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Das Recht auf Leben ist nicht verhandelbar

Regionales Kirchenparlament unterzeichnet offenen Brief an die Kanzlerin

„Wir sind nicht auf der Erde, um ein Museum zu hüten, sondern um einen Garten zu pflegen, der von Leben blüht und für eine großartige Zukunft bestimmt ist“, mit diesem Zitat von Papst Johannes XXIII wandte sich Pfarrerin Christina Jammers an die Synodalen, die am vergangenen Donnerstag, dem 13. Juni, zu ihrer halbjährlichen Tagung in Gimbsheim zusammengekommen waren. Jammers, Mitglied des Dekanatssynodalvorstands und Gimbsheimer Gemeindepfarrerin, nahm damit auch Bezug auf den offenen Brief an die Bundeskanzlerin zum Thema Seenotrettung, über den die Synode in ihrer Tagung entscheiden sollte.

Forderung nach Notfallplan für Bootsflüchtige

Einstimmig votierten die gewählten Vertreter der 38 evangelischen Kirchengemeinden im Dekanat Worms-Wonnegau für die Unterzeichnung des offenen Briefes an Angela Merkel. Angesichts des Sterbens auf dem Mittelmeer und der katastrophalen Lage in Libyen erklären die Unterzeichner: „Wir sind erschüttert angesichts der gegenwärtigen europäischen Politik, die immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt – und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt. (…) Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar. (…) Dass zivile Helfer/innen kriminalisiert werden, die der unterlassenen Hilfeleistung der europäischen Staaten nicht tatenlos zusehen wollen, ist ein Skandal. (…) Diese Politik muss beendet werden, denn sie bedroht nicht nur das Leben von Menschen, sie setzt auch unsere eigene Humanität und Würde aufs Spiel. Und sie beschädigt das Vertrauen in den Rechtsraum und die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten. Daher bedarf es einer Neuausrichtung der deutschen und europäischen Politik.“ Konkret werden in dem offenen Brief ein Notfallplan für Bootsflüchtlinge sowie „sichere Häfen“ gefordert, zudem soll in Zukunft auf Rückführungen nach Libyen verzichtet werden. Der genaue Wortlaut des offenen Briefes finden ist unter www.worms-evangelisch.de abrufbar.

Neuer Pfarrstellenplan

Weiterer Schwerpunkt der Synodentagung war die Pfarrstellenbemessung: Das neue Bemessungsverfahren der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sieht vor, dass die Zahl der Pfarrstellen entlang der Mitgliederentwicklung zwischen 2020 und 2024 jährlich um etwa 1,4 Prozent von 1450 auf knapp 1350 Stellen reduziert wird. Es ist dabei geplant, das derzeitige Verhältnis von Gemeindegliedern pro Seelsorger bei kirchenweit durchschnittlich rund 1600 Gemeindegliedern zu erhalten. Für das Dekanat Worms-Wonnegau bedeutet dies eine Reduzierung von derzeit 27,75 auf 25,5 Pfarrstellen bis 2024. Alexander Ebert, Vorsitzender des Dekanatssynodalvorstands (DSV), stellte den Pfarrstellenplan vor, der seitens des DSV für die Kirchengemeinden in Worms und im Wonnegau ausgearbeitet wurde. Wesentliche Neuerungen wird es für die Innenstadtgemeinden geben: Drei Pfarrstellen, statt der bisher 3,75 Stellen, sind für die Dreifaltigkeits-, Magnus-, Matthäus- und Friedrichsgemeinde vorgesehen, die in Zukunft einen pastoralen Raum bilden.

Die Arbeit der Pfarrer in der Innenstadt wird inhaltlich auch dadurch beeinflusst werden, dass die Stelle der Stadtkirchenarbeit entfällt, die aktuell mit einer halben Stelle von Dr. Achim Müller, Gemeindepfarrer der Magnusgemeinde, verantwortet wird. Veränderungen wird es auch für die Landgemeinden geben: So sollen etwa die Kirchengemeinden Eich, Gimbsheim, Rheindürkheim, Hamm und Ibersheim bis 2024 ebenfalls einen pastoralen Raum bilden, dafür sind insgesamt drei Pfarrstellen vorgesehen. Zwar wurden einzelne Stimmen laut, die ihre Skepsis hinsichtlich der Bewältigung pastoraler Aufgaben vor dem Hintergrund der reduzierten Stellen zum Ausdruck brachten, doch das Gros der Synodalen betrachtete die geplanten Maßnahmen als erforderlich und reagierte mit Verständnis. Im Laufe der nächsten Monate werden die Synodalen sich weiter mit dem Pfarrstellenplan beschäftigen; während der Synodentagung im Dezember wird endgültig darüber abgestimmt, in welcher Form das Kirchengesetz zur Pfarrstellenbemessung umgesetzt und die erforderlichen Pfarrstellen reduziert werden.

Frieden, Antisemitismus und Religionsfreiheit

Beim Bericht aus der Landessynode der EKHN, die vom Donnerstag, dem 9. Mai bis zum Samstag, dem 11. Mai, in Frankfurt am Main, tagte, stellte Präses Dr. Ulrich Oelschläger heraus, dass auch die Kirchensynode ausführlich über Frieden, Antisemitismus und Religionsfreiheit diskutierte: „Wir müssen uns wehren gegen ideologischen Missbrauch. Es gehört zu unseren zentralen Aufgaben als Kirche, Demokratie zu stärken“, betonte der Landespräses.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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