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Kinderklimaschutzkonferenz: Wissenschaft zum Mitmachen

Projekttag mit Experten, Experimenten und Wärmebildkamera an der Grundschule Obrigheim

Gemeinsam mit den Viertklässlern betrachten die beiden Experten des Institus für angewandtes Stoffstrommanagement das Schulgebäude einer Wärmebildkamera. Foto: Florian Helfert

Gemeinsam mit den Viertklässlern betrachten die beiden Experten des Institus für angewandtes Stoffstrommanagement das Schulgebäude einer Wärmebildkamera. Foto: Florian Helfert

VON FLORIAN HELFERT Neun Jacken. Um die Folgen von einigen Kohlenstoffdioxid-befeuernden Erfindungen wie etwa der Dampflokomotive oder des Flugzeuges zu veranschaulichen, musste ein Kind der einzigen vierten Klasse der Grundschule in Obrigheim neun Jacken in einem Experiment anziehen. Immer quälend wärmer werdend eröffneten sich aus abstrakt wirkenden Themen wie Klimawandel und Klimaschutz plötzlich zahlreiche Fragen zum Projekttag des Institutes für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) für die Viertklässler am Sonnenberg.

Mithin am beliebtesten entpuppte sich ein chemisches Experiment, bei welchem ein wenig Essig mit Backpulver in leeren Getränkeflaschen vermischt wurde, auf deren Flaschenhals sich sodann wie von Zauberhand je ein übergestülpter Luftballon aufzublähen begann. „Wir produzieren künstlich Kohlenstoffdioxid, also CO2,“, verrieten die beiden am Umweltcampus Birkenfeld beheimateten Experten, Isabel Bätzold und Mahmoud Dawabsha, ihr experimentelles Erfolsgrezept im Beisein der Klassenlehrerin Silke Faller.

CO2–Messgerät und Wärmebildkamera
Außerdem erfreuten sich auch das CO2–Messgerät sowie die Wärmebildkamera großer Popularität, wobei das Anfassen der teuren Geräte ausdrücklich erlaubt war. Beide Messgeräte halfen zu verstehen, was beim Lüften passiert. „Wenn wir das Fenster kippen, steigen nur die Heizkosten – erst recht, wenn wir dabei die Heizung laufen lassen“, lernten die Schüler, Fenster besser ganz zu öffnen. In der Regel reichen beim Stoßlüften sogar nur fünf Minuten.

Beim Besuch des seit erst seit Beginn des Jahres amtierenden neuen Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Leiningerland fassten die Kinder ihre Erfahrungen für Frank Rüttger (CDU) zusammen. „Um das Klima zu schützen, können wir zum Beispiel mehr mit dem Fahrrad oder dem Bus fahren“, regte ein Kind an. Oder die Heizung niedriger einstellen. Obendrein wussten sie außerordentlich zu schätzen, dass ihnen „voll lieb“ alles beigebracht worden sei, was sie wissen wollten – so dass ein Schüler „ich würde so einen Tag mit den beiden Experten nochmal machen“ ausrief.

E-Fahrzeug der Verbandsgemeinde
Nachdem der Bürgermeister und sein Klimaschutzmanager Pascal Stocké, ein Absolvent des Umweltcampus, ausreichend unterrichtet worden waren, luden sie dazu ein, auf dem Schulhof ein E-Fahrzeug aus der Autoflotte ihrer Verwaltung in Augenschein zu nehmen. „Die Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen“, lobte Schulleiterin Bettina Löbel abschließend die Idee der Klimaschutzkonferenz, während ihre Viertklässler das E-Fahrzeug eroberten oder mit der Wärmebildkamera einander fotografieren durften.

 Info zur Klimaschutzkonferenz
Das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz fördert insgesamt 50 Projekttage für jeweils eine dritte oder vierte Klasse. Mehr Informationen unter www.kinderklimaschutzkonferenz.de

Geschrieben in Aus dem Nibelungenland am 9. Februar 2018