Mi., 24. Mai 2017
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Plachta hämmert Adler mit vier Toren zum Sieg

Die Mannheimer schlagen im ersten Play-Off-Spiel die Eisbären mit 4:3 Toren / 3,5 Sekunden vor dem Abpfiff gelingt der vorentscheidende Treffer

Es war ein hart umkämpftes Match zwischen den Adlern (blaues Trikot) und den Eisbären. Foto: Gernot Kirch

Es war ein hart umkämpftes Match zwischen den Adlern (blaues Trikot) und den Eisbären. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Wow! Was für ein Match! Selbst für alte Eishockey-Hasen war dies der absolute Wahnsinn, was sich am Dienstagabend im ersten Match der Play-Off-Viertelfinalserie in der SAP-Arena tat. Da führten die Eisbären bis 3,5 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit mit 3:2 Toren, dann schoss Adler-Stürmer Matthias Plachta zum 3:3 Ausgleich ein. Somit ging es in die Verlängerung. Und da war es wieder dieser Teufelskerl Plachta, der nach nur 20 Sekunden in der Overtime einhämmerte und es stand 4:3 für Mannheim und die Adler hatten das erste Play-Off-Spiel gewonnen. Der Jubel war bei Spielern und Fans grenzenlos.

Die Zuschauer durchlebten die gesamte Partie über eine Achterbahn der Gefühle und gleichzeitig der Spielweise der Adler. Den ersten Abschnitt haben die Mannheimer komplett verschlafen und lagen verdient mit 0:1 zurück. Im zweiten Drittel die Nordbadener deutlich überlegen und die 2:1 Führung für die Raubvögel war verdient. Im letzten Abschnitt brach eine doppelte Hinausstellung gegen zwei Mannheimer den Adlern das Genick. Berlin schoss hier in der 44. Minute den Ausgleich und marschierte fortan. Die Adler jetzt wieder vollkommen von der Rolle und die Berliner 3:2 Führung war die logische Konsequenz. Bei den Adlern lief nichts mehr zusammen. Dass Matthias Plachta 3,5 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den 3:3 Ausgleich erzielte, hatte wohl niemand mehr erwartete. Und war dieses Tor schon der Wahnsinn, setzte sich dieser in der Verlängerung fort als Matthias Plachta erneut traf. Damit hat Plachta alle vier Mannheimer Tore geschossen.

Der Sieg der Mannheimer darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Adler keine überzeugende Leistung ablieferten und der Sieg sehr glücklich war. Die Cracks aus der Quadratestadt müssen sich gewaltig steigern und besonders ihre Nervosität ablegen, wollen sie die Serie gegen Berlin gewinnen. Auch müssen die Adler unbedingt von Strafbank wegbleiben. Am Dienstag nahmen die Blau-Weiß-Roten eindeutig zu oft auf dem Sünderbänkchen Platz.

Die nächste Partie findet am Freitagabend in Berlin statt, ehe die Serie am Sonntag nach Mannheim zurückkommt. Ins Halbfinale kommt die Mannschaft, die zuerst vier Spiele gewonnen hat.

Zur Chronologie

1. Drittel
Die kalte Dusche für die Adler bereits nach einer Minute und sechs Sekunden, denn der Berliner Jamie MacQueen markierte das 1:0 für die Eisbären. In der Folge die Adler geschockt und die Eisbären dominierten das Geschehen auf dem Eis. In der 7. Minute dann bereits die zweite Strafe gegen die Adler, diesmal musste Matthias Plachta hinaus. Mit viel Glück überstanden die Mannheimer das Berliner Powerplay ohne Gegentor. Die Cracks aus der Quadratstadt ließen bis zur 10. Minute alles vermissen, was sie im bisherigen Saisonverlauf auszeichnete. Besonders die Abwehr war sehr wackelig. Dann durften die Nordbadener in Überzahl ran und erzielten sofort einen Lattentreffer. Mehr sprang leider nicht dabei heraus. In der 39. Minute dann ein Lattentreffer des Berliners Daren Olver. Bei noch 25 Sekunden Spielzeit im ersten Abschnitt durften die Adler gar mit 5:3 Feldspieler agieren, aber es gelang kein Tor. Fazit: Die Adler konfus und vollkommen von der Rolle, die Eisbären verdammt stark und torgefährlich. Dass es nur 1:0 für Berlin stand, ist als sehr glücklich für Mannheim zu bezeichnen

