Fr., 17. November 2017
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Trotz mancher Schwierigkeiten an Plan festgehalten

Haus am Dom: Genehmigung zu Erdwärme-Bohrungen erteilt

Bereits seit April 2006 ist im Bistum Mainz die Richtlinie „Nachhaltigkeit – Zur Verantwortung der Christen für die Bewahrung der Schöpfung“ in Kraft. Unter anderem wird den Pfarrgemeinden in diesem Dokument dringend empfohlen, auf umweltfreundliche und regenerative Energien zu setzen. Beim Bau des Hauses am Dom hat die Domgemeinde dies nun beherzigt. Das neue Haus wird, wie das Dompfarramt dieser Tage mitteilt, komplett mit Erdwärme beheizt werden. Dieser Tage wurde von den zuständigen Behörden die Genehmigung für die dazu notwendigen Bohrungen zur Einbringung von Erdwärmewärmesonden erteilt.

Vorausgegangen waren umfangreiche Beratungen und Untersuchungen. Mehrfach mussten die Planungen verändert werden um allen Auflagen und Erfordernissen gerecht zu werden. So haben geologische Untersuchungen gezeigt, dass es im fraglichen Gelände mehrere übereinander liegende Grundwasserstöcke gibt, die durch die Bohrungen nicht verbunden werden dürfen. Deshalb mussten die zuerst geplanten wenigen, dafür bis knapp an die hundert Meter tief geplanten Bohrungen verworfen werden. Nun sind deutlich mehr, dafür maximal 20 Meter tiefe Bohrungen vorgesehen. „Natürlich mussten wir das Ganze auch mit der Archäologie klären, denn die Bohrungen sollen keine Bereiche durchdringen, in denen archäologische Befunde vermutet werden können“, erläutert Propst Tobias Schäfer. „Es war alles in allem schon ein mühsamer Weg. Eigentlich denkt man: alle müssten glücklich sein, wenn man sich für ein energiefreundliches und ressourcenschonendes Heizsystem entscheidet. Aber es waren viele Hürden zu überwinden, und die immer neuen Auflagen verursachen natürlich unterm Strich auch nicht unerheblichen Mehraufwand“, ergänzt Klaus Berg vom Verwaltungsrat.

So musste etwa im Vorfeld das Landesamt für Geologie und Bergbau involviert und verschiedene geothermische Gutachten eingereicht werden. „Wir sind dankbar, dass die Gemeinde sich trotz mancher Schwierigkeiten nicht von ihrem ursprünglichen Plan abbringen ließ, hier ganz auf einen regenerativen Energieträger zu setzen“, freut sich der Umweltbeauftrage des Bistums Mainz Dr. Franz J. Hock. Bei der Gewinnung der Heizenergie aus Geothermie werden die Temperaturunterschiede, die bereits in wenigen Metern Tiefe einige Grad ausmachen, in Heizenergie umgewandelt. Auch an anderen Punkten wurde nach Auskunft der Domgemeinde beim Hausbau bewusst auf eine umweltschonende Bauweise geachtet: so ist eine hochwirksame Wärmedämmung vorgesehen, die Beleuchtung ist durchweg in modernster LED-Technik geplant und vieles mehr. „Papst Franziskus hat uns in seiner Enzyklika ‚Laudato si‘ die Aufgabe eines sorgsamen Umgangs mit der Schöpfung gleichsam ins Stammbuch geschrieben. Das ist für uns Verpflichtung!“, unterstreicht der der Propst am Dom.

Geschrieben in: Worms und Ortsteile

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