Mo., 23. Oktober 2017
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Von: 7. Oktober 2017 weiterlesen →

Massiver Eingriff in das Landschaftsbild

NABU und BUND zur Planung von Gewerbegebieten in der VG Wonnegau

Das Bild, aufgenommen vom "NABU", zeigt die Landschaft zwischen Osthofen und Mettenheim, die landschaftlich reizvolle Rheinterrasse. Auf den Ackerflächen davor ist ein Gewerbegebiet geplant.

Das Bild, aufgenommen vom „NABU“, zeigt die Landschaft zwischen Osthofen und Mettenheim, die landschaftlich reizvolle Rheinterrasse. Auf den Ackerflächen davor ist ein Gewerbegebiet geplant.

Die Planung ist zurzeit in Arbeit: Für das Gebiet der VG Wonnegau wird ein neuer Flächennutzungsplan erstellt. In diesem werden auch zahlreiche Gewerbegebiete vorgeplant. Drei große Gewerbeflächen von zusammen knapp 65 ha rücken die Naturschutzverbände NABU und BUND in den Fokus. Sie sind entsetzt über die Wahl der Standorte. An der Landstraße zwischen Westhofen und Osthofen ist in der freien Landschaft ein 35 Hektar großes Gebiet geplant, in Bechtheim am Kreisel an der L 439 eines mit 12,4 Hektar und ein weiteres in Osthofen an der B 9 mit 17,5 Hektar.

,,Es geht uns bei dieser Kritik nicht vordergründig um den enormen Flächenverbrauch, der allein bei diesen drei Gebieten rund 80 Fußballfeldern entspricht“, so Daniel Steffen vom BUND, ,,vielmehr wollen wir auf den massiven Eingriff in das Landschaftsbild aufmerksam machen“.

Gerade im Bereich der Rheinterrassen bei Bechtheim an der Landstraße zwischen Osthofen und Mettenheim ist die Landschaft mit den herrlichen Weinbergen unverbraucht und von hoher Wertigkeit im Tourismus. Im Bereich des Kreisels ein Gewerbegebiet vorzusehen sei unfassbar, weil es gegen Regionalpläne verstoße, so die Verbände. Dabei wolle Bechtheim westlich der Ortslage bereits zusätzlich ein Gebiet von 6,6 Hektar, auch das sei für die attraktive Weinbaugemeinde viel zu groß und am tatsächlichen Bedarf vorbeigeplant.

Hinsichtlich des Gewerbegebietes zwischen Westhofen und Osthofen ist neben dem Landschaftsbild als weiterer Aspekt vor allem der dann in der Friedrich-Ebert-Straße in Osthofen zunehmende Verkehr zu nennen. Der kürzeste Weg zur B 9 für z.B. Lieferwagen oder Handwerker führt eben durch Osthofen und ist z.B. mit Durchfahrtverboten nicht zu unterbinden. Seit Jahrzehnten ist die Verkehrsbelastung in Osthofen zu hoch und ein wichtiges Thema. Die Verbände stellen sich die Frage, wie verantwortungsbewusste Osthofener Politiker im Verbandsgemeinderat für dieses Gewerbegebiet stimmen können, denn sie nehmen damit noch mehr Verkehr in Osthofen in Kauf.

Die Verbände wundern sich vor allem über den kaum wahrnehmbaren Protest in der Osthofener Bevölkerung. Dort ist die Verkehrsbelastung eigentlich Dauerthema. Wenn das Gewerbegebiet erst einmal in den Flächennutzungsplan aufgenommen werde, sei der Weg zum Bebauungsplan nicht mehr weit. Die Naturschutzverbände erinnern in dem Zusammenhang an die Bürgerinitiative, die vor genau 20 Jahren bereits gegen das Gewerbegebiet an dieser Stelle protestiert hatte.

,,Die Tageszeitung spricht hinsichtlich der Gewerbegebiete von „Visionen“ und kritisiert die „Zweifler“. „Diese eindimensionale Sicht entspricht nicht unserer Denkweise“, so Matthias Bösl vom NABU abschließend, „wir machen uns ernsthafte Sorgen um das Landschaftsbild“. NABU und BUND betonen abschließend, dass sie für die Wahl anderer Standorte gesprächsbereit sind.

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