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Fern gereist und nah gekommen…

18. Ausstellung „weit weg - ganz nah - mitten drin" vom 26. Januar bis zum 2. März

Stellen Künstler gemeinsam aus, erwartet uns Vielfalt - das liegt in der Natur der Sache und konnte so schon mehrmals im gleis 7 des Caritasverbandes Worms in der Renzstraße 3 bestaunt werden. Foto: Patricia Mangelsdorff

Stellen Künstler gemeinsam aus, erwartet uns Vielfalt – das liegt in der Natur der Sache und konnte so schon mehrmals im gleis 7 des Caritasverbandes Worms in der Renzstraße 3 bestaunt werden.

Der junge buddhistische Mönch auf der Einladungskarte und der Titel der Ausstellung wecken bei Freunden der Reisefotografie freudige Erwartung – zurecht! Denn die 1990 in Worms geborene und in Landau lebende Künstlerin präsentiert im gleis 7 ihre Wahrnehmung von Menschen verschiedener Kontinente. Weit weg ist sie gereist und für ihre Fotografien, zumeist Portraits, ganz nah und dabei sehr respektvoll an Menschen herangegangen. Mirjam Hess: „Natürlich habe ich immer um Erlaubnis gefragt.“ Das spürt man beim Blick in die Gesichter aus Myanmar, Thailand und Marokko. Und als Betrachter erlaubt man sich vielleicht deshalb, lange in die Gesichter der Männer und Frauen zu blicken.

Raum für die Menschen und ihre Gesichter

Die Aufnahmen lassen die Präsenz und Aufmerksamkeit der Fotografin spüren und geben Raum für die Menschen. Ruhig und durch nichts abgelenkt konzentrieren sie sich ganz auf das, wovon die Gesichter erzählen: vom Humor und der stillen Gelassenheit einer rauchenden Frau aus Myanmar, von der schalkhaften Skepsis eines Mönches, auch er eingehüllt vom Rauch seiner Cheroot Zigarette. Erstaunt und nachdenklich wirken zwei Padaung-Mädchen mit ihren durch Metallringe in die Länge gezogenen Hälsen; Gesichter jeden Alters zeigen Freude, Scheu, Müdigkeit. Oder tiefe Versunkenheit ins Spiel, wie der ebenfalls in Myanmar aufgenommene „kleine Mönch mit Gewand“.

Bilder wie aus Märchen

Auch die Acrylbilder der Künstlerin sind von ihren Reisen inspiriert. Auch sie konzentrieren sich auf Menschen, geben aber auch Landschaften viel Raum. Anders als die Fotografien scheinen sie oft Traumsequenzen entsprungen, wirken wie zusammengesetzt aus verschiedenen fotografischen Blicken oder erscheinen farblich verfremdet, wie die zwei Bilder eines Mädchens im Wald, das das Grün seiner Umgebung in vielen Schattierungen angenommen hat. „Sei frech und wild und wunderbar“ heißt das Bilderpaar nach einem Zitat, das der wunderbaren Astrid Lindgren zugesprochen wird. Und wirklich könnte man sich die Bilder von Mirjam Hess gut als Illustrationen von Kinder- oder Märchenbüchern vorstellen. Zufall? Schon im zarten Alter von 10 Jahren schrieb und illustrierte sie das Büchlein „Unterm Apfelbaum“, berichtet Kulturkoordinatorin Sigrid Spiegel in ihrer Begrüßung. Ihre Mutter erzählt im Gespräch: „Sie malt, seit sie einen Stift halten kann.“

Wald, Bäume und Holz sind noch auf andere Weise wichtig für ihr Werk. Das Malen in zwei Dimensionen reicht ihr nicht aus. Auch ein Vertiko, Baumscheiben, einen Tisch aus der riesigen Scheibe eines Blauglockenblumenbaumes und einen Sessel (zwar nicht aus Holz, immerhin aber auf hölzernen Füßen) hat sie bebildert, wiederum mit Motiven ihrer Reisen: Menschen, Ziegen, Tempel, von Kambodschanischen Wäldern inspirierte Bäume und deren verschlungene Wurzeln… Doch hier zeigt sich ihre Malerei von einer überbordend üppigen Seite, die  von unseren Augen die Aufnahme zahlloser Details fordert.

Als die Musiker Ede Janson (Gitarre), Lutz Fischer (Bass) und Thorsten Wirthwein (Drums) träge-rockig und elektronisch verstärkt bei der Vernissage aufspielen zeigt sich: Gut, dass die wuchtig bebilderten Möbel und Gegenstände diesem Sound Paroli bieten können. Die ruhigen, oft verletzbar und verträumt anmutenden Gesichter auf den Fotografien hätten es da alleine vielleicht schwer. Und auch die einzige unbemalte Holzarbeit der Ausstellung ließ eher an sehr sanfte Klänge denken: Eine trotz ihrer Größe zart wirkende Skulptur aus Pappelholz mit dem Titel „Verbunden umwunden“.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind bis zum 2. März , jeweils montags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr, im gleis 7.

Datum/Zeit
Datum - 26.01.2018 - 02.03.2018
09:00 - 17:30

Ort
gleis 7

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