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Barocke Lebenslust auf historischen Instrumenten

Exquisites Neujahrskonzert unter Leitung von Christian J. Bonath in der Pauluskirche mit „Pulchra Musica“ und Dan Zerfaß

„Solo Dei Gloria“ – Gott allein zum Ruhme – überschrieb Händel sein Konzert für Orgel, zwei Oboen und basso continuo in F-Dur. Dan Zerfaß präsentierte dem Publikum mit seinem innigen Spiel einen seltenen Hör- und Sehgenuss auf einer beweglichen Truhenorgel. Foto: Regina Urbach

„Solo Dei Gloria“ – Gott allein zum Ruhme – überschrieb Händel sein Konzert für Orgel, zwei Oboen und basso continuo in F-Dur. Dan Zerfaß präsentierte dem Publikum mit seinem innigen Spiel einen seltenen Hör- und Sehgenuss auf einer beweglichen Truhenorgel. Foto: Regina Urbach

Barock und festlich war der Rahmen des diesjährigen Neujahrskonzerts der Dominikaner in der weihnachtlich geschmückten Pauluskirche.

Das Barockorchester „Pulchra Musica“ unter der Leitung von Christian J. Bonath brachte auf historischen Instrumenten selten zu hörende Juwele mit liebevoller Präzision zum Erklingen: das letzte der vier großen Flötenkonzerte des Preußenkönigs Friedrichs des Großen, das Konzert für zwei Oboen und Orchester in D-Dur des Venezianers Tomaso Albinoni und das Orgelkonzert mit kleinem Orchester in F-Dur von Georg Friedrich Händel.

Als kleines Zugeständnis an das heimische Lokalkolorit dienten je zwei kurze hessische Märsche der Barockzeit von unbekannten Komponisten zwischen den großen Konzertstücken, gefunden in Darmstadt, Bensheim, Auerbach, Zwingenberg, Friedberg und Isenburg.

In der wunderbaren Akustik der Pauluskirche gelang dem Ensemble eine rhythmisch aufmerksame Darbietung der Konzertstücke mit unübersehbarer Freude, die der Lebenslust dieser Musik in vollem Maße gerecht wurde.

Leiter Christian J. Bonath, der die Zuhörer jeweils kurz in die Stücke einführte, kitzelte aus jedem Instrument ein Maximum an Ausdruck heraus: 1. und 2. Violine (Konzertmeister Peter Jutz, Olga Nodel), Viola (Andrea Christ), 1. und 2. Oboe (Elisabeth Wagner, Suna Park), Violone (Ichiro Noda) und Cello (Katharina Schmitt). Die historischen Saiteninstrumente waren wie zu Barockzeiten mit Darmsaiten bespannt.

Der Soloflötist spielte Friedrichs Flötenkonzert auf einer Holztraversflöte – Metallinstrumente kamen erst im 19. Jahrhundert in Gebrauch. Bonath dirigierte das Orchester mit dem Rücken zum Publikum und begleitete es zugleich mit einer weich gestimmten Truhenorgel, die für das Orgelsolo im Händelkonzert später zum Publikum gedreht wurde.

Flötenkonzert als erster Höhepunkt
Ein erster Höhepunkt war das von Christian Prader im Solopart königlich-virtuos gespielte Flötenkonzert von Friedrich dem Großen. Der als kriegerischer Haudegen bekannte Preußenkönig wurde als Schüler des berühmten Johann Joachim Quantz selbst zum anspruchsvollen Flötisten und empfindsamen Komponisten. Das Orchester begleitete ihn, wie nun auch Prader, zu atemberaubenden Trillerläufen und zur harmonischen Durcharbeitung seiner Themen, wagte jedoch keinen gleichberechtigten Dialog.

Für die Zuhörer ein Schmankerl war auch, Domorganist Dan Zerfaß beim Händelkonzert so nah auf der Truhenorgel mit ihrem geheimnisvollen Klang zu lauschen und die Musik im Spiegel seiner versunkenen Mimik zu erleben.

Nach einer guten Stunde spendete das durchweg begeisterte Auditorium in der ausverkauften Barockkirche reichlich Applaus und erhielten als Zugabe einen weiteren festlichen Marsch, diesmal aus Eberstadt. Viele folgten der Einladung der Dominikaner zu einem Umtrunk mit Valckenberg-Sekt und kleinen Häppchen und der Gelegenheit, die Musiker zur historischen Aufführungspraxis zu befragen. So geriet das Neujahrskonzert zum sinnenfrohen wie festlichen Auftakt für 2014.

 

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