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15.38 Uhr | 17. März 2021 | PR-Anzeige

Corona-Krise belastet kaum

VOLKSBANK ALZEY-WORMS: Jahresergebnis 2020 präsentiert sich besser als erwartet

Eigentlich standen die Herausforderungen für die Volksbank Alzey-Worms bereits zu Beginn des Jahres 2020 fest: „Die Niedrigzinsphase, Digitalisierung und überbordende, oft nicht nachvollziehbare Regulatorik lassen seit Jahren Zinsmargen schrumpfen, Erträge abschmelzen und Kosten steigen“, berichtete Günter Brück, Vorstandssprecher der Volksbank Alzey-Worms bei der Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2020 am Mittwoch.

Und dann kam die Corona-Pandemie mit dem ersten Lockdown. In der Hälfte der Filialen wurde für sechs Wochen der Service geschlossen, seither herrscht wieder Normalbetrieb, keine Abteilung wurde auch nur vorübergehend geschlossen, auch meldete die Volksbank Alzey-Worms keine Kurzarbeit an.

Bilanzsumme erhöht

Die spürbarsten Auswirkungen der Corona-Krise waren laut Brück ein Digitalisierungsschub bei Kunden und innerhalb der Bank zudem hatten die  eingeschränkten Möglichkeiten des privaten Konsums zur Folge, dass Bezahlvorgänge mit Karte sowie im Internet und auch die Sparquote anstiegen.

„Trotz aller Herausforderungen, auch die Zinssituation hat sich anstelle des zunächst erwarteten leichten Anstiegs durch weiteres Absinken verschärft“, zeigte sich Brück mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden. Ein wiederum kräftiges Wachstum sowohl bei den Kundenkrediten als auch bei den Kundeneinlagen, erhöhte die Bilanzsumme im Jahr 2020 um ca. 449 Mio. Euro bzw. 12,15  Prozent auf 4.422 Mio. Euro. Damit wuchs die Bank verglichen mit dem Vorjahr (6,1 Prozent oder 227 Mio. Euro) fast um das Doppelte.

Erwartungen übertroffen

„Um 7,5 , statt der erwarteten 5 Prozent, legten die Buchkredite zu“, wie Vorstandsmitglied Tobias Schmitz danach ausführte. Das Gesamtvolumen lag zum Jahresultimo bei 3.289,9 Mio. Euro. Sowohl im Privatkunden- (+ 143 Mio. Euro bzw. 13,7 Prozent) als auch im Firmenkundengeschäft (+ 105 Mio. Euro) konnte die Bank eine hohe Wachstumsrate erzielen.

Kaum Kreditausfälle
Im Hinblick auf die Corona-Krise konnte Tobias Schmitz verkünden, dass das Ziel der Volksbank, alle vertretbaren Kreditwünsche zu erfüllen, auch in diesem Jahr eingehalten wurde. Durch  Zusammenarbeit mit  Steuerberatern stand man den zum größten Teil langjährigen Kunden helfend zur Seite. „Es gab kaum Kreditausfälle, Ratenaussetzungen sind bereits wieder deutlich zurückgekommen (von zunächst 1.449 Konten in der Spitze ging es zum Jahresende zurück auf 255). Mit 201 abgerufenen Förderkrediten mit einem Volumen von knapp 21 Mio. Euro blieb auch dies sehr überschaubar“, so Schmitz.

Wertpapiergeschäft legt zu

Die Kundeneinlagen verzeichnen mit +7,4 Prozent oder 233,2 Mio. Euro ebenfalls ein deutliches Wachstum. Der Zuwachs erfolgte wie schon in den Vorjahren ausschließlich im kurzfristigen Bereich, für den keine Zinsen gezahlt werden.

Von März bis Juni 2020 ergaben sich sehr gute Möglichkeiten am Aktienmarkt, wovon die Kunden auch Gebrauch machten und deutlich mehr Depots eröffneten als in den Vorjahren. Die Umsätze im Wertpapiergeschäft nahmen um 43 Prozent zu.

