Mi., 18. Oktober 2017
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Von: 15. März 2017 weiterlesen →

Straftaten gehen um 11 Prozent zurück

Die Kriminalstatistik der Polizeidirektion Worms weist deutlich weniger Delikat aus / Unterschied zwischen gefühlter und realer Bedrohung

Polizisten stehen häufig im Rampenlicht und gewährleisten die sichere Durchführung von Veranstaltungen. Leider beobachten die Verantwortlichen dabei eine Zunahme von Gewalt gegen Beamte. Archivfoto: Gernot Kirch

Polizisten stehen häufig im Rampenlicht und gewährleisten die sichere Durchführung von Veranstaltungen. Leider beobachten die Verantwortlichen dabei eine Zunahme von Gewalt gegen Beamte. Archivfoto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Die Polizeidirektion (PD) Worms präsentierte am Mittwoch die Kriminalstatistik für das Jahr 2016. Die geografische Ausdehnung der Polizeidirektion (PD) Worms umfasst dabei die Stadt Worms, das Gebiet um Kirchheimbolanden sowie den Landkreis Alzey-Worms. Insgesamt leben in diesem Raum rund 250.000 Menschen.

Der Leiter der Polizeidirektion, Kriminaldirektor Gerald Gouasé, wies in seinen Einleitungsworten daraufhin, dass die Zahlen der Kriminalstatistik natürlich nur jene Verbrechen beinhalten, die auch angezeigt werden. Über die Dunkelziffer, also Straftaten, die nicht gemeldet werden, gebe sie keine Auskunft. Auch bestehe oft ein Unterschied zwischen dem subjektiven Sicherheitsempfinden eines jeden Bürgers und den realen Zahlen bzw. der objektiven Lagebewertung der Polizei.

Rückgang um 11 Prozent

Die erfreuliche Nachricht nannte der stellvertretende Leiter der PD Worms, Kriminaldirektor Werner Schamberger, gleich zu Beginn der Präsentation: „Die Fallzahlen sind im Jahr 2016 gegenüber 2015 um 11 Prozent zurückgegangen. Während es im Jahr 2015 noch insgesamt 16.779 Delikte waren, zählte die PD Worms in 2016 nur mehr 14.932 Fälle.“
Den Hauptgrund für das Absinken sieht Werner Schamberger in einem entscheidenden Minus bei den Vermögens- , Betrugs- und Fälschungsdelikten. So war im Raum Worms und Alzey in den Jahren 2013, 2014 und 2015 noch eine spezielle Arbeitsgruppe mit der Bezeichnung „AG Werbung“ im Einsatz, die sich gezielt mit den Betrugsfällen beschäftigten, bei denen Kunden mit angeblichen Rechnungen und Geschäftsbeziehungen hinters Licht geführt wurden. Da diese Fälle weitgehend aufgeklärt wurden, war die Arbeitsgruppe nicht mehr notwendig und die Delikte in diesem Bereich fielen nahezu weg.

Mord und Todschlag

Die schweren Rohheitsdelikte mit Gefahr für Leib und Leben sind in 2016 gegenüber 2015 mit sieben Fällen gleich geblieben. Es gab zwei Mordversuche und zwei Todschlagsdelkite, bei denen insgesamt zwei Menschen ums Leben kamen.

Wohnungseinbrüche

Eines der Themen das den Menschen am meisten unter den Nägeln brennt, war in letzten Jahren die stetige Zunahme der Wohnungseinbrüche. Hier gibt es eine erfreuliche Tendenz, denn von 470 Einbrüchen in 2015 ging die Zahl auf 430 in 2016 zurück. Wobei hier ein zweigeteiltes Bild vorliegt, denn während die Zahl in Worms und Alzey um fast 20 Prozent zurückging, steigert sie sich in Kirchheimbolanden um über 20 Prozent. Ähnlich sieht das Lagebild bei den Tageswohnungseinbrüchen aus. Auf die Frage nach den Tätergruppen, ob es sich bei den Einbrechern nur um „reisende“ Banden aus Südosteuropa handele, antwortete Werner Schamberger, dass man sich bei „nur“ rund 18 Prozent aufgeklärter Fälle im Bereich der Spekulation bewege. Aber er habe seine Zweifel, dass es ich dabei nur um ausländische Gruppierungen handele.

Der Leiter der Wormser Polizeiinspektion, Polizeirat Frank Heinen, fügte an, wie wichtig im Deliktfeld Einbruch die Prävention ist. So würden immerhin schon 40 Prozent der Einbruchsversuche scheitern und nur 60 Prozent hätten Erfolg. Hier können jeder selbst viel tun, um sein Haus der seine Wohnung sicherer zu machen. Auch biete die Polizei eine entsprechende Beratung an. Mehr Infos unter: www. kriminalpraevention.rpl.de oder www.polizei.rlp.de

Gewalt gegen Polizisten

Ein Thema, das bundesweit diskutiert wird und auch Worms betrifft, ist die Gewalt gegen Beamte. Frank Heinen führte hier aus, dass zwar der direkte Widerstand gegen Polizisten in der PD Worms um 25 Prozent auf 34 Fälle zurückgegangen sei, doch handele es sich um ein sehr schwer zu fassendes Thema. So würde die Statistik nur den konkreten Widerstand gegen einen Polizisten enthalten, häufig sei es aber schon Realität, dass Beamte mit dem Eintreffen an einem Ort angegriffen, angepöbelt, beleidigt und angespuckt würden. Dies sei aber eben kein „klassischer“ Widerstand wie er statistisch erfasst werde. Als Bespiel nannte er, wenn Beamte zu einer Kneipenschlägerei gerufen würden, bei der sich zwei Personen prügelten. Kaum träfen die Ordnungshüter ein, fände oft eine Solidarisierung der beiden Täter wie auch der umstehenden Freunde gegen die Polizei statt. Dies zähle dann aber nicht als Widerstand, sondern sei ein Angriff auf die Ordnungshüter.

Eine zurzeit diskutierte und geplante Gesetzesänderung soll hier Klarheit, härtere Strafen und mehr Schutz für die Beamte bringen. Als sehr positiv hätten sich auch die sogenannten Body-Cams gezeigt, bei denen kleine Kameras an der Schutzweste von Polizisten angebracht seien und die Situation filmten. Worms habe sich hier erfolgreich an einem Pilotprojekt beteiligt.

Tatverdächtige Asylbewerber

Bezüglich der Delikte von Asylbewerbern sprachen die Zahlen eine eindeutig Sprache, so gebe es laut Polizei in der Nibelungenstadt nur sehr wenige Vergehen von Flüchtlingen. Insgesamt sei die Lage in den Unterkünften sehr entspannt, wozu auch die Präsenz und die Präventionsmaßnahmen der Beamten beitrügen. Streitereien und leichte Körperverletzungen gebe es nahezu nur innerhalb der Heime.

Positives Fazit

Insgesamt zeigte sich Kriminaldirektor Gerald Gouasé mit den Zahlen zufrieden und sagte über Worms. Es sei eine sichere Stadt, in der es keine Angstträume bzw. No-Go-Areas gebe. Er bedankte sich abschließend bei seien Beamten und unterstrich, dass die Polizei bei der Mehrheit der Bevölkerung ein absolut positives Image habe und das Vertrauen der Bevölkerung genießt.

Geschrieben in: Worms und Ortsteile