Sa., 18. November 2017
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Langeweile und Routine sind für sie Fremdwörter

25-jähriges Ordinationsjubiläum von Pfarrerin Ingeborg Beiersdorf / Gottesdienst am 21. Mai um 9.30 Uhr

Ingeborg Beiersdorf

Ingeborg Beiersdorf

„Es gibt überall zu lernen und zu tun – und zwar in dieser Reihenfolge!“- ein Leitspruch, der Ingeborg Beiersdorf in ihren langen Jahren als Pfarrerin stets begleitete, vollkommen zurecht, da sie aus eigener Erfahrung weiß, wie es ist, in einer Gemeinde neu anzufangen. „Eine dauerhafte volle Stelle als Pfarrerin in einer Gemeinde zu haben, ist sehr wichtig und wertvoll“ weiß die sympathische Theologin zu berichten, die sich in der Vergangenheit gemeinsam mit ihrem Mann über 22 Jahre insgesamt drei verschiedene Pfarrstellen teilte und es nun offenkundig genießt, seit Anfang 2014 eine Vollzeitstelle in der Evangelischen Kirchengemeinde Osthofen inne zu haben. Natürlich ist jeder Wechsel auch ein Neuanfang, verbunden mit neuen Menschen, neuen Herausforderungen und neuen Möglichkeiten, und so sieht Ingeborg Beiersdorf ihren pfarramtlichen Werdegang eher als einen Weg, den sie beschreiten musste, um die Person zu werden, die sie heute ist – eine Person, die mit 16 Jahren als jüngste Chorleiterin Hessens einen Männerchor dirigierte, sich in ihrem Studienjahr in Jerusalem intensiv mit dem Judentum auseinandersetzte, 17 Jahre lang im Wormser Süden in Worms-Heppenheim und Offstein herausragende Weihnachtsmusicals leitete, dort die Kindertagesstätten und deren Personal betreute, einen weiteren Schwerpunkt auf Familien-, Literatur- und Krimigottesdienste legte und in diesem Mai nun ihr 25jähriges Ordinationsjubiläum feiert.

Mit einem Auge zurückblickend nach vorne gewandt
Obwohl die Musik eines der wesentlichen Elemente in ihrem Leben ist, schaut Ingeborg Beiersdorf – die neben Theologie auch Gesang studierte – nur mit einem Auge in die musikalische Vergangenheit zurück, denn in ihrer aktuelle Pfarrstelle fand sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Pfarrer Jürgen Udo Arndt neue spannende und interessante Herausforderungen. So schließt sie gerade erfolgreich die Ausbildung zur systemischen Beraterin ab und setzt in der Gemeinde selbst ihre Schwerpunkte in die Arbeit mit Senioren, die Arbeit mit Frauen, die Erwachsenenbildung und Ökumene, wobei der Einsatz in den vier Altenheimen ihr besonders am Herzen liegt, weil sie dort hunderte von Gemeindegliedern vorfindet, die nicht mehr aktiv an Veranstaltungen der Gemeinde oder an Gottesdiensten teilnehmen können, aber immer noch sehr daran interessiert sind. Besonders nützlich findet sie an dieser Stelle, dass die Kirchengemeinde jetzt über einen eigenen Kleinbus verfügt, mit dem regelmäßig den Senioren kostenlose Hol- und Bringdienste angeboten werden, damit auch sie wieder aktiv am Gemeindeleben teilhaben können.

Ehrenamt suchen und fördern
„Mein großer Wunsch ist es, dass ich in Osthofen die Seniorenarbeit ähnlich intensiv gestalten kann wie Pfarrer Arndt die Jugendarbeit“ blickt Pfarrerin Beiersdorf perspektivisch in die Zukunft. Leider ist es hier wesentlich schwieriger, für die Arbeit mit Senioren ehrenamtliche Helfer zu finden als für die Jugendarbeit, weiß die Theologin, aber auch hier sieht sie eher eine Herausforderung als eine Hürde und zeigt auch sehr offen ihre Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Im ersten Schritt wird sie sich in diesem Jahr in ihrer Studienzeit intensiv mit dem Thema „Auf den Weg zur demenzorientierten Kirchengemeinde“ beschäftigen und darauf hin arbeiten, dass neue Impulse, Ideen und Netzwerke entstehen, die sie in ihre Arbeit einfließen lassen kann.

Einladung zum Gottesdienst
Der Gottesdienst zum Ordinationsjubiläum findet am Sonntag, dem 21. Mai, von 9.30 bis 11 Uhr in der Osthofener Bergkirche mit Dekan Harald Storch und Präses Ebert statt.

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