Sie sind hier: Home » Aus dem Nibelungenland » Alzey-Worms ist „100-Prozent-Region“
09.12 Uhr | 21. August 2013
Landkreis deckt bilanziell gesamten Strombedarf aus Erneuerbaren Energien / „Verspargelung“ entgegenewirkt

Alzey-Worms ist „100-Prozent-Region“

Der Landkreis Alzey-Worms erzeugt bereits heute bilanziell weit mehr als 100 Prozent seines Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien. Der weit überwiegende Teil wird dabei von der Windkraft beigesteuert. Dies ergaben neueste Berechnungen der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe (PGRN). „Die zurzeit im Kreis installierten 135 Windenenergie- und 3.328 Photovoltaikanlagen produzieren bei voller Auslastung rund 715 Megawatt Leistung im Jahr, der Stromverbrauch liegt bei uns dagegen knapp über 400 Megawatt“, informierte der Vorsitzende der Planungsgemeinschaft, Landrat Ernst Walter Görisch. Dies bedeute, dass mehr als 175 Prozent des Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien erzeugt werde. „Damit haben wir einen ganz wichtigen Beitrag zur Energiewende bei uns bereits geschafft“, freute sich Görisch.

Werden die bereits genehmigten und geplanten Windenergieanlagen hinzugerechnet, dann werden im Jahr 2020 rund 190 Windräder im Landkreis Alzey-Worms stehen. Bis dahin werden auch etwa 20 Anlagen „repowered“, das heißt sie werden durch neue und leistungsstärkere Anlagen ersetzt. Laut Berechnungen der PGRN wird die installierte Leistung der Windenergieanlagen dann bei etwa 440 Megawatt liegen und jährlich werden rund 1.100 Megawatt Energie ins Netz eingespeist. Sofern der Stromverbrauch gleich bleibt und die Photovoltaikleistung um 20 Prozent zunimmt, würde die installierte Leistung im Kreisgebiet bei etwa 520 Megawatt liegen. Damit würde der Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien dann im Jahre 2020 im Landkreis bei 290 Prozent liegen.

Die Zahl der Windenergieanlagen im Kreis Alzey-Worms hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Landrat Görisch plädierte vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen für einen moderaten und einen streng an vorgegebenen Effizienz- und bestimmten Standortkriterien gebundenen konzentrierten Ausbau der Anlagen. Einer Verspargelung der Landschaft werde mit einer übergeordneten und methodischen Planung, die sich an transparenten Kriterien orientiere, entgegengewirkt. Die Planungsgemeinschaft habe hierfür mit der Fortschreibung des Teilplans „Windenergienutzung“, der mit Bürgerinnen und Bürgern, Gemeinden, Städten, Kreisen, Verbänden sowie weiteren beteiligten Akteuren abgestimmt wurde, eine wesentliche Grundlage geliefert.

Herausforderungen seien sicherlich noch die Speicherung der aus erneuerbaren Anlagen gewonnenen Energie, um Schwankungen auszugleichen und die Versorgungssicherheit über das ganze Jahr hinweg zu garantieren sowie der Ausbau der Netze. Zugleich seien laut Görisch auf dem Weg zur Energiewende aber auch Methoden der Energieeinsparung und der Energieeffizienz von grundlegender Bedeutung.

Beitrag teilen Facebook Twitter
Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

Kommentare sind geschlossen