Sa., 23. September 2017
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„Verkehrsbehinderungen sind leider nicht zu vermeiden”

Informationsveranstaltung zur anstehenden Fahrbahndeckenerneuerung auf der A6 fand regen Anklang

Noch fließt der Verkehr auf und unter der A6 bei Mannheim Sandhofen – drohen während der Bauphase zur Sanierung der Fahrbahndecke lange Staus? Foto: Benjamin Kloos

Noch fließt der Verkehr auf und unter der A6 bei Mannheim Sandhofen – drohen während der Bauphase zur Sanierung der Fahrbahndecke lange Staus? Foto: Benjamin Kloos

Von Benjamin Kloos Die Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe zu der anstehenden Fahrbahndeckenerneuerung auf der A6 zwischen der Rheinbrücke und der Landesgrenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg – und der damit verbundenen Belastungen für den Verkehr – am Mittwoch in Lampertheim stieß auf rege Resonanz. Eines war allen Beteiligten klar: Es ist wichtig, dass die Straßen instand gesetzt werden. Auch wenn dazu Behinderungen für den Verkehr nötig sind.

Karin Mihatsch, stellvertretende Leiterin des Baureferat Nord des Regierungspräsidiums, erläuterte anschließend gemeinsam mit Projektleiter Gerd Kammer ausführlich über die bevorstehende Maßnahme. Dabei wird ausschließlich zum Erhalt des Bestandes gearbeitet, über eine Strecke von 8,2 Kilometern und mit geschätzten Kosten von 27 Millionen Euro. Die Teile der Maßnahme sind die Fahrbahndeckenerneuerung mit Sanierung der Dammschulter und Erneuerung der Lärmschutzwände, die Sanierung der Rheinbrücke im Zuge der A 6 sowie die Erneuerung der Brücke der A 6 über die B 44.

Vollsperrung nur am Wochenende
Der erste Bauabschnitt betrifft die Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein. Hier erfolgt die Erneuerung der Abdichtung und des Belages auf der Brücke sowie die Instandsetzung des Stahlbaus auf dem Notweg am Brückenrand. Außerdem werden vier Übergangskonstruktionen erneuert. Die Gefahr, dass die gesamte Brücke erneuert werden muss, besteht nicht – denn es finden regelmäßige Überprüfungen der Statik und der Bausubstanz statt.Eingeplant in die Bauzeit ist bereits die Kampfmittelsondierung, da die Brücke während des 2. Weltkrieges Ziel der Bombardierung der Alliierten war.
Beginn für den ersten Bauabschnitt von der Rheinbrücke bis zur Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen, in deren Rahmen die Fahrbahndecke komplett saniert wird, ist ab 10. April und sie dauert bis Jahresende 2017. Um die Arbeiten durchzuführen, ist die Sperrung jeweils einer Richtungsfahrbahn notwendig – das heißt, dass der Verkehr in jede Richtung nur auf einer Spur fließen kann und diese beiden Spuren direkt nebeneinander laufen. Aufgrund der Breite der Fahrbahn ist hier leider keine andere Möglichkeit gegeben, was sicher Staus zur Folge haben wird – auch wenn mit Maßnahmen wie der Installation von Verkehrskameras und mobilen Stauwarnanlagen einschließlich CB-Funkwarneinrichtung alles getan wird, um diese möglichst zu verhindern.
Zudem ist für den Auf- und Abbau der Verkehrssicherung im Bereich der Brücke zweimal eine Vollsperrung nötig: Die erste erfolgt in der Nacht von Karfreitag auf Ostersamstag in Richtung Mannheim, die zweite im Dezember. Hierfür wird der Termin rechtzeitig bekannt gegeben.

Brücke über B44 wird erneuert
Die zweite Maßnahme stellt den Abriss und den anschließenden Neubau des Brückenbauwerkes über die B44 an der Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen dar. Hierdurch wird auch das Versetzen der Lärmschutzwand nötig. Dabei muss die Brücke komplett neu gebaut werden.
Die Bauzeit beläuft sich von Herbst 2017 bis Frühjahr 2019, wobei mithilfe einer Behelfsbrücke über die A 6 die weitgehende Verkehrsführung über vier Fahrstreifen möglich ist. Für die B44 selbst werden jedoch mehrere Vollsperrungen nötig sein, wobei diese zumeist von Samstag auf Sonntag erfolgen. Nur eine Vollsperrung wird über ein komplettes Wochenende gehen, die Daten hierfür sind noch nicht bekannt, werden aber rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Bauabschnitte 3 und 4 umfassen den Bereich von der Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen bis zur Landesgrenze Hessen, hier wird in zwei Bauabschnitten mit Winterpause von Frühjahr 2019 bis Ende 2020 gebaut – wobei die Aufrechterhaltung von vier Fahrstreifen angestrebt wird. Zur Zeit wird das Ausführungskonzept erstellt.

Mehr Verkehr auf Wormser Rheinbrücke
Eines bleibt klar: Es wird auf jeden Fall zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen, nicht nur in Lampertheim selbst sondern auch in den Stadtteilen Rosengarten und Neuschloß und auf der Wormser Rheinbrücke. Denn Staus, das weiß auch das Regierungspräsidium Karlsruhe, werden sich nicht vermeiden lassen und die Autofahrer sich entsprechend Auswege und Schleichwege suchen.

Der Vorsitzende der Bürgerkammer Rosengarten, Horst Werner Schmitt, befürchtet in diesem Zusammenhang für seinen Stadtteil erneut erhebliche Verkehrsprobleme – wie diese bereits jetzt schon bei jedem Stau in der Region auftreten. Er regte Umleitungsplanungen an – die aber laut des Regierungspräsidiums selbst bei Vollsperrungen nur selten angenommen werden.

Info:
Informationen über die Baumaßnahme sind über die Internetseite https://rp.badenwuerttemberg.de/rpk/Abt4/Ref471/Seiten/A6_Mannheim_Sandhofen.aspx sowie direkt vor Ort bei Projektleiter Gerd Kemmer im Baubüro an der Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen sowie telefonisch unter 06221/1376148 und per E-Mail unter gerd.kemmer@rpk.bwl.de erhältlich.

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