Do., 19. Oktober 2017
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Von: 13. September 2017 weiterlesen →

Wer in der 89. Minute verliert, der muss nachsitzen

TSG Pfeddersheim verliert mit 1:2 gegen den SV Gonsenheim / Bereits am Freitag geht es um 19.30 Uhr nach Mechtersheim

Christopher Ludwig (r.) sorgte für den 1:1-Ausgleich gegen den SV Gonsenheim. Foto: Felix Diehl

VON KLAUS DIEHL Es war die 89. Minute, die beim letzten Heimspiel im Uwe-Becker-Stadion in Pfeddersheim als die entscheidende Szene zur TSG-Niederlage führte. Fabio Schmidt misslang ein Abspiel, die Pfeddersheimer Verteidigung war aufgerückt, der eingewechselte SVG-Spieler Ruben Grundei schnappte sich den Ball und zog über die linke Seite auf und davon, vergeblich rannten gleich mehrere Pfeddersheimer Spieler hinterher, konnten aber nicht verhindern, dass das runde Spielgerät zum in der 67. Minute eingewechselten Dominik Ahlbach kam und Bakary Sanyang konnte den Ball auf dem kurzen Weg in sein Tor nicht aufhalten. Das war Fehler Nummer 2 zu einer eigentlich unnötigen Niederlage. Fehler 1 passierte bereits in der 5. Minute, als Steffen Litzel bei einem langen Ball sich auf seinen Torhüter verließ, dieser sich aber verschätzte und der Gonsenheimer Halil Ibrahim Yilmaz die missglückte Tat nutzte und schob den Ball in das Leere Tor.

Ärgerlich, denn erneut gingen – in diesem Fall gar drei Punkte flöten –, die man eigentlich nach dem großartigen 4:2-Sieg beim bis dahin unbesiegten FC Karbach holen wollte. Doch erneut konnte man diesen Dreier nicht mit einem weiteren Dreier zu Hause erst so richtig wertvoll machen. Eine verdiente Niederlage oder nicht? Darüber lässt sich sicherlich streiten. Besonders in den folgenden 30 Minuten und dem Schreck des frühen Gegentores schienen die Gastgeber überhaupt nicht mehr im Spiel. Dazu kam noch, dass der einzige Pfeddersheimer Stoßstürmer Andreas Buch bereits mehrfach hart von der wenig zimperlichen Gonsenheimer Abwehr behandelt, verletzt vom Platz musste.

Zwar versuchte man mit viel Ballpassagen das Gästetor in Gefahr zu bringen, doch spätestens am dicht verrammelten 16er-Bollwerk war die nötige Kunstfertigkeit vorbei. Es fehlten einfach die nötige Durchschlagskraft und der richtig geile Zug zum Tor. Gonsenheim war hierbei dem 2:0 näher, als die Gastgeber dem Ausgleich. Dieser fiel aber überraschend in der 36. Minute. Ausgangspunkt war Lucas Oppermann, der sich auf der linken Seite behaupten konnte, der Ball kam zu Sebastian Schulz der auf den mitgelaufenen Linksverteidiger Christopher Ludwig ablegte und dessen Flachschuss von der Strafraumgrenze mit der linken „Klebe“ landete flach im von ihm aus gesehenen rechten unteren Eck.

Dies schien die Gastgeber nach dem Wiederanpfiff zu beflügeln, wenn auch gefährliche Situationen fast nur aus Standards zu sehen waren. So bei einem tollen Flachschuss von Oppermann, den ein Gonsenheimer Spieler für seinen geschlagenen Torhüter Paul Simon gerade noch von der Linie kratzte und bei zwei Kopfbällen des später an beiden Knöcheln verletzt ausgeschiedenen TSG-Abwehrchefs Steffen Litzel. Einmal konnte der Gästetorhüter mit einem tollen Reflex abwehren, der nächste Kopfball landete aber neben dem Tor. Dennoch hätte in der 86. Minute Tobias Bräuner den Sieg festmachen können, doch traf er wenige Meter vor dem Kasten – nach Absatz-Zuspiel von Lucas Oppermann – den Ball nicht richtig, der sich in Richtung Flutlichtmast verabschiedete. Wie es halt meist so kommt, folgte die Strafe in der 89. Minute auf dem Fuß.

Fazit: Die Oberliga-Akteure der TSG Pfeddersheim versuchen und haben auch schon gute Anlagen gezeigt, mehr spielerisch den Weg zum gegnerischen Tor zu finden. Gegen Mannschaften wie Gonsenheim mit einer sehr defensiven Aufstellung, hat die Hess-Truppe noch ihre Probleme, besonders wenn ihre Aktivposten in der Offensive mit Andreas Buch und dem Langzeitverletzten Kevin Gotel nicht dabei sein können. Am Freitag geht es um 19.30 Uhr zum TuS Mechtersheim. Die Pfälzer, die ihren hoch gesteckten Ambitionen anfänglich etwas hinterher hinkten, sind ein stets unbequemer Gegner auf ihren kleinen und engen Rasenplatz. Gefahr liegt auch darin, dass die Gastgeber bei einem Sieg nach Punkten die TSGler überholen können. Da wird es auf TSG-Seite vermehrt auf den kämpferischen Einsatz ankommen und die in Karbach erfolgreich praktizierte Auswärtstaktik, aber auch Geduld und Konzentration bis zur letzten Minute! Trainer Norbert Hess reagierte mit einer zusätzlichen Trainingseinheit am Morgen nach dem verlorenen Spiel. Wer in der 89. Minute verliert, der muss nachsitzen …

Geschrieben in: Fußball, Sport

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