Mi., 24. Mai 2017
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Jungvögel bitte sitzen lassen!

NABU informiert: Nur in Ausnahmefällen Tiere in Obhut nehmen

Junge Kohlmeisen. Foto: R. Michalski

Junge Kohlmeisen. Foto: R. Michalski

Der NABU wird in diesen Tagen wieder mit den ersten Anfragen von Vogelfreunden konfrontiert, die angeblich „verlassene“ Jungvögel gefunden haben. Einige wohlmeinende Zeitgenossen „sammeln die Jungvögel sogar ein“, berichtet Christian Henkes von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Doch diese Tiere seien meist gar nicht verlassen, betont der Naturschützer, vielmehr verlassen sie das Nest, bevor sie richtig fliegen können. Mit leisem Piepsen halten sie Kontakt mit den Elterntieren, die meist schon mit einem Schnabel voller Futter warten. Nur wenn „Gefahr im Verzuge“ sei, etwa an einer viel befahrenen Straße, sollten sie vorsichtig umgesetzt werden, jedoch nicht weit von den Alttieren entfernt, damit diese den Kontakt zu ihren Jungen nicht verlören.

Erst wenn nach mehrstündiger Beobachtung aus einiger Entfernung kein Zweifel mehr besteht, dass ein Jungvogel nicht mehr versorgt wird, sollte er in Obhut genommen werden. Dabei muss man sich im Klaren sein, dass die Handaufzucht sehr aufwändig ist und die Vogeleltern nicht ersetzen kann.

Die beste Hilfe ist immer noch ein naturnaher Garten, in dem Jungvögel Nahrung und Deckung finden.