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Baustelle mit Hindernissen

Andreasstift gibt Einblicke in den Fortschritt der Umbau- und Sanierungsmaßnahmen / Wiedereröffnung im April 2021

Neuer Schiefer für das Dach, neue Durchgänge, Böden, Fenster, und und und … Die Baustelle scheint kein Ende zu nehmen, doch die Museumsleitung bleibt zuversichtlich. Foto: Jasmin Brodda

Neuer Schiefer für das Dach, neue Durchgänge, Böden, Fenster, und und und … Die Baustelle scheint kein Ende zu nehmen, doch die Museumsleitung bleibt zuversichtlich. Foto: Jasmin Brodda

Von Leonie Ahlert | Es ist noch lange nicht geschafft, so der Tenor während eines Presserundgangs durch die Baustelle Andreasstift mit Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, der Museumsleitung, dem Altertumsverein und dem zuständigen Architekten Jürgen Hamm. Dabei wurde erläutert, wie es derzeit mit den andauernden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen weitergeht.

„Eine temporäre Öffnung vor der großen Ausstellung wird es aufgrund der Bauarbeiten vermutlich nicht geben“, bedauerte Kosubek. Nur am Andreastag im November 2020 sollen die Räumlichkeiten anlässlich des 1.000-jährigen Bestehens des Andreasstiftes noch einmal geöffnet werden, so die Museumsleitung. Der Termindruck sei im Hinblick auf die Landesausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Freiheit – Worms 1521“ enorm, sodass der Umbau möglichst schnell zu Ende gebracht werden müsse.

Mittel waren nicht ausreichen

„Die ursprünglich vom Stadtrat bewilligten und zuvor kalkulierten Mittel seien nicht ausreichend gewesen, da sich durch die Anforderungen von Arbeits- und Brandschutz, Einbruchschutz zur Museumssicherheit und einer zukunftsorientierten Ausrichtung an den Stand der Technik Mehrkosten ergeben haben, die man zu Zeiten der Planung noch nicht vorhersehen konnte“, erläuterte Kosubek während des Rundgangs.

„Zusätzliche Mittel sind erst vor Kurzem freigegeben worden“, berichtete Verwaltungsleiterin Ulrike Breitwieser. Dadurch verzögerten sich die erforderlichen Baumaßnahmen erheblich. Hinzu kämen noch generelle „Baustellenprobleme“, wie beispielsweise das derzeit angespannte Baugewerbe sowie nicht vorhersehbare Herausforderungen.Die alten Sanitäranlagen im Keller wurden komplett entfernt. Alte Heizungsrohre aus den 20er Jahren sorgten für einen Wasserschaden, bei dem 40.000 Liter austraten und im Erdgeschoss an einer Stelle den Untergrund unterspülten. „Es hat allein zwei Wochen in Anspruch genommen das Loch im Rohr ausfindig zu machen“, so Architekt Jürgen Hamm. Das habe zu weiteren Baumaßnahmen geführt. Eine exakte Planung im Vorfeld sei in den Räumen des Andreasstiftes nahezu unmöglich, da man immer auf neue Schwächen stoße. Im Kreuzgang beispielsweise schien alles nach Plan zu verlaufen, bis sich plötzlich ein Riss in einem der Bögen vergrößerte. Weitere kleinere Risse müssen nun auch ernster betrachtet werden und so ist es nun notwendig, alle vier Bögen im südlichen Kreuzgang mit Trägern zu verstärken, was auch wieder deutlichen Mehraufwand bedeutet.

Neue Präzisionsklimaanlage

Zufrieden zeigt sich die Museumsleitung über eine neue Präzisionsklimaanlage im Keller, die für den „Weißen Saal“ direkt darüber eingebaut wurde. Sie ermöglicht es in Zukunft auch wertvolle Exponate zu zeigen, die eine bestimmte Temperatur benötigen. Mobile Splitgeräte sind für die anderen Räume zur Klimatisierung vorgesehen, wie zum Beispiel für den ehemaligen Verwaltungstrakt, der nun – ohne seine beiden Trennungswände – einen weiteren, größeren Ausstellungsraum für die Sonderausstellung bietet. Er soll zukünftig als Multifunktionsraum dienen und etwa als Aktionsfläche für Museumspädagogik genutzt werden. Außerdem wurde die alte Ölheizung nun auf Gas umgestellt, was jährlich bis zu 80.000 Liter Heizöl einspart.

1.900 Museumsexponate wurden bereits erfasst und digitalisiert. Rund 28.000 müssen noch bearbeitet werden. Foto: Jasmin Brodda

1.900 Museumsexponate wurden bereits erfasst und digitalisiert. Rund 28.000 müssen noch bearbeitet werden. Foto: Jasmin Brodda

Untätig sind die Mitarbeiter während der Baumaßnahmen keineswegs. Wie Ulrike Breitwieser im Magazin veranschaulicht, wird die besucherfreie Zeit vor allem dazu genutzt, den Bestand zu digitalisieren. Bereits 1.900 Objekte wurden fotografiert, einem neuen Standort zugewiesen und im Inventarisierungsprogramm entsprechend erfasst. Im Magazin selbst weichen viele der alten, klobigen Holzschränke, leichter zugänglichen und überschaubareren Schubladen- und Regalsystemen. Die Objektsammlung wird die Museumsmitarbeiter mit ihren rund 30.000 Exponaten wohl noch eine Weile in Atem halten.

Die bekannte Dauerausstellung selbst, so die Museumsleitung, wird nach der Wiedereröffnung nicht mehr geöffnet werden, dies sei nicht mehr zeitgemäß. Es soll kein einfaches „Durchlaufen“ mehr geben, sondern wechselnde Teil- und Sonderausstellungen. „Das Museum soll sich nicht mehr wie ein altes, begehbares Schulbuch anfühlen“, lächelte der wissenschaftliche Leiter Dr. Olaf Mückein, bevor es zurück in den „Weißen Saal“ ging. So heißt es „arbeiten, arbeiten, arbeiten“, damit zur Sonderausstellung im April 2021, zu welcher derzeit 50.000 Besucher erwartet werden, alles fertig ist.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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