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Das Fauchen der Jungdrachen

Talente im Nibelungenland: C2-Jugend der HSG Worms eifert Oberliga-Truppe der Wormser Drachen nach / Qualifikation zur Oberliga ist für die Jungdrachen „ein Kinderspiel“

Geschafft! Die C2-Jugend der HSG Worms tritt in der kommenden Handball-Saison in der höchstmöglichen Spielklasse an. Beim Qualifikations-Turnier zur Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar in der heimischen Nikolaus-Doerr-Halle legten die Jungs um die beiden HSG-Trainer Tobias Feil und Markus Metzdorf einen Durchmarsch mit drei glatten Siegen in den drei Qualifikations-Spielen hin. Foto: Felix Diehl.

Geschafft! Die C2-Jugend der HSG Worms tritt in der kommenden Handball-Saison in der höchstmöglichen Spielklasse an. Beim Qualifikations-Turnier zur Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar in der heimischen Nikolaus-Doerr-Halle legten die Jungs um die beiden HSG-Trainer Tobias Feil und Markus Metzdorf einen Durchmarsch mit drei glatten Siegen in den drei Qualifikations-Spielen hin. Foto: Felix Diehl

VON JÜRGEN JAAP | Sport ist so vielfältig. Von Aerobic über Basketball, Fußball, Handball, Hockey, Radfahren, Tanzen, Tennis, Tischtennis, Turnen bis hin zum Wassersport bieten alleine in der Nibelungenstadt Worms über 100 Sportvereine mit insgesamt etwa 31.000 Mitgliedern nahezu jede Sportart an. Zahlreiche junge Menschen eifern olympischen Helden der Leichtathletik oder im Schwimmbecken nach. Ja, es gibt sie auch in großer Anzahl im Nibelungenland: Talente, die das Zeug dazu haben auch über die Region hinaus Aufmerksamkeit auf ihren Sport zu lenken. Wir stellen sie über viele Sportarten hinweg nach und nach vor – in der Serie …

„Talente im Nibelungenland“

Bälle prallen. Bälle werfen. Bälle fangen. Kurz mal hochspringen. Tore erzielen. So einfach geht Handball. Das meinen viele, ist aber nicht so. Die Online-Enzyklopädie „Wikipedia“ beschriebt Handball als eine Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je sechs Feldspielern und einem Torwart gegeneinander spielen. Das Ziel des Spiels besteht darin, den Handball in das gegnerische Tor zu werfen und damit ein Tor zu erzielen. Es gewinnt die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit (zweimal 30 Minuten) die meisten Tore erzielt hat. Hört sich irgendwie einfach an. Ist Handball aber nicht. Der äußerst schnelle Mannschaftssport hat viele Zutaten: Kondition, Taktik, Schnellkraft, Spielwitz, Koordination von Auge, Bein, Fuß, Arm und Hand müssen passen. Oder einfacher formuliert: Handball ist verdammt komplex. Von heute auf morgen erlernt man das nicht. Man muss Talent für die dynamische Sportart mitbringen, muss an sich arbeiten wollen, muss geduldig sein.

All das passt auf die C2-Junioren der HSG Worms wie die berühmte Faust aufs Auge. 2019 war das bislang erfolgreichste Jahr der von den zwei Wormser Handball-Trainern Tobias Feil und Markus Metzdorf betreuten Jungs der Jahrgänge 2005 und 2006. Die meisten davon jagen dem kleinen Lederball bereits seit Mini-Zeiten, also mindestens mal gut sechs, sieben Jahre bei den Wormser Drachen nach. Heuer gelang den C2-Jungdrachen während der Qualifikation zur Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar in der heimischen Nikolaus-Doerr-Halle ein Durchmarsch in drei Spielen. 23:5 gegen den Nachwuchs der HSG Rhein-Nahe, 21:12 gegen die SG Bretzenheim und dazu noch 24:8 gegen die Sportfreunde Budenheim – ein Kinderspiel. Da fauchten die C2-Jungdrachen laut, das begeisterte Publikum tobte und HSG-Vorstand Florian Stenner konstatierte: „Wir haben unsere starke Stellung im rheinhessischen Jugend-Handball mit diesem Turnier untermauert, die Jungs und ihre Trainer haben super gespielt und werden auch in der Oberliga eine gute Rolle spielen.“

Hartes Training als Basis der Erfolge

Wieso die 13- und 14-jährigen Buben den Handball so treffsicher in die Maschen hämmern können, lässt ein Blick unter der Woche in die Trainingshalle erahnen. An einem Turnkasten prellen Alexander Drewitz, Felix Brandt, Frederic Busch, Hannes Wegerle, Jannik Westrich und Luca Spartaru zunächst den Handball, fangen ihn, sausen zwei Schritte in Richtung Kreis, steigen hoch, werfen aus Linksaußen aufs Tor. Immer und immer wieder. „Stabil bleiben“, korrigiert Markus Metzdorf, als Jannik Westrich es beim x-ten Wurf an Körperspannung missen lässt. „Die Trainings-Beteiligung und das Engagement der Buben ist top“, weiß Coach Tobias Feil um ein Erfolgsrezept der Jungs, die er bereits seit fünf Jahren betreut.

Auf der anderen Seite bilden Toni Siegmund und Philip Spartaru den Mittelblock am Kreis, während Niklas Mallik und Wendelin Marhöfer mit schnellen Pässen, kreiseln und Körperdrehungen versuchen, zum Abschluss zu kommen. Im Tor zappelt Damian Spartaru gleich einem Hampelmann von links nach rechts. Schweiß rinnt allenthalben in Strömen. Elf Buben sind permanent in Bewegung. Dreimal die Woche Training in der Nikolaus-Doerr-Halle, einmal Fitness-Training in Pfeddersheim, dazu die Spiele am Wochenende und bei manchem der kleinen Handball-Cracks noch Einsätze in der Rheinhessen-Auswahl. „Geschenkt bekommt man bei unserem Sport nichts“, weiß Tobias Feil nur zu genau. Außer nach dem Erfolg in der Oberliga-Quali: Da gab’s mal eine Pizza und den Besuch der Soccerhalle in Pfeddersheim als kleine Belohnung.

Posten als „Wischer“ ist erste Station hin zu Oberliga-Einsätzen

„Holzhacken ist deswegen so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.“ Was schon Nobel-Preisträger Albert Einstein wusste, bleibt auch für den Handball-Nachwuchs der HSG Worms ein eisernes Natur-Gesetz. Niklas Mallik etwa erarbeitete sich seine Rolle als Kapitän, Leader und Abwehrchef der C2-Jugend lange und hart. „Schon bei den Spielen unserer Oberliga-Herren letzte Saison“, bemerkt Tobias Feil lächelnd. Dort agierte Niklas wie einige seiner Teamkollegen nämlich als flinker „Wischer“, der den Schweiß der großen Wormser Drachen mit einem Wischmop in Windeseile aufsagte. HSG-Vorstand Florian Stenner ist sich sicher: „Einige dieser Buben werden wir sicher in ein paar Jahren in unserer ersten Herrenmannschaft auflaufen sehen.“ Bis dahin aber wird noch mancher Schweißtropfen auf dem Boden der Nikolaus-Doerr-Halle landen.

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Geschrieben in Handball, Sport

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