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Das ist nur die Spitze des Eisberges

Angriff könnte allen Wanderfalken gegolten haben / Belohnung ausgesetzt

Ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass die Wanderfalken am Wormser Dom vergiftet wurden. Als Tatmittel wurde durch Unbekannt eine flugbeeinträchtigte Taube eingesetzt, deren Gefieder mit einem tödlichen Gift bestäubt war und die zur leichten Beute für die Wanderfalken wurde.

NABU-Vorsitzender Bösl hat schon seit vielen Jahrzehnten die Situation der Wanderfalken im Wormser Raum im Blick und lässt von Beobachtern alle potentiellen Brutplätze überprüfen. Regelmäßig fanden Bruten statt.

Findet sich ein Paar und besetzt den Brutplatz, wird auch gebrütet und in der Regel fliegen Junge aus. Was seit letztem und insbesondere in diesem Jahr auffiel, waren die fehlenden Brutnachweise.

„An mehreren Stellen trafen sich im Frühjahr männlicher und weiblicher Wanderfalke, doch im Laufe des Jahres wurden keine Jungen gesichtet oder es ist jetzt am Ende des Sommers nur noch ein Wanderfalke zu sehen“, stellt Bösl mit Erschrecken fest. Und er hegt einen schlimmen Verdacht: Die Vergiftung der Wanderfalken am Wormser Dom war kein Einzelfall, sondern wurde deshalb publik, weil eine Kamera das Geschehen einfing. 

„Ich kann nicht glauben, dass der Anschlag zielgerichtet nur deshalb den Wanderfalken gegolten hatte, weil sie am Dom brüteten“, so Bösl, „ich gehe eher davon aus, dass Zielrichtung der Wanderfalke als Konkurrent zu Taubenzüchtern an sich war“.

So sei möglich, dass auch bei den anderen Brutpaaren eine Vergiftung stattfand. Bösl weiß, dass dieser Vorwurf auf Vermutungen basiert, doch das sei ihm egal. Er rechnet nicht damit, dass sich nur deshalb nun der Täter melden würde und die Vermutung wiederlegt. 

Der NABU Worms-Wonnegau hat nun eine Belohnung in Höhe von 2.500 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung des Täters führen, ausgesetzt.

Am Freitag, dem 18. Mai 2018, vor dem Pfingstwochenende wurden die streng geschützten Wanderfalken, der Muttervogel und alle ihre drei Jungen, in ihrem Horst im Wormser Dom tödlich vergiftet. Der Täter hatte das Gefieder einer vom Falken erbeuteten Taube mit einem hochgiftigen Mittel präpariert. Wer Hinweise zum Tathergang hat, kann seine Hinweise an die Polizei Worms unter Telefon 06241/8520 oder per E-Mail an vorstand@nabu-worms.de bzw. anonym an das „Komitee gegen den Vogelmord e.V“, E-Mail an vorstand@komitee.de, richten.

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