Sie sind hier: Home » Worms und Ortsteile » 40 Kriegsflüchtlinge werden in Heppenheim untergebracht

40 Kriegsflüchtlinge werden in Heppenheim untergebracht

Die Turnhalle der Grundschule in Worms-Heppenheim wird zunächst für ein halbes Jahr rund 40 Syrer aufnehmen / Container für Salamandergelände gefunden

Die Turnhalle in Worms-Heppenheim wird für ein halbes Jahr die Heimat von rund 40 syrischen Kriegsflüchtlingen sein. Foto: Gernot Kirch

Die Turnhalle in Worms-Heppenheim wird für ein halbes Jahr die Heimat von rund 40 syrischen Kriegsflüchtlingen sein. Foto: Gernot Kirch

Von Gernot Kirch Was sich am Dienstagabend bereits abzeichnete, wurde am Mittwoch Gewissheit, in der Sporthalle der Wiesengrundschule in Worms-Heppenheim werden ab November 2015 rund 40 Flüchtlinge aus Syrien untergebracht. Auf einer Pressekonferenz informierten Oberbürgermeister Michael Kissel und der Beigeordnete Waldemar Herder am Mittwochmittag die Medien.

Der Stadtchef erläuterte, dass seit Dienstag die Genehmigung der übergeordneten Schulbehörde ADD in Trier vorliege, dass die Turnhalle der Wiesengrundschule zunächst für ein halbes Jahr einer Nutzungsänderungen unterzogen werden darf. Dies bedeute, ab November 2015 sollen dort rund 40 syrische Flüchtlinge untergebracht werden. Am Dienstagabend sei darüber der Heppenheimer Ortsbeirat, die Schulleitung sowie die Elternvertretung informiert worden.

800 Flüchtlinge in 2015

Um die Problematik besser einordnen zu können, präsentierte der Oberbürgermeister zunächst einige Zahlen. So seien in Worms bis September 2015 insgesamt 410 Asylbewerber untergebracht.  Die Hälfte der Flüchtlinge befinden sich in Sammelunterkünften, die andere Hälfte in Wohnungen über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Bis zum Ende des Jahres werden noch einmal 400 Asylbewerber erwartet, es könnten aber auch einige mehr sein. Dies sei momentan nur sehr schwer abzuschätzen, da die Kommune sehr kurz „Vorwarnzeiten“ hätten.

Jeder Stadtteil

OB Kissel führte weiter aus, dass die Aufnahme der Flüchtlinge eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Die Stadt wolle keine riesigen Sammelunterkünfte, sondern eine maximale Belegung von etwa 100 Personen, möglichst aber weniger. Dies bedeute, jeder Stadtteil müsse sich darauf einstellen, dass dort Flüchtlinge untergebracht werden. Zurzeit prüfe man weitere Liegenschaften. Sporthallen würden sich zur Unterbringung eignen, da dort etwa Duschen und weitere sanitäre Anlagen vorhanden seien.

Weitere Objekte

OB Kissel räumte ein, dass es das 100-prozentig geeignete Objekt nicht gebe, auf das man rasch zugreifen können, aber gerade jetzt, vor dem Winter, müsse man feste Unterkünfte für die Menschen finden. In der nächste Woche werde auch die städtische „Task Force“ für die Flüchtlingsunterbringung die Ergebnisse ihrer Überprüfung weiterer zehn Objekte bekannt geben. Dann werde es erneut eine Information für die Öffentlichkeit geben.

Positiv sei, so Kissel, dass die Stadt jetzt Container für die Errichtung einer Containerunterkunft auf dem Salamandergelände erhalte, um dort rund 150 Personen aufzunehmen. Die Stadt denke auch darüber nach, auf nicht mehr genutzten Parkplätzen von ehemaligen Einkaufsparks weiter Containerunterkünfte zu erreichten. Das Aufstellen von Containeranlagen sei die Wunschvorstellung der Stadt, da dort bauliche optimale Voraussetzungen zur Unterbringung und Betreuung geschaffen werden können. Aber es werden auch Gebäude  der städtischen Wohnungsbau GmbH geprüft, die eigentlich abgerissen werden sollen, ob diese kurzfristig für Flüchtlinge genutzt werden könnten.

