Im Dezember ist ein Anstieg der Zahlen durchaus eine saisonübliche Entwicklung; viele wetterabhängige Beschäftigungen sind hier beispielsweise betroffen. In diesem Jahr ist die Entwicklung innerhalb von Rheinhessen dementsprechend unterschiedlich; während sich in der Landeshauptstadt die Arbeitslosenzahl sogar verringerte, stiegen die Werte in Worms an.
Die Gesamtentwicklung im Jahresverlauf spiegelt die konjunkturelle Schwächephase wider: „Der Dezember zeigt uns, was wir bereits im Jahresverlauf in den Bewegungsdaten beobachten konnten,“ erläutert Susanne Decker, Geschäftsstellenleiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit bleiben konstant hoch und gleichzeitig wird der Sprung ins Berufsleben zurück immer schwieriger.“ Damit zusammenhängend ist auch die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen um 85 oder 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Beschäftigungszahlen in Worms zeigen sich dennoch – gerade im Vergleich mit anderen rheinland-pfälzischen Regionen – noch recht robust.
Sorgenvoll war im Jahr 2025 der Blick erstmals auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit akademisch gebildeter Bewerberinnen und Bewerber. Trotz anhaltender Fachkräftediskussion wird es insbesondere für Absolventinnen und Absolventen in zahlreichen Branchen immer schwieriger – oder zumindest zeitlich langwieriger – den Berufseinstieg zu schaffen. Lag der Anteil an Arbeitslosen mit akademischer Ausbildung in ganz Rheinhessen im Januar 2025 noch bei 13,2 Prozent, so ist er nunmehr im Jahresverlauf auf 14,6 Prozent gestiegen.
Bei allen eher betrüblichen Entwicklungen ist es der Geschäftsstellenleiterin jedoch besonders wichtig, auch auf Chancen zu blicken: „Lebenslanges Lernen bleibt am Arbeitsmarkt der Zukunft unerlässlich und immer wieder stehen Menschen auch vor der Situation der beruflichen Neuorientierung. Hier bieten wir unsere Expertise an und sind in Rheinhessen auch finanziell gut aufgestellt, um notwendige Qualifizierungen oder Formen der Kenntnisanpassung zu unterstützen.“ Dieses Angebot gilt übrigens nicht nur für von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen, sondern kann, unter bestimmten Voraussetzungen, auch bei Beschäftigten greifen. Eine erste Inspiration findet man übrigens unter https://www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/erkundungstool-weiterbildung-new-plan
Im Dezember waren in Worms bei der Dienststelle der Arbeitsagentur und dem Jobcenter insgesamt 4.905 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 133 mehr als im November und 139 mehr als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosigkeit ist in Worms im Dezember 2025 gestiegen. 4.160 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 104 Personen mehr (3 Prozent) als im November und 218 Personen bzw. 6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,7 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,3 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.447 Personen (68 Personen mehr als im Vormonat und 224 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 2.713 Arbeitslose registriert (36 Personen mehr als im Vormonat, aber 6 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 65 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 144 Stellen wurden im Dezember neu gemeldet (5 weniger als im Vormonat und 2 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 789 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Auf den regionalen Arbeitsmärkten in Rheinhessen kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen. Im Gesamtbezirk und im Landkreis Mainz-Bingen blieben die Quoten gleichbleibend bei 5,6 bzw.4,9 Prozent, in der Stadt Worms stieg die Zahl von 8,5 auf 8,7 Prozent und im Landkreis Alzey-Worms von 4,5 auf 4,7 Prozent. In der Stadt Mainz sank die Zahl von 5,7 auf 5,6.
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