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Aufgeben ist keine Option

Handball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar Frauen: TG Osthofen erkämpft im letzten Heimspiel der Saison mit purem Willen 28:28-Unentschieden gegen TV Bassingen

Im Tiefflug unter dem Radar zum Erfolg: Mona Schmitt stemmt sich voller Vehemenz gegen die Niederlage. Zwei ihrer neun Tore erzielt die flinke Spielmacherin der TG Osthofen in den Schlussminuten zum verdienten 28:28-Unentschieden gegen TV Bassenheim. Foto: Felix Diehl

VON JÜRGEN JAAP | Den Kopf in den Sand stecken? Bloß keine Vogel-Strauß-Politik. Die Sache laufen lassen? Macht man mitunter mal auf Abschnitten der Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Aufgeben? Kann man Briefe bei der Post. Für die Handball-Frauen der TG Osthofen im Spiel der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar gegen den TV Bassingen alles keine denkbaren Optionen. Diese Partie wollten die Mädels der TGO im letzten Spiel der Saison 2018/2019 vor heimischer Kulisse in der Wonnegauhalle nicht verlieren. Es war der pure Wille am Ende einer an den Kräften zehrenden Spielzeit, die den Punktgewinn beim 28:28 (11:11) der TGO-Handballerinnen gegen den Tabellensechsten aus der Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz ermöglichte.

Die Traube ihrer Mitspielerinnen deckt die zierliche Frau mit dem großen Kämpferherzen komplett zu. Mittendrin im feiernden Gebilde aus Armen, Beinen und reiner Freude steckt Mona Schmitt. Zwei Sekunden vor der Schlusssirene hat sie das in Harz getränkte Leder in unnachahmlicher Weise von schier unendlicher Energie beseelt in die Maschen des Netzes gehämmert. „Der Trainer gab in der Auszeit die Devise vor, die Zeit von der Uhr zu nehmen und dann unser Glück zu versuchen“, gibt Mona Schmitt nachher ganz nüchtern zu Protokoll. „Das hab’ ich dann gemacht.“ Mit Glück hatte der neunte erfolgreiche Wurf der besten Spielerin auf dem Platz zum 28:28 aber nicht viel zu tun. Das Mädel kann’s halt. Hat sie schon oft bewiesen. Zwei Minuten vor dieser Szene etwa. Da glückte ihr ein Tempo-Gegenstoß zum 27:27-Ausgleich. Dass Bassingen danach einen Siebenmeter zur erneuten Führung versenkt. Sei’s drum. Es waren ja noch ein paar Sekunden auf der Uhr …

Dramaturgie des Spiels deutet auf Heimpleite hin

Sechs der sechzig Minuten reiner Spielzeit ließen zunächst vermuten, dass Osthofen endlich einmal den TV Bassingen in die Knie zwingen könnte. „Wir haben zuvor immer knapp verloren, das wollten wir ändern“, umreißt Mona Schmitt den klasse Start ihrer Mannschaft ins Spiel. 5:1 führten die Gastgeberinnen, obwohl mit der erkrankten Kreisläuferin Michelle Köhler und der verletzten Spielmacherin Christina Fahrnbach gleich zwei Säulen im Spiel der TGO fehlten. Weil Bassingen aber bis zur Pause zum 11:11 ausglich und Mitte der zweiten Hälfte auf 21:18 davon zog, schien die Partie wohl so zu verlaufen, wie die Spiele zwischen Osthofen und Bassingen zuvor stets – nämlich in Richtung der Rheinländerinnen.

Dieses eine Mal aber nicht. Kristina Graf vom Siebenmeterpunkt mit hundertprozentiger Ausbeute bei sechs Strafwürfen, dazu die jungen Nachwuchs-Spielerinnen Tatjana König (3) und Ann-Christin Knierim (2) stemmten sich angeführt von Mona Schmitt gegen die drohende Niederlage. „Diesen Punkt haben wir uns verdient“, betont Mona Schmitt. Und dieser eine Zähler zieht schließlich schon einen Spieltag vor dem finalen Match beim Tabellenelften HSV Püttlingen das Saisonziel absolut fest: Ein einstelliger Tabellenrang in der Oberliga Rheinlnad-Pfalz / Saar ist den TGO-Frauen nicht mehr zu nehmen.

TG Osthofen: Haag, Kleinewächter; Schmitt (9), Köhler, Schnaubelt, Knierim (2), Bott (3), Reimann, König (3), Susanna Graf, Kristina Graf (6/6), Hauck (4), Fahrnbach, Thurow (1).
Zuschauer: 120.

Chef-Trainer Marcus Otterstätter zieht Saison-Bilanz …

Der schwierige Saisonstart:
Osthofen stotterte sich mit 1:11 Punkten in die Spielzeit. „Das lag in erster Linie daran, dass wir viele neue Spielerinnen ins Team einbauen mussten. Dieser Hypothek sind wir immer hinterhergerannt.“

Zur Rückrunde besser in Tritt:
Osthofen holte bislang 11 Zähler und hat im finalen Spiel beim HSV Püttlingen die Gelegenheit, das Punktekonto im zweiten Teil der Saison noch auszugleichen. „Mit der Zeit haben wir uns gefunden, was speziell für unsere Abwehr gilt. Wir haben uns kontinuierlich gesteigert.“ Der Lohn: mindestens Rang neun in der Tabelle. Im günstigsten Fall kann sogar noch Rang acht herausspringen.

Die Heimstärke der Mannschaft:
Osthofen holte 16 seiner insgesamt 22 Punkte in der Wonnegauhalle. „Mit dem Publikum im Rücken spielen wir fast eine Klasse besser als auswärts.“ Das führt aber auch gleich zum größten Manko der TGO-Frauen: In fremden Hallen geht nicht viel. Daran muss das Team kommende Saison arbeiten.

Das Gesamt-Fazit:
„Kurz und knackig: Wir können zufrieden sein.“

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Geschrieben in Handball, Sport

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