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11.54 Uhr | 1. Oktober 2019

„Auf Kosten der Umwelt“

VSR-GEWÄSSERSCHUTZ: Brunnenbesitzer im Raum Worms ärgern sich über die Nitratbelastung in ihrem Wasser

Harald Gülzow (links), vom VSR-Gewässerschutz e.V., im Gespräch mit einer Brunnennutzerin.

Harald Gülzow (links), vom VSR-Gewässerschutz e.V., im Gespräch mit einer Brunnennutzerin.

Der VSR-Gewässerschutz e.V musste leider wieder Bürgern mitteilen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. Viele Menschen kamen in der Hoffnung, dass ihr Brunnenwasser nicht von den Nitratbelastungen betroffen ist, an den Informationsstand in Worms. Jeder dritte Brunnenbesitzer wurde enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist. Insgesamt wurde das Wasser von 39 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Worms – Bobenheim-Roxheim – Monsheim analysiert. Ein Grund für die hohen Belastungen sei die intensive Landwirtschaft. Diese habe sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet. „Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Stark verschmutzte Brunnen

Die umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, zu der viele bäuerlichen Betriebe zählen, verschwinden dagegen immer mehr. Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern bei ihrem Einkauf bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen. Dipl. Phys. Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz und Milan Toups sowie Lennart Hoster, beide Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, fanden bei den Untersuchungen 137 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Heppenheim. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Roxheim mit 124 Milligramm pro Liter (mg/l), Bobenheim mit 93 mg/l, Worms mit 109 mg/l, Horchheim mit 78 mg/l, Monsheim mit 67 mg/l und in Wiesoppenheim mit 109 mg/l fest. Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung zeigten viele Brunnenbesitzer, dass sie über die Nitratbelastungen der Region wütend sind. Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist.

Nitratkonzentration kennen

Ärgerlich sei insbesondere, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet sei. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen könnten anschließend zu Fischsterben führen. Auch beim Gießen des selbst angebauten Gemüses sollte das Brunnenwasser nicht zu einer Nitratanreicherung führen. Der einzelne Brunnenbesitzer kann eine Anreicherung vermeiden, wenn er die Nitratbelastung des Brunnenwassers in die Düngeberechnung einbezieht. Hierfür sei es allerdings dringend nötig die Nitratkonzentration im Brunnenwasser zu kennen. Die gemeinnützige Umweltschutzorganisation hat auf ihrer Homepage www.vsr-gewässerschutz.de viele Tipps rund um das Thema Brunnenwasser zusammengestellt. Hier findet man auch Informationen wie man den zugeführten Stickstoff durch das Gießwasser ausrechnet.

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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