosphärische Ausleuchtung der jeweiligen Handlungsstränge sorgen.

Wagners Ring dient uns als musikalisches Ausgangsmaterial, welches wir arrangieren, verfremden, mit orientalischen Elementen kombinieren und in experimentelle Klangcollagen, Rhythmen und Soundflächen verwandeln. Wagners Motivik taucht so als spannungsreiches Bezugssystem auf. Oper und Theater verschmelzen auf der Bühne.“

Kartenbeim NK erhältlich 
„GLUT“ wird vom 4. bis 20. August an 16 Abenden (Montag, 14. August spielfrei) aufgeführt. Die Tribüne auf der Westseite des Wormser Kaiserdoms umfasst 1.136 Plätze. Tickets gibt es u.a. mein Nibelungen Kurier, Prinz-Carkl-Anlage 20, in 67546 Worms. Sie können ebenso über die Hotline 01805/33 71 71 (0,14 Euro/Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 Euro/Minute, erreichbar Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr, Samstag 9 bis 20 Uhr) oder über die Internetseite www.nibelungenfestspiele.de bestellt werden. Die Tickets kosten je nach Kategorie zwischen 29 und 129 Euro.

EWR CLEWR-Card-Inhaber erhalten zehn Prozent auf zwei Eintrittskarten bei Buchung über die oben genannte Hotline sowie beim TicketService Worms (gilt nicht in Kombination mit anderen Rabatten).

 

Geschrieben in: Worms und Ortsteile

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