Do., 14. Dezember 2017
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Von: 17. September 2017 weiterlesen →

Keine „gute landwirtschaftliche Praxis“

NABU Worms-Wonnegau kritisiert die massiven Zwiebelablagerungen in der Eicher Düne

„Entsorgungskosten sparen zu Lasten der Allgemeinheit und Biotopflächen zerstören, das ist besonders rücksichtslos!“, so Matthias Bösl. Der NABU hat die Kreisverwaltung unterrichtet.

„Entsorgungskosten sparen zu Lasten der Allgemeinheit und Biotopflächen zerstören, das ist besonders rücksichtslos!“, so Matthias Bösl. Der NABU hat die Kreisverwaltung unterrichtet.

In den letzten Wochen sind auf mehreren Grundstücken der Eicher Düne erhebliche Mengen an Zwiebeln abgelagert worden, die dort vor sich hin rotten. „Das hat mit guter landwirtschaftlicher Praxis nichts, aber auch rein gar nichts zu tun“, beklagt Matthias Bösl vom NABU Worms-Wonnegau, „es handelt sich bei diesen Mengen um einen klaren Abfallverstoß.

Die Eicher Düne zwischen B 9 und Eich ist ein nach dem Landesnaturschutzgesetz geschützter Biotop. „Diese Binnendünen sind einerseits typisch für die nördliche Oberrheinebene, andererseits inzwischen durch intensive Nutzung oder Zerstörung sehr selten geworden“, weiß Bösl. Im Landkreis Alzey-Worms gibt es genau zwei dieser besonderen geologischen Formen, die Eicher Düne und die Gimbsheimer Düne. Man erkennt sie daran, dass sie sich wenige Meter aus der umgebenden Rheinaue erheben.

Früher mit einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten
Von Natur aus sind die Sande sehr nährstoffarm und beherbergten früher eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten. Heute sind nur noch Reste der ehemaligen natürlichen Artenausstattung vorhanden, könnten aber bei entsprechender Nutzung wieder erscheinen. Massive Nährstoffeinträge wie aktuell die Zwiebelablagerung behindern das Ziel, typische Arten der Kalksande wieder anzusiedeln, da nährstoffreiche Böden von anderen Arten wie Landreitgras schnell besiedelt werden. Solche Störzeiger sind weder aus landwirtschaftlicher noch aus naturschutzfachlicher Sicht erwünscht.

Auch vom Ibersheimer Wörth sind solche illegalen Ablagerungen seit Jahren bekannt. Kommt Hochwasser, werden tonnenweise Zwiebeln in Gräben gespült und faulen dann stinkend Wochen vor sich hin.

Der NABU ist sich sicher, dass da jemand seine überschüssigen Zwiebeln und Zwiebelreste loswerden will, anstatt sie z.B. auf Ackerflächen sinnvoll einzuarbeiten oder sie ordnungsgemäß zu entsorgen. Der Naturschutzverband hat auch einen Verdacht, um wen es sich bei dem Verursacher handelt, denn inmitten der Zwiebeln wurde ein Zettel entdeckt, der auf Containerware aus Übersee hindeutet.

 

Geschrieben in: Aus dem Nibelungenland, VG Eich

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