Fr., 19. Januar 2018
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Nah dran, aber wieder keine Punkte

Die Mannheimer Kufencracks unterliegen Red Bull München am Dienstag mit 1:4 Toren

Youngster Phil Hungerecker ist zurzeit der stärkste und effektivste Mannheimer Stürmer. Er erzielte in München den einzigen Treffer der Adler. Foto: Gernot Kirch

Youngster Phil Hungerecker ist zurzeit der stärkste und effektivste Mannheimer Stürmer. Er erzielte in München den einzigen Treffer der Adler. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Wieder haben die Mannheimer Adler gut gespielt. Wieder waren sie über weite Strecken ein ebenbürtiger Gegner und nah dran am Sieg oder wenigstens einem Punkt. Aber letztendlich haben sie am Dienstagabend erneut verloren und die drei Punkte bleiben beim Top-Team in München. Am Ende der Partie vor rund 10.000 Zuschauer in der Münchner Olympiahalle hieß es 4:1 (2:1/0:0/2:0) für die heimischen Roten Bullen. Für die Mannheimer Adler war es die neunte Auswärtsniederlage in Folge, dies ist ein neuer, negativer Vereinsrekord. In der Tabelle bleiben die Raubvögel vorerst auf Rang 10.

Blickt man nur auf das Ergebnis, schaut es klar und deutlich aus. Aber so war der Spielverlauf nicht. Bis zur 50. Minute führte Red Bull nur mit 2:1 Toren und Mannheim war drauf und dran den Ausgleich zu markieren. Die Adler dominierten die Partie. Dann aber traf der Münchner Mads Christensen aus dem Nichts zum 3:1 für die Oberbayern. Dieser Treffer war der Knackpunkt in der Partie, denn Mannheim geriet aus dem Tritt und fiel als Team auseinander. Das Tor zum 4:1 Endstand ins leere Mannheimer Gehäuse war nur mehr Ergebniskosmetik.

Die Adler waren den Münchner läuferisch und vom Kampf her lang ebenbürtig, zumal die Red Bulls nicht ihre stärkste Partie absolvierten. Aber insgesamt agierten die Roten Bullen mit der klügeren Spielanlage und Raumaufteilung. Es hatte den Eindruck, dass die Oberbayern reifer und cleverer agierten, genau dann die Tore machten, wenn sie sie brauchten. Die Adler hingegen schaffen es nicht ihre Chancen zu nutzen und über 60 Minuten ein konstant hohes Leistungsniveau abzurufen.
Bezeichnend für die Badener auch, dass der stärkste Mannheimer Angreifer der Nachwuchs-Spieler Phil Hungerecker war, der auch das einzige Adler-Tor markierte.

Zu erwähnen noch, das Mannheim mit sechs Verteidiger und 13 Stürmern spielte. Aufgrund dieser Variante rutschte Stürmer Christoph Ullmann als 13. Angreifer wieder in den Kader. Im Adler-Tor stand wieder Ched Pickard und nicht Dennis Endras.

Ein Überraschung gab es auch in der Aufstellung der München, denn im Tor stand keiner der beiden Top-Torhüter, sondern Nachwuchsgoalie Kevin Reich, der normal beim Kooperationspartner SC Riessersee im Tor steht.

Zur Chronologie

1. Drittel

Es waren gerade einmal 83 Sekunden gespielt, das zappelte der Puck auch schon im Münchner Tor. Der Shooting-Star im Mannheimer Team, Phil Hungerecker markierte das 1:0 für die Badener. Aber bereits eine Minute später konnte Yannic Seidenberg zum 1:1 ausgleichen. In der 8. Minute das 2:1 für München durch Brooks Macek. Red Bull dann ab der 9. Minute in Unterzahl. Die Roten Bullen konnten dies aber nicht nutzen. Insgesamt München aber jetzt das dominierende Team. Die Adler ab der 14. Minute erneut in Unterzahl, aber wieder können die Oberbayern dies nicht nutzen. Dann die Adler im Powerplay, aber auch sie schießen kein Tor und so bleibt es beim 2:1 für Red Bull zur Pause. Fazit: Ein tolles Eishockeyspiel mit einer knappen, aber verdienten Münchner Führung.

2. Drittel

Der zweite Abschnitt mit guten Chancen auf beiden Seiten, aber die Teams ohne Fortune. Insgesamt die Partie zerfahrener und ohne die Intensität des ersten Abschnitts. Gegen Ende des Drittels wurde Mannheim immer stärker und dominierte gar die Partie. Matthias Plachta hatte drei Minuten vor dem Pausenpfiff den Ausgleich auf dem Schläger, aber er scheiterte knapp. Fazit: Ein ausgeglichenes Drittel mit leichten Vorteilen für die Adler.

3. Drittel

Nach zwei Minuten hatte Phil Hungerecker die große Gelegenheit, aber Münchens Torsteher Kevin Reich mit glänzender Reaktion. Und die Adler auch in der Folge das bessere Team. Der Ausgleich lag in der Luft. Immer wieder stand jetzt der Münchner Goalie Kevin Reich im Zentrum des Geschehens. Dann in der 48. Minute eine turbulente Szene vor dem Mannheim Gehäuse als sechs, sieben Spieler fast im Tor lagen, die Red Bulls es aber nicht schafften, den Puck über die Torlinie zu bugsieren. Noch in der gleichen Minute wanderten zwei Adler hintereinander auf die Strafbank, sodass anderthalb Minuten lang fünf Münchner gegen drei Mannheimer Feldspielern agieren konnten. Aber die Raubvögel überstanden diese kritische Phase und schöpften Mut. Dann aber in der 51. Minute wie aus dem Nichts das 3:1 für die Roten Bullen durch Mads Christensen. Der Treffer gab den Münchnern wieder Auftrieb und Mannheim hatte einen Knacks bekommen. Dann waren noch vier Minuten zu spielen und den Adlern rannte die Zeit davon. Zweieinhalb Minuten vor Ende der Partie musste ein Münchner auf die Strafbank. Jetzt setzte Mannheim alles auf eine Karte und Adler-Coach Bill Stewart nahm auch noch seinen Torhüter heraus, sodass sechs Mannheimer Feldspieler gegen vier Rote Bullen auf dem Eis standen. Aber wie so oft in solchen Situation ging der Schuss nach hinten los und der Münchner Brooks Macek schoss zum 4:1 ein. Fazit: Die Adler gleichwertig, München aber cleverer.

 

Aufstellungen:

Mannheim: Pickard (Endras) – Stuart, Reul, Johnson, Larkin, Akdag, Carle – Plachta, Desjardins, Setoguchi, Festerling, Adam, Wolf, Hungerecker, M. Goc, Kolarik, Raedeke, Sparre, Kink, Ullmann

München: Reich (Aus den Birken) – Seidenberg, Abeltshauser, Boyle, Aulie, Joslin, Lauridsen, Button – Wolf, Hager, Matsumoto, Mauer, Kahun, Christensen, Macek, Aucoin, Jaffray, Mayenschein, Eder, Flaake

Zuschauer: 10.000 (ausverkauft)

Strafminuten: Mannheim 12 Min – München 8 Min

Torschüsse: Mannheim 31 – München 39

Tore: 0:1 (01:23) Hungerecker (Goc/Kolarik); 1:1 (02:56) Seidenberg (Chrsitensen); 2:1 (07:41) Macek (Aucoin); 3:1 (50:33) Christensen (Mauer) – EQ; 4:1 (58:59) Macek;

Geschrieben in: Eishockey, Sport

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