Do., 27. April 2017
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Verständnis für die Erkrankung Depression verbessern

Die DRK-Tagesklinik Worms lädt am 21. März um 19 Uhr in die Wormser Kinowelt ein / Eintritt frei

Die DRK-Tagesklinik für psychisch erkrankte Erwachsene in Worms feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Um auch andere an diesem Jubiläum teilnehmen zu lassen, hatte das Team der Tagesklinik die Idee, am Dienstag, dem 21. März um 19 Uhr in der Wormser Kinowelt den preisgekrönten Dokumentarfilm „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ zu zeigen. Mit Hilfe des Films möchte das Team der Tagesklinik das Verständnis für die Erkrankung Depression verbessern – für Betroffene, ihre Angehörigen, aber auch die Öffentlichkeit. Die Kernaussage des Filmprojekts ist, dass Depression eine behandelbare Erkrankung ist, für die es verschiedene, individuelle Wege heraus gibt – „aus der Nacht in den (neuen) Tag“. Insbesondere berücksichtigt er auch die Perspektive des Umfeldes – vor allem der Angehörigen – und versucht deren Anliegen und Bedürfnisse miteinzubeziehen. Der Eintritt ist frei, die anschließende Diskussion wird von Dr. Dirk Greverus, Ärztlicher Leiter der DRK-Tagesklinik, geleitet.

Ergänzende Informationen zum Film

Depression ist eine häufige und oft schwere Krankheit. Das große Leiden eines betroffenen Menschen ist selbst für nahestehende Angehörige oft schwer nachvollziehbar. Über ein Jahr begleiteten die Filmemacher Michaela Kirst und Axel Schmidt unterschiedliche an Depression erkrankte Menschen auf ihrem ganz eigenen Weg durch und aus der Erkrankung, wie zum Beispiel eine Familie, in der Mutter, Vater und Tochter von Depression betroffen sind. Die Tochter lässt den Zuschauer über Videotagebücher an ihrem Weg in einen neuen Lebensabschnitt mit Ausbildung und Auszug aus dem Elternhaus teilhaben. Ihr Vater berichtet eindrücklich davon, wie ihn die Erkrankung veränderte und wie viel Kraft ihm seine Männergruppe gibt.

Begleitet wird auch eine Frau aus dem ländlichen Raum. Sie lässt den Zuschauer miterleben, wie sie sich in einer akuten depressiven Phase fühlt bzw. wie sie nichts mehr fühlt. Unter anderem findet sie in einem Kunstprojekt eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der Depression und sich selbst. Hingegen schildert eine junge Musikerin aus der Großstadt wie Depression ihre Leidenschaft lahm legte, ihr aber auch bei der Verarbeitung der Erkrankung hilft.

Die Idee, dokumentarisch Menschen mit Depression über einen längeren Zeitraum zu begleiten, hatte Axel Schmidt, Filmemacher und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Durch seine langjährigen Erfahrungen in der Behandlung und Begleitung von Menschen mit Depressionen war er immer wieder damit konfrontiert, wie schwierig es ihrer Umwelt und selbst nahestehenden Personen fiel, die Erkrankung zu verstehen und auch nur im Ansatz nachzuvollziehen. So wurde die Idee zu diesem Film geboren. Der Dokumentarfilm bietet die Möglichkeit sich mit anderen zu identifizieren und sagen zu können „Das kenne ich“ oder sich auch nur in einzelnen Bildern, Zitaten, Umgangsweisen und Metaphern wiederzufinden. Er fördert Verständnis und Zuversicht zugleich.

Gemeinsam mit der Filmemacherin und Produzentin Michaela Kirst / sagamedia Büro Berlin entwickelte er dann das Konzept weiter. Mit der Unterstützung des Deutschen Bündnisses gegen Depression und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe begannen die beiden Regisseure, Betroffene zu treffen, die sich für die Teilnahme an dem Film interessierten. Der Film sollte von Anfang an darauf fokussieren, wie es Betroffenen gelingen kann, in ihrer ganz persönlichen Situation einen Umgang mit der Erkrankung zu finden. Deswegen war es wichtig, Protagonisten auszuwählen, bei denen Depressionen in verschiedenen Lebensphasen auftreten und die auch verschiedene Verlaufsformen repräsentieren: Von einer einmaligen depressiven Episode bis hin zu schweren, wiederkehrenden Depressionen.

Gleichzeitig wollten die Filmemacher Menschen finden, die mit der Teilnahme am Film und der filmischen Begleitung ein wichtiges, eigenes Anliegen verknüpfen, zum Beispiel sich selbst klarer darüber zu werden: Wie gehe ich mit der Erkrankung um? Was sind Hemmnisse? Dazu gehört auch der Wunsch, durch die eigene Geschichte andere von Depression betroffene Menschen in ihrer Auseinandersetzung mit der Erkrankung Depression zu unterstützen.

Sowohl bei der Suche, als auch bei den späteren Dreharbeiten in sensiblen Situationen stand das Wohl der Protagonisten immer im Vordergrund. Das Regieteam um Michaela Kirst und Axel Schmidt war dabei immer in engem Kontakt zu den Teilnehmenden, auch wenn krankheitsbedingt zum Teil über längere Zeiten nicht gedreht werden konnte. Über dieses Vertrauen entstanden gleichzeitig im Film sehr persönliche und nahbare Einblicke in Situationen, die den Umgang mit akuten Krankheitsphasen abbilden.

Quelle:
Bündnis gegen Depression:
http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/Aktuelles.php

Datum/Zeit
Datum - 21.03.2017
19:00

Ort
Kinowelt

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