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Bibeltexte auf Rheinhessisch

Autorenlesung mit Pfarrer Dr. Michael Finzer und Mundart-Experte Hartmut Keil bei der Pfeddersheimer Kulturinitiative

Hartmut Keil und Pfarrer Dr. Michael Finzer (von links).

Hartmut Keil und Pfarrer Dr. Michael Finzer (von links).

Auf Einladung der Kulturinitiative Pfeddersheim e. V. brachten der Wormser Mundart-Experte Hartmut Keil und der evangelische Pfarrer Dr. Michael Finzer aus dem rheinhessischen Wallertheim die Bibel – das „Buch der Bücher“ – einem interessierten Auditorium im Wechselspiel von Wormser Mundart und hochdeutscher Fassung so nahe, dass großer Beifall den Vorleseabend beschloss und etliche Zuhörer das 136 Seiten umfassende Büchlein zur weiteren Lektüre mit nach Hause nahmen.

Texte aus der „Lutherbibel 1984“
Nach der bereits ausverkauften ersten Auflage des kürzlich erschienenen Büchleins „…die wissen jo ned, was se machen“ boten die beiden Autoren eine Auswahl von biblischen Texten des Alten und Neuen Testaments aus ihrer nunmehr zweiten Buchauflage, die alle der „Lutherbibel 1984“ entnommen sind. Mit rhetorischer Finesse und Sinn für inhaltliche Höhepunkte der Bibel prägten sie den Abend im evangelischen Gemeindehaus in wohl abgestimmter Textauswahl: Die Schöpfungsgeschichte (Die Schebfung), Der Sündenfall (De Sindefall), Jesu Geburt (Die Geburd vum Jesus), Die Hochzeit zu Kana (Die Hochzed in Kana) weiter über „Der wahre Weinstock“ (De eschde Woischdogg), Die Kreuzigung (Die Kreizischung) und die Warnung vor Müßiggang (Warnung vor de Faulenzerei) bis hin zur Offenbarung des Johannes (Die Offebarung vum Johannes) riefen in den knapp zweistündigen Lesungen die Sammlungen der Schriften in Erinnerung, die als „Heilige Schrift“ Urkunden des Glaubens von Judentum und Christentum sind.

Hierzu hat Pfarrer Klaus D. Fischer (Leiselheim) im Vorwort des Buches unter anderem geschrieben: „Die ins Rheinhessische übertragenen Texte laden dazu ein, die biblischen Geschichten jeweils aus einer anderen Perspektive zu hören und zu verstehen. Die Verwendung des Dialekts als uns bekannter und geläufiger Alltagssprache kann eine Hilfe sein, die Distanz zwischen uns heute und der Lebens- und Gedankenwelt der Verfasser der biblischen Schriften zu überbrücken.“

Lockere Eigen-Kreation
Als lockere Eigen-Kreation verrieten die Beiden zu guter Letzt, wie denn wohl der rheinhessische Dialekt erschaffen worden sei. Im abschließenden Kapitel „Gott und der rheinhessische Dialekt“ gaben sie unter großem Applaus ihre Antwort, dass Gott am „achten Tag“ die Dialekte geschaffen und dabei die Berliner, Hamburger, Kölner, Sachsen, Bayern und Schwaben allesamt wohlwollend bedacht habe. Nur für die Rheinhessen war kein Dialekt übrig. Da wurde der Rheinhesse zunächst traurig und regte sich fürchterlich auf! Doch Gott beruhigte ihn mit den Worten: „Reesch disch ned uff moin Bu, dann babbel hald so wie isch!!“

Claus Theis, Vorsitzender der Kulturinitiative Pfeddersheim e. V., der zu Beginn Willkommensgrüße entboten hatte, dankte gemeinsam mit seiner Stellvertreterin, Dr. Elisabeth Schick, den beiden Autoren – wie könnte es in Pfeddersheim anders sein – mit guten „Tropfen“ edler Gewächse.

Das Buch
„…die wissen jo ned, was se machen“, Softcover, Format A6, 136 Seiten, Preis: 8,25 Euro
Pro verkauftem Exemplar spenden die Autoren 25 Cent an den Dombauverein Worms
Erhältlich ist das Werk in ausgewählten Buchhandlungen und bei den Autoren
Weitere Informationen unter www.Bibelmundart.de.vu

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland

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