Fr., 19. Januar 2018
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Heilung für Jamie mit neuer Therapie?

Das Schicksal des jungen Wormsers bewegt unzählige Menschen / Jetzt kann es sich zum Guten wenden!

Birgit Heidig (Ev. Kindergarten Pfeddersheim), Elona Lieb, Kristina Zobel (Ev. Kindergarten), Klaus, Nico, Jamie und Peggy Neiss mit Hansi Lieb (von rechts).

Birgit Heidig (Ev. Kindergarten Pfeddersheim), Elona Lieb, Kristina Zobel (Ev. Kindergarten), Klaus, Nico, Jamie und Peggy Neiss mit Hansi Lieb (von rechts). Foto: Robert Lehr

Von Robert Lehr |  „So kann das Jahr weitergehen!“ – Die Erleichterung ist Peggy Neiss anzumerken. Die Mutter des 7-jährigen Jamie aus Worms, der seit 3 Jahren gegen eine seltene Art der Leukämie kämpft, schöpft ihre Hoffnung aus einer neuen Therapie, die schon in wenigen Tagen in Frankfurt zum Einsatz kommen soll. Zu dieser Freude kam am Donnerstag diejenige über das Engagement der Familie Lieb aus Pfeddersheim. Diese hatten bei einem Adventsfenster und einem großen Essenstand mit Glühweinverkauf stolze 1.200 Euro erlösen können, die jetzt hälftig für Jamie und den ev. Kindergarten des Vorortes übergeben wurden, wo mit dem Geld das Außengelände für die Kinder ertüchtigt werden soll.

Das Besondere hierbei: Metzgermeister Hansi Lieb hatte seine Spezialitäten wie Bratwürste und Schmalzbrote gegen eine Spende „verschenkt“ und auch Glühwein und Kinderpunsch waren frei. Umso mehr freut er sich mit seiner Familie, dass eine solch stolze Summe zusammengekommen sei. Die Liebs danken neben ihrem Sohn Jochen, den Helfern wie Frieder Haas, Rainer Wendel und Markus Metzdorf. Vor allem den zahlreichen Spendern; unter ihnen waren sogar Kinder, die mit ihrer eigenen Spardose kamen, um Jamie zu helfen, so Hansi Lieb.

Durch die Berichterstattung über Jamies Schicksal war er auf die Notwendigkeit aufmerksam geworden, hier schnell und unbürokratisch zu helfen. Dabei denkt Lieb vor allem an eine Unterstützung der Eltern bei der Erfüllung von Jamies Herzenswünschen wie einer Reise nach Barcelona oder München.

Dramatischer Verlauf
„Eigentlich kann es jetzt nur besser werden“, kommentiert Klaus Neiss den lebensbedrohenden Krankheitszustand von Jamie. Sein lethargischer Unterton ist Ausdruck der Traurigkeit über die Rückkehr des vermeintlich überwundenen Krebses im vergangenen Sommer und den schlechten Prognosen der behandelnden Ärzte in Heidelberg.

Denn eigentlich schien Jamie schon auf dem Wege der Besserung, nachdem Mutter Peggy ihre Stammzellen gespendet hatte, und Jamie – als geheilt – sogar kurz wieder die Schule besuchen konnte. Umso härter hätten ihn die schlechten Blutwerte seines Sohnes getroffen, so Klaus Neiss, die im Spätjahr sogar zu dem Rat der behandelnden Ärzte in Heidelberg geführt hätten, „Abschied zu nehmen“.

Kämpferische Familie
Doch wer die Familie Neiss kennt, weiß um ihre Kämpferqualitäten. Die jüngste Zeit war angefüllt mit Aktivitäten, die sich Jamie schon immer gewünscht hatte. So führten u.a. ein Besuch im Landauer Winterzirkus oder Ausflüge in einen Dinopark oder den Wormser Tiergarten. In Verbindung mit den kleinsten Dosen einer Chemotherapie führten dies zu einer gesundheitlichen Besserung.

Damit ist Jamie jetzt bereit für die neue Behandlungsmethode.Schon in einer Woche, am 17. Januar, wird Peggy Neiss in der onkologischen Kinderklinik Frankfurt erneut Stammzellen spenden.

Der Tag ist auch ihr Geburtstag und es scheint müßig, sie nach ihrem Wunschgeschenk zu fragen. Denn schon am 22. Januar wird Jamie komplett durchgecheckt, um am 29. Januar innerhalb einer Stunde die neue vereinfachte Transplantation seiner Mutter zu erhalten, die über bereits verlegte Zugänge unkompliziert erfolgen kann.

Was der Familie Neiss Mut macht, sind die enormen Heilungschancen der neuen Therapie, die bei 75 Prozent liegen. „Das schaffen wir“, sind Peggy und Klaus sich sicher.

Mit ihnen fiebern nicht nur  die Menschen in Worms und  Umgebung. 3.500000 Facebook-Nutzer unterstreichen ihre breite internationale Anteilnahme.

Auch Mediziner weltweit kennen Jamies Schicksal. Und durch den fachlichen Austausch mit Kliniken u.a. in Chicago, Boston und Frankfurt kam die dortige Behandlung mit der neuen Methode zu Stande.

Jamie selbst erträgt die Situation stoisch. Aber in der Umgebung der Metzgerei Lieb äußert er schonmal ganz leise den Berufswunsch Koch. Hansi Lieb hört das natürlich besonders gerne, weiß er doch um die Nachwuchssorgen in traditionellen Handwerken.

Was aber nicht nur die Menschen im Nibelungenland jetzt gerne hören möchten, ist die Nachricht, dass die neue Therapie bei Jamie angeschlagen hat. Daher heißt es zunächst, die Daumen ganz fest zu drücken.

Unter „Hilfe für Jamie“ kann man ihm auch bei facebook ganz nahe sein!

Geschrieben in: Worms und Ortsteile