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21.27 Uhr | 11. September 2019

Ab 2020 vier neue interne Stellen

Haupt- und Finanzausschuss: Empfehlung an Stadtrat zur Übernahme der pädagogischen System- und Anwendungsbetreuung an allen Wormser Schulen

In einer von der SPD initiierten und von CDU sowie FDP unterstützten Resolution pochen die drei Wormser Parteien auf die Unabhängigkeit der Lutherstadt. Foto: Leonie Ahlert

Foto: Leonie Ahlert

VON STEFFEN HEUMANN Die Ausgangslage: Der Bildungs- und Schulträgerausschuss hat sich in seiner Sitzung vom 12. März einstimmig dafür ausgesprochen, den Wormser Schulen ein zentrales Hosting der Schulverwaltungssoftware edoo.sys RLP durch die EDV-Abteilung der Stadt Worms, über die Einbindung in ein stadteigenes Schulverwaltungsnetz, anzubieten und die notwendigen Personalressourcen bereitzustellen. Im Zuge dessen hat der Ausschuss die Erarbeitung eines umfänglichen ITBetreuungskonzeptes für die Wormser Bildungseinrichtungen beauftragt. Der Stadtrat ist in seiner Sitzung vom 17. April der Entscheidung des Bildungs- und Schulträgerausschusses gefolgt und hat dem Aufbau eines Schulverwaltungsnetzes durch die EDV-Abteilung der Stadt (1.05) zugestimmt. In diesem Zuge wurden zwei Stellen für den Support des Schulverwaltungsnetzes und des Schulverwaltungsprogramms edoo.sys genehmigt.

Funktionelle, moderne Netze

Viel wichtiger für die pädagogische Arbeit der Schulen mit digitalen Medien sind jedoch funktionelle, moderne Netze. Die Zuständigkeit für die sogenannte Systembetreuung der pädagogischen Netze ist bereits beim Schulträger verortet, die Verantwortung für die Anwendungsbetreuung liegt jedoch bei der jeweiligen Schule. Das Bildungsministerium hat nun am 6. Mai 2019 alle Schulen über eine Änderung der Anwendungsbetreuung informiert, die das zeitliche Engagement von Lehrkräften für die technische Betreuung der IT-Systeme deutlich einschränkt, und den Schulen andere Lösungswege vorgibt. Zitat: „Im Bereich der Anwendungsbetreuung ist es sinnvoll, dass die Erledigung von Wartungsaufgaben, wie z.B. die Installation von Software und die Behebung von Störungen in aller Regel von technischem Fachpersonal durchgeführt werden. Diese Tätigkeiten sollen nicht zu Lasten der Unterrichtsversorgung insbesondere im Bereich des Informatikunterrichts gehen…. Wir möchten damit Konzepte ermöglichen, bei denen der gesamte Support aus einer Hand erfolgen kann. Eine Umwandlung des zur Verfügung stehenden Budgets in Anrechnungsstunden wird es daher zukünftig nicht mehr geben.“

IT-Betreuung durch externe Kräfte

Damit ist es Grundschulen bereits ab diesem Jahr nicht mehr möglich, die Betreuung der pädagogischen Netze durch eigene Kräfte abzubilden. Weiterführende Schulen erhalten noch ein Jahr Aufschub, bis Sie ebenfalls die IT-Betreuung dieses Bereiches durch externe Kräfte umsetzen müssen. Das Land wird zukünftig, abhängig von den Schülerzahlen, ca. 110.000 Euro für die Anwendungsbetreuung der Wormser Schulen zur Verfügung stellen. Diese Zahlen sind aber noch nicht offiziell, da von Seiten des Städtetags und anderer Institutionen ein weitaus höherer Beitrag zur Finanzierung der Betreuung der pädagogischen Netze gefordert wird. Die Stadt Worms hat bisher, mit einer jährlichen Zahlung von fast 12.000 Euro, sowie einem Praktikanten, die Kosten für die Systembetreuung der pädagogischen Netze aller Wormser Schulen abgegolten.

5 Millionen für ein tragfähiges Konzept

Weiterhin wurde am 11. Juli die Vorabfassung der Förderrichtlinien des Landes RLP für den Abruf der Mittel aus dem DigitalPakt Schule veröffentlicht. Darin wird eine Sicherstellung von Betrieb, Wartung und IT-Support als Voraussetzung zur Beantragung der Mittel durch den Schulträger genannt. Dies bedeutet, dass die 5 Millionen Euro, die für die Stadt Worms zur Verfügung stehen, nur mit einem tragfähigen Konzept für den vollumfänglichen IT-Support an Schulen abgerufen werden können. Aktuell gelten diese Förderrichtlinien nur bis 16. Mai 2022. Danach wird das Land ein neues Verfahren festlegen. Hier besteht die Gefahr, dass die restlichen Fördermittel nach dem Windhundprinzip verteilt werden, was für Schulverwaltungen, die noch nicht ihre gesamten Mittel abgerufen haben, zu finanziellen Einbußen führen kann.

Zentrale Betreuung ist beste Lösung

Wie die Abteilung 1.05 in dem beigefügten Arbeitspapier ausgeführt hat, ist eine zentrale Betreuung der pädagogischen Netze, auch vor dem Hintergrund der Betreuung des Schulverwaltungsnetz durch en Bereich 1.05 die beste Lösung um allen Wormser Schulen die Möglichkeit zu geben, die auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmten Medienkonzepte umzusetzen und die ebenfalls im Zuge des DigtalPakts geforderte, übergreifende Medienentwicklungsplanung aufzusetzen Finanzielle Auswirkungen: Der Aufbau eines zentralen pädagogischen Schulnetzes dürfte stufenabhängig in Entgeltgruppe 9b für vier Mitarbeiter*innen Personalkosten von geschätzt 160.000 bis 180.000 Euro jährlich verursachen. Das Land stellt zukünftig für die Anwendungsbetreuung ca. 110.000 Euro zur Verfügung, die Stadt Worms hat bisher ca. 12.000 Euro für die Systembetreuung der pädagogischen Netze zur Verfügung gestellt, sodass von einer Kostenerhöhung von ca. 40 bis 60.000 Euro jährlich ausgegangen werden muss. Bei ca. 11.000 Schülern entspricht dies jährlichen Mehrkosten von ca. 5 Euro pro Schüler und Jahr.

Interne Stellen für die Zukunft

„Da hält uns das Land eine ganz schöne Karotte vor die Nase“, kommentierte Dr. Klaus Karlin für die CDU. Das sei ärgerlich, allerdings mache es kaum Sinn, dieses Problem auf dem Rücken der Schüler auszutragen, so Karlin weiter. Der CDU-Fraktionschef appelliert allerdings an die Landesregierung, künftig für eine nachhaltigere Finanzierung Sorge zu tragen. Timo Horst, SPD-Fraktion verwies auf den DigitalPakt, wonach das Land unabhängig von Bundesmitteln die Digitale Bildung mit Förderquoten von bis zu 90 Prozent unterstütze. Es müsse das Ziel sein, schnellstmöglich das Schülernetzwerk zu optimieren, weiß der Pädagoge aus eigener Erfahrung. Bei W-LAN-Mangel mache auch ein Tablet im Unterricht keinen Sinn, betonte der SPD-Fraktionschef. „Das sind Stellen für die Zukunft“, ergänzte Peter Englert, FWG/Bürgerforum.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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