Sie sind hier: Home » Worms und Ortsteile » Arbeitsmarkt weiter mit Licht und Schatten
10.00 Uhr | 30. Juli 2020

Arbeitsmarkt weiter mit Licht und Schatten

Agentur für Arbeit Worms: Erneut viele Arbeitslosmeldungen aber auch mehr Nachfrage nach Arbeitskräften

Zum Beginn der Ferienzeit stieg in Worms im Juli die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen erneut leicht an. Damit suchen über 34 Prozent mehr Menschen als noch im Juli 2019 eine neue Arbeitsstelle. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich noch einmal auf 8,9 Prozent. Gleichzeitig wächst aber auch wieder die Nachfrage nach Arbeitskräften.

„Wir können leider noch lange nicht von einer Erholung sprechen“, so Susanne Decker, Geschäftsstellenleiterin der Wormser Arbeitsagentur, „auch wenn wir sehen, dass im Arbeitsmarktgeschehen wieder ein bisschen mehr Dynamik eintritt“. So hat sich der bereits im Vormonat erkennbare Anstieg neu gemeldeter Arbeitsstellen weiter fortgesetzt. Neue Mitarbeiter wurden vor allem im Dienstleistungsbereich, im Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung, aber auch im Handel und dem verarbeitenden Gewerbe gesucht.

Neu Kurzarbeit angezeigt haben im Juli dagegen nur noch 10 Betriebe für rund 190 Mitarbeiter, deutlich weniger als in allen Vormonaten. Seit Beginn der Krise sind es in Worms insgesamt über 890 Betriebe für rund 8.900 Beschäftigte. Die Betroffenheit geht dabei quer durch alle Branchen. Für eine Gesamtanalyse ist es allerdings noch zu früh, da die Betriebe drei Monate Zeit haben, um ihre jeweiligen Abrechnungen einzureichen.

Ausbildungsangeboite in nahezu allen Bereichen
Deutlich geringer als im Vorjahresvergleich ist der Anstieg der Zahl junger Menschen unter 25, die sich im Juli bei der Arbeitsagentur gemeldet haben. Jahreszeitüblich verzeichnet die Agentur im Sommer nach Beendigung der Ausbildungen gerade im Juli hier stets hohe Zuwächse. Kein Grund jedoch zur Freude, so Decker, handelt es sich hier vermutlich nur um eine Verschiebung, da viele Ausbildungsprüfungen coronabedingt etwas später stattfinden. Für alle Schulabgänger, die noch nicht wissen, wie es weitergehen soll, kann die Geschäftsstellenleiterin berichten, dass noch immer in nahezu allen Bereichen Ausbildungsangebote für den Einstieg ins Berufsleben offen sind. „Wer jetzt noch auf der Suche ist, sollte sich schnellstmöglich beraten lassen“, so Decker. „In Zeiten von Corona geht das am besten telefonisch.“ Die Berufsberatung ist unter der eigens geschalteten Hotline 06131/248-799 erreichbar. Hier erfahren Jugendliche, wo noch Stellen frei sind und bekommen Tipps für ihre Bewerbung. Auch Eltern bekommen hier Antworten auf alle Fragen rund um die Ausbildungssuche.

Besonders betroffen von der zunehmenden Arbeitslosigkeit sind ausländische Menschen. Ihr Anteil ist auch im Juli wieder höher als der Gesamtdurchschnitt. „Hier spielt häufig die Qualifikation eine Rolle und viele Branchen, in denen besonders viele ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden, sind von der Corona-Krise stark betroffen, wie etwa die Gastronomie“ erläutert Decker.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Juli waren in Worms bei der Dienststelle der Arbeitsagentur und dem Jobcenter insgesamt 5.094 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 51 mehr als m Vormonat und 803 mehr als im Vorjahr. 4.138 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 59 mehr als im Juni und 1052 oder 34,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 8,8 auf 8,9 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 6,7 Prozent gelegen. Von den 4.138 Arbeitslosen im Juli wurden 1.569 von der Arbeitsagentur und 2.569 vom Jobcenter betreut. Der Zuwachs beschränkt sich ausnahmslos auf den Bereich der Agentur. 1.630 haben einen ausländischen Pass. Die Arbeitslosenquote liegt hier bei 17,8 Prozent.

Mit 196 gemeldeten Stellen zog die Nachfrage nach Arbeitskräften erneut an. Es waren 11 mehr als im Juni, aber 153 weniger als vor einem Jahr.

Im Juli kam auch auf allen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk stieg die Quote von 5,8 auf 5,9 Prozent, in der Stadt Mainz von 6,5 auf 6,8 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,7 auf 4,8 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 4,5 auf 4,6 Prozent. In der Stadt Worms stieg die Quote von 8,8 auf 8,9 Prozent.

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Worms und Ortsteile

Schreiben Sie einen Kommentar

7 + 8 =
7 + 8 =
2 + 7 =