Familien oder Männer?

Der Beigeordnete Waldemar Herder sagte zur konkreten Nutzung in Heppenheim, er wisse noch nicht ob ganze Familien oder alleinstehende Männer in der Turnhalle untergebracht werden müssten.  Er gehe aber eher davon aus, dass es eher Familien sind. Aber auch wenn es alleinstehende Männer seien, es handele sich dabei um Menschen und nicht um „wilde Tiere“. Für die Turnhalle in Heppenheim sei ein 24-Stunden- Betreuungsdienst vorgesehen. Auch in der Nacht werde dort ein Pförtner oder der Sicherheitsdienst präsent sein.

Neben der Betreuung und Unterbringung sei auch daran gedacht, die Integration ins Leben in Heppenheim zu fördern. So sollten Begegnungsmöglichkeiten zwischen Flüchtlingen und Heppenheimer Bürgern geschaffen werden, um Vorurteile abzubauen. Am kommenden Montag finde zudem in Heppenheim eine Informationsveranstaltung für die Bürger  statt.

Weiterhin Sportunterricht und Vereinsleben

Der Sportunterricht der Grundschulkinder in Heppenheim wird nach Aussage von OB Kissel nicht ausfallen, sondern die Buben und Mädchen werden mit Bussen zum Turnen nach Wiesoppenheim gefahren. Auch mit den Sportvereinen habe die Stadt bereits gesprochen, auch sie könnten ihre Veranstaltungen und das Training in anderen Hallen absolvieren.

Ortsvorsteher mit Kritik

Der Heppenheimer Ortsvorsteher Alexandros Stefikos betonte gegenüber dem NK, dass Heppenheim ein fremdenfreundlicher Ort sei. Dies belege alleine schon die Tatsache, dass er als Zuwanderer zum Ortsvorsteher gewählt worden sei. Die Bürger werden auch die Flüchtlinge willkommen heißen. Dennoch seien alle Fraktionen im Ortsbeirat der Meinung, dass die Turnhalle das falsche Objekt sei. Hier hätte man bessere Optionen finden müssen. Gleichwohl helfe es jetzt nichts, die Augen vor der Realität zu verschließen. Der Ortsbeirat können auch nichts sagen: „Ja, wir wollen die Flüchtlinge“, oder „Nein, wir wollen sie nicht.“ Letztlich sei dies die Entscheidung der Stadt Worms. Am Dienstag sei der Ortsbeirat daher nur informiert worden, er haben kein Mitspracherecht gehabt.

Für alle Beteiligten heiße es nun, eine gute Lösung zu finden. Dies bedeute auch, für menschenwürdige Unterkünfte zu sorgen. Wichtig sei jetzt, ein konstruktives Miteinander zu finden und den Flüchtlingen zu helfen. Ein „Nein“ und eine Ablehnung helfe niemand.

 

 

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Worms und Ortsteile

Kommentare sind geschlossen

Nibelungen Kurier - Zutrittsprüfung

Herzlich willkommen
beim Internet-Auftritt des Nibelungen Kurier – der Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland.

Seit rund 35 Jahren geben wir zweimal wöchentlich eine gedruckte Ausgabe heraus. Zusätzlich bieten wir diesen kostenlosen Onlinedienst an, auf dem wir täglich das Neueste aus Worms und der Region für Sie bereitstellen. Sowohl die gedruckte als auch die Onlineausgabe sind werbefinanziert.

Warum sehe ich nibelungen-kurier.de nicht?

Sollten Sie Probleme haben, versuchen Sie es mit einem alternativen Browser zum Beispiel:

Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter info@nibelungen-kurier.de gerne zur Verfügung.


Impressum
Nibelungen Kurier Verlag GmbH
Print-Carl-Anlage 20
67547 Worms
Telefon: 06241 9578-0
Fax: 06241 9578-78
info@nibelungen-kurier.de

Geschäftsführer: Frank Meinel und Dieter Schaller
Amtsgericht Mainz, HRB 11190
Umsatzsteuernummer-ID DE 1499 65202
Verantwortlich für den Inhalt: Frank Meinel

Datenschutzerklärung