2. Drittel
Ab dem zweiten Abschnitt spielten die Adler dann wirkliches Eishockey. Jetzt wurde gekämpft und gerackert. Die Berliner hielten zunächst noch vehement dagegen, aber in der 25. Minute traf Matthias Plachta zum 1:1 Ausgleich. Und Mannheim machte jetzt ordentlich Dampf. In der 37. Minute war es soweit und Matthias Plachta traf erneut, der Spielstand jetzt 2:1 für Mannheim. Dies war auch der Stand nach 40 Minuten. Fazit: Die Mannheimer waren endlich in den Play-Offs angekommen und kämpften die Berliner nieder. Die 2:1 Führung für die Nordbadener war verdient.

3. Drittel
Die Adler jetzt eindeutig im Vorwärtsgang. In der 43. Minute allerdings eine Strafe gegen den Mannheimer Brent Raedeke. In der 44. Minute musste auch noch Adler-Kapitän Marcus Kink hinaus, sodass fünf Berliner gegen drei Mannheimer spielten. Die Eisbären nutzten dies zum 2:2 Ausgleich durch Spencer Machacek. Der Treffer gab den Hauptstädtern wieder Auftrieb und sie machten gewaltig Druck. Die Adler-Abwehr jetzt wieder wackelig und die Konfusion des ersten Drittels war zurück. Dann aber hatte Christoph Ullmann in der 50. Minute die Führung auf dem Schläger, aber er vergab. Schließlich ging es in die letzten zehn Minuten. In der 51. Minute passierte, was passieren musste, Eisbären-Stürmer Julian Talbot verwandelte zur 3:2 Führung. Nur zwei Minuten später fuhr Adler-Stürmer Matthias Plachta alleine auf den Eisbären-Goalie zu, doch scheitert der Mannheimer. Und so langsam rannte den Raubvögeln die Zeit davon. Jetzt waren noch fünf Minuten zu spielen. Ryan MacMurchy mit der Chance zu Ausgleich, aber er ballerte daneben. Dann die letzten beiden Spielminuten. Schließlich noch eine Minute und der Adler-Goalie verließ zugunsten eines sechsten Feldspielers das Eis. Und wirklich, 3,5 Sekunden vor Spielende traf Matthias Plachta zum 3:3 Ausgleich.

Verlängerung
Die Overtime hatte kaum begonnen, da bekommt Matthias Plachta nach 20 Sekunden den Puck und dieser hämmerte zum 4:3 ein. Wobei der Schuss wohl noch von einem Berliner Verteidiger leicht abgefälscht war.

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Aufstellung:

Mannheim: Endras (Ziffzer) – Colaiacovo, Johnson, Larkin, Akdag, Richmond, Reul, Goc – Plachta, Adam, Kolarik, Raedeke, Ullmann, MacMurchy, Wolf, Festerling, Tardif, Arendt, Joudrey, Kink

Berlin: Vehanen (Cüpper) – Müller, Gervais, Baxmann, Dupont, Hördler, Wissmann – Busch, Aubry, Fischbuch, Linglet, Olver, Petersen, MacQueen, Talbot, Machacek, Rankel, Noebels, L. Braun
Strafen: Mannheim 18 Min – Berlin 12 Min

Torschüsse: Mannheim 41 – Berlin 25
Schiedsrichter: Bauer / Schukies

Zuschauer: 11.000

Tore: 0:1 (01:06) MacQueen – EQ; 1:1 (24:17) Plachta (Richmond/Wolf) – PP1; 2:1 (36:46) Plachta (Adam/Kolarik) – EQ; 2:2 (43:50) Linglet (Noebels/Gervais) – PP2; 2:3 (50:48) Talbot (MacQueen) – EQ; 3:3 (59:56) Plachta (Colaiacovo/Wolf) – EQ; 4:3 (60:20) Plachta (Adam/Kolarik) _ EQ;

Geschrieben in: Eishockey, Sport

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