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  • Mo., 28. Oktober 2013, 21:21 Uhr
    Tischtennis-Regionalliga Südwest: TV 1863 Leiselheim mit 9:7-Zittersieg über Schlusslicht TTC Wehrden / Männer vom Trappenberg müssen aber auch 1:9-Pleite beim TTC Zugbrücke Grenzau II quittieren

    Wenn Baldriantee zur Zelluloidkugel gereicht werden muss

    Sebastian Sauer zeigt gegen die „ganz Großen“ des Tischtennis-Sports häufig seine besten Spiele. Im Regionalliga-Match mit Georg Böhm, dem früheren Weltklassespieler und sechsfachen Deutschen Meister im Herren-Einzel, siegte der 25-jährige Leiselheimer Materialspieler nach fantastischer Leistung und Aufholjagd mit 3:2-Sätzen. Foto: Klaus Diehl


    Die Hände schmerzen ein wenig vom vielen rhythmischen Klatschen. Ab und an streckt man die Arme auf der Bühne in der Sporthalle am Leiselheimer Trappenberg hoch in die Luft. Gut fünfzig Frauen und Männer verrichten von Sonntagmorgen vier Stunden lang bis Sonntagmittag ein ganz besonderes sportliches Programm. Es läuft aber kein Aerobic- oder Zumba-Kurs in der Leiselheimer Sporthalle. Regionalliga-Tischtennis wird gespielt. Über fünfzig Tischtennis-Fans sind gekommen, um die Mannschaft des TV 1863 Leiselheim im wichtigen Spiel gegen das bislang punktlose Schlusslicht der dritthöchsten deutschen Spielklasse, den TTC Wehrden, nach Leibeskräften zu unterstützen.
    Von derlei „interaktivem Mitmach-Programm“ lässt das sportliche Geschehen drunten an den beiden blauen Tischtennis-Tischen zunächst noch nichts erahnen. Ganz im Gegenteil. Nach „normalem Start“ in den Doppeln mit einer 2:1-Führung der Gastgeber sitzt den Leiselheimern zunächst einmal die Schockstarre im Genick. „Raphael agierte heute etwas verkrampft“, nahm es TVL-Kapitän Alexander Krießbach („Auch er darf einmal einen schlechten Tag haben“) seinem Spitzenspieler Raphael Graf nicht krumm, dass er gegen den bis dahin sieglosen Felix Schmidt-Arndt in fünf Sätzen unterlag. Und als auch noch Sebastian Sauer im Spiel gegen Georg Böhm 0:2 Sätze in Rückstand geriet, war es ganz ruhig am Trappenberg.

    Aber nicht lange. „Genial, wie Sebastian dann spielte“, konnte Alexander Krießbach kaum fassen, was sein 25-jähriger Teamkollege nun gegen den sechsfachen Deutschen Meister im Herren-Einzel und früheren Weltklassespieler Georg Böhm in den nächsten drei Durchgängen an spektakulärem Tischtennis-Sport zeigte. „Ein Sieg, der wie eine Initialzündung wirkte“, fand Alexander Krießbach. Von Sebastian Sauer beflügelt, brachten Stephan Kaiser, Alexander Krießbach und Bernhard Ilchev den TVL 6:3 in Front. Alles paletti also am Trappenberg? Von wegen. Die bärenstarken Saarländer gaben nicht klein bei. Plötzlich stand es nach vier Einzelverlusten der vier Leiselheimer Topakteure 6:7.

    „Einmal muss es noch eine Wende in diesem verrückten Spiel geben“, munterte Raphael Graf sein Team auf. Es gab sie. Die Oldies im Kader des Wormser Regionalligisten hatten wohl eine Extra-Portion Baldriantee zum Beginn der Winterzeit eingenommen. Spannung ohne Ende. Krießbach gleicht aus. TVL-Abwehrass Bernhard Ilchev liegt 1:2 zurück. Parallel macht das Einserdoppel Raphael Graf und Stephan Kaiser ein klasse Spiel gegen Routinier Georg Böhm und Youngster Mathias Wagner. Schnell steht es 8:7 auf der Anzeigetafel zu lesen. Ilchev egalisiert in Sätzen, liegt im Fünften aber 5:8 hinten. Die Nerven der Zuschauer werden bis zum Letzten gekitzelt. Bernhard legt noch einmal eine Scheibe drauf. 6:8, 7:8, 8:8, 9:8, 10:8 – jeder Punkt wird zur „Hände-in-die-Luft-Aerobic-Übung“. 11:8, ein 9:7-Heimsieg. Lange noch feiern die Fans mit den völlig geschafften Spielern. „Uff, war das schwer“, ist alles, was Alexander Krießbach nach diesen vier nervenaufreibenden Stunden noch sagen kann.

    „Gratis-Punkte“ am
    grünen Tisch trotz 1:9-
    Niederlage in Grenzau?

    Viel sagen konnte der Leiselheimer Kapitän auch nicht zum Spiel am Abend zuvor, als sein Team im Westerwald mit 1:9 unter die Räder geriet. Einzig das TVL-Spitzendoppel Raphael Graf und Stephan Kaiser brachte dabei gegen die überragend besetzte Bundesliga-Reserve des vielfachen Deutschen Meisters TTC Zugbrücke Grenzau ein Bein zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich auf den Boden. Aber apropos Bundesliga-Reserve. Die Westerwälder hatten erstmals mit dem tschechischen Nationalspieler und aktuellen Landesmeister Lubomir Jancarik einen Mann auf dem Spielbogen, der dort laut Alexander Krießbach gar nicht stehen durfte. „Jancarik hat zuvor in der Grenzauer Bundesliga-Truppe bereits fünf Saisonspiele bestritten“, wusste Alexander Krießbach nur zu genau.
    Damit hat er eigentlich in der zweiten Mannschaft seine Spielberechtigung eingebüßt. Krießbach teilte dies umgehend dem Oberschiedsrichter mit. Derzeit steht eine Prüfung der Angelegenheit an. „Ich rechne eigentlich mit zwei Punkten für uns“, glaubt Alexander Krießbach. Das wären dann in der Tat „Gratis-Punkte“ im Abstiegskampf, denn auch ohne den Tschechen hätte das personell glänzend besetzte Westerwald-Team wohl ziemlich sicher die Punkte in Grenzau behalten.
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