Fr., 23. Juni 2017
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Zeitstrafen werden ein Rätsel bleiben

Emotionen pur beim Handball: Die HSG Worms unterlag gegen den Tabellenzweiten VTZ Saarpfalz mit 29:31 / Schiris hatten schlechten Tag erwischt

Emotionen pur gab es beim Spitzenspiel der Handball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar mit dem gastgebenden Tabellenfünften HSG Worms und dem Zeiten VTZ Saarpfalz, das die Gäste mit 31:29 gewannen. Foto: Felix Diehl

VON KLAUS DIEHL Wenn man die teils unrühmlichen Szenen am letzten Samstagabend richtig bewerten will, müsste man weit ausholen. Selten gab es ein Spiel, welches durch die beiden Schiedsrichter aus Dansenberg nicht unwesentlich beeinflusst wurde. Dass es in den Schlusssekunden noch zu Handgreiflichkeiten auf dem Spielfeld kam und auch der HSG-Zeitnehmer sieben Sekunden vor dem Abpfiff von den Schiedsrichtern seines Platzes verwiesen wurde, war wohl in dieser Konstellation kein Ruhmesbild für den Handball. Da war es schon erfreulich, dass die beiden Unparteiischen unbeschadet in ihre Umkleidekabine gehen konnten. Begleitet von einem großen Pfeifkonzert und lauten Unmutsäußerungen. Es wird wohl ein Rätsel bleiben, weshalb die beiden Pfeifenmänner reihenweise die HSG-Spieler mit Zeitstrafen belegten, um auf der Gegenseite und oftmals weitaus unfairere Aktionen sehr großzügig zu handhaben

Böse Buben gab es mehr auf der Seite der Gäste zu finden, wo Tobias Stauch (51.) und der ganz besondere Übeltäter Vladislav in der Schlussminute zwei rote Karten wegen Tätlichkeiten in Kauf nehmen mussten. Doch war die Partie zu diesem Zeitpunkt entschieden. Besonders als die Gastgeber nach einem 15:21-Rückstand in den ersten sechs Minuten nach der Pause sich daran machten, mit großem Einsatz und Kampfgeist das Spiel noch wenden zu wollen, zeitweise gar auf drei Tore herankamen, übertrieben die Schiedsrichter ihr allzu freudiges Zeitstrafenspiel.

Fragwürdiges Ende eines ansehnlichen Spiels

HSG-Mittelmann Jörn Christmann sollte nach der Pause mit allen Mitteln ausgeschaltet werden. Da waren eigentlich schon früher rote Karten fällig. Fast bewundernswert, wie HSG-Coach Gerd Zimmermann das Geschehen nach dem Schlusspfiff bewertete, ohne ein Wort an die Schiedsrichter zu verlieren. „Das war ein sehr unwürdiges Ende für ein sehr ansehnliches Handballspiel“, so sein Kommentar. Er bescheinigte seinen Schützlingen, die ohne die verletzten Florian Reichelt und Lucas Gerdon spielen mussten, gegenüber der schwachen Leistung eine Woche zuvor beim 22:23-bei der HSG Rhein-Nahe Bingen eine sehr große Leistungssteigerung und Kampf bis zur letzten Sekunde. Das Duell zwischen dem Tabellenfünften Worms und dem Tabellendritten VTZ-Saarpfalz hielt das, was man sich von einem Spitzenspiel in der 4. Liga versprochen hatte. Beide Teams gingen vom Anpfiff weg extrem motiviert zu Werke, wobei die HSG besser ins Spiel kam und folgerichtig mit 4:1 in Führung (8.) lag. Aus einem zunächst extrem geschlossenen Deckungsverbund jagten die HSGler den Mannen aus der Rosenstadt die Bälle ab, aber nicht allzu lange, denn in der 14. Minute stand es 6:6. Bis zum 9:8 legte die HSG Worms jeweils ein Tor vor.

Platzverweis für Markert war der endgültige Knockout

Was danach folgte waren für den HSG-Coach bis zum 14:16-Pausenstand einige Gegentore zu viel, zudem man im Angriff jetzt etwas zu statisch agierte und die Gäste sich bestens darauf einstellten. Im Bemühen, diesen Rückstand nach der Pause wett machen zu wollen, agierte man auf HSG-Seite überhastet und inkonsequent vor des Gegners Tor. Der erhöhte den Rückstand bis zur 36. Minute auf 15:21. Da ging der Schuss nach hinten los und es sah nach einem Debakel für die Gastgeber aus. Angeführt vom wacker kämpfenden Fabian Markert (7) gelang der HSG der Anschluss wieder zum 20:22 (42.), doch erneut waren es fragwürdige Zeitstrafen gegen die HSG, die eine Wende gegen clever agierende Gäste verhinderten. Als es gar eine Viertelstunde vor Schluss völlig zu unrecht Fabian Markert mit der dritten Zeitstrafe erwischte, war der daraus resultierende Platzverweis der Knockout für die Gastgeber.  Zwar blieb das Spiel trotzdem bis zum Schluss spannend, eine Wende war jedoch nicht mehr zu schaffen. An der Leistung und der Einstellung der Wormser lag es allerdings nicht, wie man sich auf der Tribüne einig war. „Mit diesen beiden Schiedsrichtern hätten wir niemals ausgleichen können”, lautete das Fazit der HSG-Anhänger. Leider nicht von der Hand zu weisen, aber auch nicht zu beweisen.

Aufstellung: Thomas Elgert, Sascha Gieger, Kuba Balaz (2), Fabian Russ (1), Alexander Eusterholz (1), Fabian Markert (7), Denis Markert (6), Christian Kulaszewicz (1), Jochen Schloß (4/3), Jörn Christmann (3), Markus Metzdorf (1), Kai Zimmermann (3)

Geschrieben in: Handball, Sport

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