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  • Di., 21. April 2026, 15:41 Uhr
    MONZERNHEIM/WONNEGAU: Zwischen Dorftradition, Party und echter Gemeinschaft

    70 Jahre Landjugend

    Mit Walter Günther und Reinhold Babel waren zwei Gründungsmitglieder und lebendige Zeitzeugen von 70 Jahren Vereinsgeschichte vor Ort.
    Foto: Landjugend Monzernheim

    70 Jahre Landjugend – das ist nicht einfach nur eine lange Zeitspanne, sondern vor allem eine Sammlung unzähliger Erinnerungen, Erlebnisse und Geschichten. Genau sie prägten die Jubiläumsfeier, die Tradition, Humor und gelebtes Miteinander auf besondere Weise zusammenbrachte. 
    Den musikalischen Auftakt gestaltete der Musikverein Mettenheim und sorgte direkt zu Beginn für eine festliche Atmosphäre, bevor Kathrin Knierim die Feier offiziell eröffnete. In ihrer Doppelrolle als rheinhessische Weinkönigin und erste Vorsitzende schlug sie direkt eine persönliche Note an. Sie sprach darüber, wie sehr die Landjugend prägt – nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich. „Hier wächst man über sich hinaus“, machte sie deutlich. Einen besonders persönlichen Moment schuf sie mit dem Hinweis, dass ihre eigenen Eltern sich einst in der Landjugend kennengelernt haben – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eng Gemeinschaft und persönliche Lebenswege hier miteinander verbunden sind. 

    Über die Ortsgrenzen hinaus

    Es folgten Grußworte aus Politik und Verband: Ortsbürgermeister Benedikt Laux, VG-Bürgermeister Walter Wagner, Landrat Heiko Sippel sowie Ehrenvorsitzender Helmut Erbeldinger würdigten die Arbeit der Landjugend. Auch die Landesvorsitzenden Marie-Christin Willems und Tobias Füge sowie die stellvertretende Bundesvorsitzende Maike Delp machten deutlich, welchen Stellenwert die Landjugend weit über die Ortsgrenzen hinaus hat. 
    Ein echter Gänsehautmoment: Mit Walter Günther und Reinhold Babel waren zwei Gründungsmitglieder vor Ort – lebendige Zeitzeugen von 70 Jahren Vereinsgeschichte. 
    Den emotionalen und zugleich unterhaltsamsten Teil übernahm der Vorstand selbst. In Zweierteams wurde die Geschichte der Landjugend lebendig erzählt – Jahrzehnt für Jahrzehnt, mal humorvoll, mal nostalgisch, aber immer authentisch. 
    Den Anfang machten Klara Weisbender und Maximilian Machmer mit den Gründungsjahren ab 1956. Schnell wurde klar: Es ging schon damals um mehr als Freizeit – nämlich um Zusammenhalt und darum, das Dorfleben für junge Menschen aktiv zu gestalten. 

    Durch die letzten Jahrzehnte

    Die 1970er Jahre wurden von Nils Schilling und Florian Schwamb vorgestellt. Neben dem 20-jährigen Jubiläum – gefeiert mit einer Weinprobe – sorgte vor allem eine Anekdote für Lacher: Ein Landjugendmitglied musste den Bus nach Hause steuern, da der Busfahrer sich der feierfreudigen Gruppe etwas zu sehr angepasst hatte. 
    Für die 1980er Jahre übernahmen Kathrin Knierim und Fabian Wegerle. Sie erinnerten an das 25-jährige Jubiläum im Jahr 1981, bei dem der gesamte Vorstand gemeinsam „Mein kleiner grüner Kaktus“ anstimmte. In einem humorvollen Sketch zum 30-jährigen Jubiläum schlüpften sie zudem in die Rollen von „Karl und Lisbeth“ und ließen einen bunten Abend mit Modenschau und Tänzen wieder aufleben. 
    Die 1990er Jahre präsentierten Maximilian Machmer und Klara Weisbender. In dieser Zeit entstand die mittlerweile legendäre Erdbeerparty in Monzernheim, die zunächst noch im kleineren Rahmen in der Halle stattfand und bis heute ein fester Bestandteil des Vereinslebens ist. 
    In den 2000ern, dargestellt von Lara Armauer und Simon Blass, wurde das 50-jährige Jubiläum alles andere als klassisch gefeiert – mit einer Beachparty mitten im Dorf, Sand unter den Füßen und Feierstimmung bis in den Morgen. Besonders hervorgehoben wurde auch die große Unterstützung der Familie Geil, die bis heute eine wichtige Rolle spielt. 
    Jan Christoph Beyer und Lars Weiskopf nahmen die Gäste mit in die Jahre 2010 bis 2020. Im Mittelpunkt standen zahlreiche „Bauprojekte“ – so bezeichneten sie augenzwinkernd die aufwendig gestalteten Fastnachtswagen, die mit kreativen Sprüchen bei den Umzügen für Aufmerksamkeit sorgten. Auch die Einführung der „Willi an der Willmes“ durfte dabei nicht fehlen – selbstverständlich inklusive des traditionellen Willi. 
    Die jüngste Vergangenheit ab 2020 übernahmen erneut Kathrin Knierim und Fabian Wegerle als „Karl und Lisbeth“. Die Corona-Jahre stellten vieles auf den Kopf: Aus der klassischen Erdbeerparty wurde zunächst eine „@home“-Version, später ein kreatives Format wie „Erdbeerparty meets Saumagenburger“. 2023 konnte endlich wieder richtig gefeiert werden – mit neuer Energie und sogar Neonlicht. 

    Vergangenheit und Zukunft verbinden

    Ein wichtiges Thema war zudem der Namenswechsel im Jahr 2025: Aus der Landjugend Monzernheim wurde die Landjugend Wonnegau. In einem humorvollen Dialog erklärten „Karl und Lisbeth“, dass es dabei nicht um einen Verlust von Tradition gehe, sondern um Öffnung und Integration. Viele Mitglieder kommen inzwischen aus umliegenden Orten – der neue Name soll dieser Entwicklung gerecht werden, ohne die Wurzeln in Monzernheim zu vergessen. „Vergangenheit und Zukunft verbinden – das ist unser Ziel“, lautete die Botschaft. 
    Zum Abschluss richtete der erste Vorsitzende Fabian Wegerle das Wort an die Gäste. Sein Aufruf: bleiben, reden, erinnern. Denn genau darum geht es bei der Landjugend seit 70 Jahren – um Gemeinschaft. 
    Die Jubiläumsfeier zeigte eindrucksvoll: Die Landjugend Monzernheim/Wonnegau ist weit mehr als ein Verein – sie ist ein Stück gelebte Gemeinschaft, das Generationen verbindet und auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Dorfleben spielen wird. 

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