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17.18 Uhr | 8. Oktober 2019

Volksbank dünnt ihr Filialnetz aus!

Volksbank Alzey-Worms: Filialkonzept wird an veränderte Bedingungen angepasst / „Keine Frage des Wollens“

Die Volksbank Alzey-Worms nimmt als Genossenschaftsbank im Finanzsektor eine besondere Position ein. Sie gehört ihren rd. 70.000 Mitgliedern, deren wirtschaftliches Wohl zu fördern für sie Unternehmenszweck und gesetzlicher Auftrag ist.Soweit die Theorie. 

In der Praxis geht ihre Verantwortung deutlich darüber hinaus. Die Bank trägt Sorge für alle ihre Kunden und besitzt nicht zuletzt auch durch ein umfangreiches Spenden- und Sponsoringwesen und als bedeutender Steuerzahler große gesellschaftliche Relevanz. Diese Gelder bleiben in der heimatlichen Region und fördern das kulturelle Leben, den Sport, die Bildung und vor allem auch das wichtige Gemein- und Sozialwesen. Man ist hier zuhause, was sich nicht zuletzt auch im starken Filialnetz zeigt. Mit aktuell 52 Zweigstellen (davon 24 SB-Stellen) hat die Volksbank in ihrem Geschäftsgebiet so viele wie kein anderes hiesiges Kreditinstitut.

 „Für unsere Kunden und Mitglieder in erreichbarer Nähe zu sein ist unser oberstes Gebot“, betont Vorstandssprecher Armin Bork. „Das in Verbindung mit unserer einzigartigen Genossenschaftlichen Beratung verschafft uns nicht nur ein ganz wichtiges Alleinstellungsmerkmal, sondern es ist etwas, das wir aus Überzeugung wollen.“

Jedoch gehen Wollen und Können nicht notwendigerweise Hand in Hand – das erfährt die Bank immer schmerzhafter, denn Kundenservice vor Ort ist das Eine, das Andere jedoch ist die kostendeckende Nutzung dieses Service. Und die ist immer öfter nicht mehr gegeben. 

Digitalisierung, Regulatorik und Zinspolitik verantwortlich
Die Gründe dafür sind mit Digitalisierung, Regulatorik und vor allem Null- bzw. Negativzinspolitik der EZB (gerade wurde der „Strafzins“ für die Banken von 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent erhöht) nicht neu und betreffen das gesamte Kreditgewerbe seit Jahren, aber: „Das dadurch entstandene Spannungsfeld verschärft sich mehr und mehr, die Zinseinnahmen brechen immer weiter weg. Dadurch sehen wir uns gezwungen, unseren Maßnahmenkurs der letzten Jahre auch weiterhin beizubehalten“, erläutert Armin Bork und führt erklärend aus: „Diese Maßnahmen beziehen sich auf Einsparungen, die sich auf die größten Kostenblöcke konzentrieren und hier vor allem auf die Unterhaltung von Filialen.“ Man habe Verantwortung für die Kunden und Mitarbeiter der gesamten Bank, eine Quer-Subventionierung defizitärer Teilbereiche sei nicht mehr möglich. „Vor allem im Rahmen des Filialkonzeptes sind wir aktiv“, so Bork weiter, „was wir auch stets offen in unserer Vertreterversammlung kommuniziert haben. Und diese Aktivitäten werden beibehalten müssen.“ 

Ärztehaus und Rheindürkheim werden SB-Stellen
Daher geht man nun einen konkreten nächsten Schritt: Die beiden SB-Filialen in Uelversheim und Udenheim werden zum 30. November bzw. 31. Dezember 2019 geschlossen und die drei personenbesetzten Geschäftsstellen im Ärztehaus im Wormser Westend, in Rheindürkheim und Albisheim werden ab 1. Dezember 2019 (Westend) bzw. 1. Januar 2020 zu SB-Standorten.

„Uns ist absolut bewusst, dass die Entscheidungen unpopulär sind“, kommentiert Vorstandssprecher Bork diese Planung. „Aber wir kommen nicht darum herum. Und ich sage nochmal: Es ist keine Frage des Wollens, es ist eine des Müssens.“ Dabei zeigten immer mehr Kunden Verständnis für diese Schritte, denn man verstehe, dass gerade eine Bank mit in mehrfacher Hinsicht großer Verantwortung kaufmännisch denken müsse. „Wir sind ein Finanzdienstleister, dem zirka 120.000 Kunden ihr Geld anvertrauen, und wir sind mit über 670 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber.“

Letzteres ist für Bork eine ganz besondere Verpflichtung, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volksbank seien schlagendes Herz sowie denkendes und ausführendes Organ der Bank. „Ihnen verdanken wir alles. Jeder trägt seinen Teil zum Erfolg unserer starken und gesunden Bank bei und niemand ist überflüssig. Daher werden auch garantiert keine betriebsbedingten Kündigungen erfolgen.“ Im Gegenteil: Man investiere in Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten und setze sie nach sorgfältigen Überlegungen dort ein, wo sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse am besten einbringen können. Auch wenn wir nicht mehr vor jedermanns Haustüre sein können, so sind wir doch nach wie vor in der Nähe und höchstens einige Kilometer entfernt.“

Und für wen das ein Problem darstelle, der könne viele Services nutzen, die diese räumliche Distanz überwinden: Das Servicecenter mit ausgebildeten Bank-Fachleuten kann sehr viel direkt und fallabschließend über das Telefon oder über den Internet-Kontakt erledigen, darüber hinaus gibt es umfangreiche Online-Banking-Möglichkeiten. Es wird ein Bargeldbringservice angeboten und die Berater kommen nach Terminvereinbarungen auch zu den Kunden nach Hause. „Es ist schwierig, optimale Dienstleistungen unter suboptimalen Bedingungen bieten zu können“, resümiert Armin Bork, „aber es ist nicht unmöglich, und wir stellen uns allen Herausforderungen, die das mit sich bringt.“

Der Voba-Vorstand im Februar diesen Jahres bei der Präsentation der Jahresbilanz der Volksbank Alzey-Worms. Von links: Der stellvertretende Vorstandssprecher Günter Brück, Vorstandssprecher Armin Bork und Vorstandsmitglied Dieter Steffan. Foto: Gernot Kirch

Der Voba-Vorstand im Februar diesen Jahres bei der Präsentation der Jahresbilanz der Volksbank Alzey-Worms. Von links: Der stellvertretende Vorstandssprecher Günter Brück, Vorstandssprecher Armin Bork und Vorstandsmitglied Dieter Steffan. Foto: Gernot Kirch

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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