Verwahrentgelt für Neukunden

„Wir möchten keine nicht nur ´Kapitalsammelstelle´ sein, erläuterte Schmitz, dass vor dem Hintergrund des negativ „zementierten“ Zinsniveaus und hoher Zuflüsse an Bankeinlagen die Bank zukünftig bei Neukunden ein Verwahrentgelt von
– 0,5 Prozent erheben wird. Für Privatkunden gilt dabei die Grenze von 100.000,00 Euro und bei Firmenkunden 250.000,00 Euro, denn

Zinsergebnis sinkt

Das Zinsergebnis ist, wie Günter Brück danach berichtete, in 2020 um 5 Mio. Euro oder 6,6 Prozent gesunken. „Die fehlende Dividende durch das Corona-bedingte Dividendenverbot macht hierbei knapp die Hälfte aus“. Das Provisionsergebnis ist hingegen um 1,2 Mio. Euro oder 5,6 % gestiegen. Grund dafür waren Erträge aus dem Hausbankmodell sowie aus der verstärkten Nachfrage nach Wertpapieren, Vorsorge- und Versicherungsprodukten.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt 31,1 Mio. Euro und liegt damit 4,4 Mio. Euro oder 12,4 Prozent unter dem Vorjahr. Es ergeben sich keine Belastungen aus dem Bewertungsergebnis, somit ist auch keine höhere Risikovorsorge notwendig.
Das Ergebnis vor Steuern ist mit 31,5 Mio. Euro um 9,5 Mio. Euro oder 23,2 Prozent deutlich zurückgegangen. Aus dem Gewinn wird die Volksbank Alzey-Worms ihr Eigenkapital mit knapp 20. Mio. Euro stärken können.

Keine weiteren Filialschließungen

Mit der für rund 1,6 Mio. Euro neu gebauten Geschäftsstelle in Worms-Pfeddersheim präsentierte die Voba ihren Prototypen für die Filiale der Zukunft. Im Mittelpunkt steht dabei mit „VR-SiSy“ die erste Video-Serviceberatung der Region, durch die die Kunden in verlängerten Geschäftszeiten durch persönlichen Kontakt mit Servicemitarbeiterinnen ihre Geschäfte erledigen können. „Das werden wir in nächster Zeit ausweiten“, kündigte Günter Brück an, in Nierstein, Osthofen und Wörrstadt werde es bald weitere „VR-SiSy“- Kabinen geben.

Mit dem Neubau in Pfeddersheim und der damit erfolgten Zusammenlegung mit der Geschäftsstelle in Monsheim ist laut Günter Brück das in 2017 auf die Schiene gesetzte Filialkonzept nun abgeschlossen, weitere Filialschließungen stehen vorerst nicht an.

 

Zahlen und Fakten 2020

Bilanzsumme

4.422 Mio. € (+ 12,15 %)

Bilanzielle Kundenforderungen

3.289,9 Mio. € (+ 7,5 %)

Bilanzwirksame Kundeneinlagen

3.366 Mio. € (+ 7,3 %)

Zins- und Provisionsüberschuss

93,1 Mio. € (./. 3,9 %)

Personalaufwand

38,9 Mio. € (+ 1,2 %)

Andere Verwaltungsaufwendungen

18,5 Mio. € (./. 0,6 %)

Betriebsergebnis vor Bewertung:

31,1 Mio. € (./. 12,4 %)

Bilanzgewinn

5,7 Mio. € (./. 17,5 %)

Dividende

2 % + 2 % (für 2019 und 2020)

Anzahl Mitglieder

69.430 (Vorjahr: 70.233)

Anzahl Mitarbeiter
davon Auszubildende davon Teilzeitbeschäftigte

652 (Vorjahr 663) 39 (37)

223 (220)

Anzahl Geschäftsstellen (davon SB-Stellen)

48 (52) 24 (24)

 

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Geschrieben in Aus der Geschäftswelt

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