Mo., 11. Dezember 2017
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Von: 15. November 2015 weiterlesen →

Leuchtendes Zeichen für eine gerechte und bessere Welt

Solidarität auch bei Eine Million Sterne-Aktion des Caritasverbandes in Worms bekundet

Jugendliche setzen auf Begegnung, denn Solidarität braucht Herz, Kopf und Hand. Foto: Julia Gaschik

Jugendliche setzen auf Begegnung, denn Solidarität braucht Herz, Kopf und Hand. Foto: Julia Gaschik

Bei der Aktion „Eine Million Sterne“ setzten die Caritasverbände Worms und Gießen gemeinsam mit dem Caritasverband für die Diözese Mainz, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), den Dekanaten und Pfarrgemeinden ein Zeichen der Solidarität – hier und weltweit. Neben der Landflucht in Bolivien, die auf die weltweite Dimension aufmerksam machte, standen die Ehrenamtlichen, die sich auf vielfältige Art und Weise hier bei uns für Flüchtlinge einsetzen, im Vordergrund. „Dieses ehrenamtliche Engagement bereitet den Boden für eine gelingende Integration, wenn es uns gelingt die Willkommensstrukturen in den Institutionen umzusetzen und den gesellschaftlichen Ausgleich zu finden“, sagte Diözesancaritasdirektor Thomas Domnick. „Es darf nicht zu Lasten der anderen gesellschaftlich Benachteiligten gehen“, fügte Caritasdirektor Georg Diederich in Worms hinzu.

Menschen mit Gesichtern und Geschichten

Durch  „Mein Shirt für Dich“, die Aktion von youngcaritas und BDKJ, kamen BDKJ-Jugendliche und junge Flüchtlinge miteinander ins Gespräch, schenkten oder tauschten ihnen wichtige Shirts miteinander. „Als junge Christinnen und Christen bleiben für uns Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden eine Selbstverständlichkeit“, erklärte der Diözesanvorsitzende des BDKJ Eric Niekisch. „Dies „trägt dazu bei, dass aus Flüchtlingen Menschen mit Gesichtern und Geschichten werden und so eine persönliche Beziehung aufgebaut werden kann. Auch mit unserer Jahreskampagne ‚mehr als flüchtig‘ setzen wir uns für eine Willkommenskultur ein.“

Caritasmitarbeiter informierten über die anhaltende Abwanderung der Bevölkerung aus dem ländlichen Raum und über den schweren Start in El Alto, der etwa 850.000 Einwohner zählenden Trabantenstadt der Hauptstadt La Paz in Bolivien. Sie wächst bis heute ungebremst. Für viele Zugezogene endet die Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben in Elendsquartieren ohne Strom, fließendes Wasser, ohne medizinische Versorgung und Schulen. Die Caritas Bolivien hat mit Hilfe von Caritas international ein Netzwerk der Hilfe aufgebaut, das vor allem Straßenkinder, gefährdete Jugendliche und junge Frauen auffängt. Im Juni 2015 hatten die Caritasmitarbeiter die Arbeit bei einem Besuch kennengelernt.

„Mein Shirt für Dich”

Am frühen Freitagabend brachte eine Firmgruppe der Pfarrei Herrnsheim den Wormser Marktplatz mit über tausend Kerzen zum Leuchten. Ihr Symbol der Solidarität zeigte ein T-Shirt, das geteilt wird. So verbanden sie die Geschichte des hl. Martin, der hier in Worms zur Umkehr zu Gott und zur Nächstenliebe fand, mit der Aktion „Mein Shirt für dich”. Zu einem Fest der Begegnung und Teilens hatten Caritasverband Worms, BDKJ und youngcaritas hier eingeladen. Eingerahmt wurde es von einem Kreis bunter Stände, verbunden durch Wäscheleinen mit den getauschten T-Shirts. Martha Jeschonnek von youngcaritas brachte es auf den Punkt: „Die T-Shirts machen begreifbar, dass wir alle miteinander verbunden sind.” Die kurzen Erklärungen an den Shirts erzählen von Gefühlen und Erlebnissen, die allen Menschen gemeinsam sind: Das Glück eines Heiratsantrags, die Liebe zu den Kindern, die in einer in der Schwangerschaft getragenen Bluse steckt, der Stolz auf einen ehrenamtlichen Einsatz, den eines der Hemden mitmachte.

Miteinander statt übereinander reden

Nachdenklich und gleichzeitig fröhlich waren diese frühen Abendstunden: „Hier beginnen Menschen nicht übereinander, sondern miteinander zu reden”, sagte Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz in seinem Grußwort. In einer von Dr. Uwe Beck moderierten Talkrunde betonten Bentz, Jens Guth (MdL) und Diözesancaritasdirektor Domnick, man dürfe auch die schon lange bestehenden sozialen Herausforderungen in Worms nicht aus dem Blick verlieren. Alle Teilnehmer der Runde, zu denen u.a. auch Angelika Wahl vom Helfer-und Unterstützerkreis für Flüchtlinge und Abdurahman Mohammed aus Eritrea gehörten, berichteten von bewegenden Erlebnissen und Initiativen: Etwa von den Nachbarn einer Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Bistum Mainz, die den Jungen gemeinsam Fußballschuhe spendierten.

Die Percussionband Kamohelo begleitete das Fest unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Kissel musikalisch. Verstärkung holte sie sich dazu von den Teilnehmern des Workshops „Integration durch Musik”, der am Wochenende zuvor Flüchtlinge und Bewohner des als sozialer Brennpunkt geltenden Wormser Nordends zusammengebracht hatte. Die Caritasverbände, Einrichtungen und Pfarrgemeinden setzen damit ein leuchtendes Zeichen für eine gerechte und bessere Welt.

Geschrieben in: Worms und Ortsteile

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