Fr., 19. Januar 2018
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Mäzen macht es möglich

Durch eine Spende in Höhe von 1,5 Millionen Euro können die beiden Kreuzgangflügel am Museum bis zur Lutherausstellung gebaut werden

Symbolischer Spatenstich im Innenhof des Andreasstiftes. Von links: Hans-Joachim Kosubek, Dr. Josef Mattes und Jürgen Hamm. Foto: Gernot Kirch

Symbolischer Spatenstich im Innenhof des Andreasstiftes. Von links: Hans-Joachim Kosubek, Dr. Josef Mattes und Jürgen Hamm. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Das Ziel war ehrgeizig, die Realisierung hing allerdings am seidenen Faden. Gemeint ist die große Lutherausstellung im Jahr 2021, genau jenem Jahr, in dem sich das Auftreten des Reformators Martin Luther vor dem Wormser Reichstag zum 500. Mal jährt. Im Wormser Museum Andreasstift soll hierzu eine hochkarätige Ausstellung gezeigt werden. Der bauliche Zustand des Andreasstiftes ließ dieses Vorhaben in dem beabsichtigt großen Rahmen aber nicht zu. Und da weder Stadt noch Land die notwendigen Finanzmittel hätten aufbringen können, wäre bestenfalls eine Wormser-Mini-Ausstellung möglich gewesen. Nun aber sprang ein Mäzen ein, der die notwendigen 1,5 Millionen Euro für die entsprechende Umgestaltung des Erdgeschosses des Museums spendete. Der Schwerpunkt ist hier der Neubau zweier Kreuzgänge. Gegenüber der Öffentlichkeit möchte der Sponsor nicht genannt werden.

Spatenstich am Mittwoch

Voller Freude und Tatendrang machten sich am Mittwoch Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, Architekt Jürgen Hamm und Dr. Josef Mattes vom Altertumsverein ans Werk und führten den symbolischen, ersten Spatenstich für die beiden Kreuzgangflügel durch. Architekt Jürgen Hamm erläuterte gegenüber der Presse, dass die Realisierung jetzt zügig angepackt werden müsse, denn die Zeit bis 2021 dränge. Nachdem es zu Verzögerungen durch Ausgrabungen der Landes-Archäologie auf dem Baugelände im Innenhof des Andreasstiftes kam, soll nun alles auf Hochtouren laufen.
Im Details werden bis 2021 die beiden bisher nicht mehr vorhandenen Kreuzgänge im Andreasstift neu gebaut. Diese sollen sich architektonisch sowie von Stil und Baumaterial her an die beiden noch vorhandenen Kreuzgänge anpassen. Bezüglich der richtigen Materialen und Ausgestaltung befinde man sich bereits in der Testphase. Die beiden neuen Kreuzgänge werden mit Hilfe einer Verglasung ganzjährig für Ausstellungen nutzbar sein. Insgesamt werden die beiden Kreuzgänge eine Fläche von rund 300 Quadratmetern besitzen. Rechnet man die übrige Grundfläche des Erdgeschosses des Museums Andreasstift hinzu, kommt man für die Luther-Ausstellung auf eine Grundfläche von rund 1.200 Quadratmetern.
Der Bauherr für die beiden Kreuzgänge ist der Wormser Altertumsverein.

Luther-Ausstellung im Jahr 2021

Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek erläuterte bezüglich der Luther-Ausstellung, die im April 2021 eröffnet werden soll, dass diese gehaltvoll und wertig sein soll. Ein wissenschaftlicher Beirat würde sich bereits darüber austauschen, welche inhaltlichen Schwerpunkte die Ausstellung haben soll und welche Exponate präsentiert werden. Der Beirat besteht aus 17 Personen, neben fünf Wormser Bürgern sind dies Experten aus Deutschland und Europa.
Überwiegend werde es sich bei den Exponaten um Leihgaben handeln. Insgesamt soll die Luther-Ausstellung für ein halbes Jahr im Andreasstift zu sehen sein.
Hans-Joachim Kosubek hob die Bedeutung des Widerspruchs von Martin Luther für die Weltgeschichte hervor. Die Gewissensfreiheit, auf die wir uns heute beriefen, habe ihre Grundlage in der Aussage von Martin Luther vor dem Reichstag. Vom Wormser Reichstag lasse sich eine lange Kette hinsichtlich des Freiheitsbegriffes bis zur heutigen Zeit bilden, dazu gehöre etwa auch die Französische Revolution.

Weitergehende Museumssanierung

Zur weiteren Sanierung des Wormser Museums Andreasstiftes wollte sich am Mittwoch im Details keiner äußern, da sich hier vieles in der Schwebe befinde. Von den Vorstellungen eines ganz groß angelegten Museumsumbaus in einer Größenordnung von 20 Millionen Euro hat sich die Stadt ohnehin schon lange verabschiedet. Aber auch zukünftig wird eine Sanierung des Andreasstiftes nur mit Landesmitteln möglich sein. Hier hofft die Stadt auf baldige, positive Nachrichten aus Mainz, sodass es nach der Luther-Ausstellung mit der Sanierung im Rest-Museum losgehen kann. Aber in trockenen Tüchern ist hier wohl noch nichts.

Wo bis vor kurzer Zeit noch die Ausgrabungen der Archäologie stattfanden, sollen im Innenhof des Andreasstiftes bis zum Jahr 2021 zwei Kreuzgänge neu entstehen. Foto: Gernot Kirch

Wo bis vor kurzer Zeit noch die Ausgrabungen der Archäologie stattfanden, sollen im Innenhof des Andreasstiftes bis zum Jahr 2021 zwei Kreuzgänge neu entstehen. Foto: Gernot Kirch

Geschrieben in: Worms und Ortsteile