Sie sind hier: Home » Sport » David bleibt David, Goliath bleibt Goliath
15.13 Uhr | 29. Juni 2020

David bleibt David, Goliath bleibt Goliath

TENNIS-MEDENRUNDE: Start in die ob Corona verkürzte Saison der Herren 30 der SG Bürgerweide Worms / Weinsheim 2 chancenlos zum Saisonauftakt der Rheinhessenliga gegen TC Gensingen 2

Da half auch volle Streckung nichts: Gegen den Aufschlag-Riesen Ferdinand Walther aus Gensingen war Sebastian Hofmann, die Nummer drei der SG Bürgerweide/Weinsheim 2, auf verlorenem Posten. Foto: Marcus Diehl

VON JÜRGEN JAAP | Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele des Sommers im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, sind einige der ganz wenigen Sportveranstaltungen, die im von der weltweiten Corona-Pandemie stark eingeschränkten Sport im Sommer 2020 in unseren Landen stattfinden können. Am Wochenende ging’s in Rheinhessen und Rheinland-Pfalz los. Doch die Medenrunde hat ein völlig anderes Gesicht, als es die Tenniscracks gewohnt sind. Die Anzahl der teilnehmenden Teams ist arg eingeschränkt, es geht nicht um Klassenerhalt oder Aufstieg, mitunter bleiben Spielklassen heuer völlig unbesetzt. Und zu allem Überfluss setzte es, wie Giuseppe Poso, der Sportwart des Tennisverbandes Rheinhessen, feststellte, auch noch einen ärgerlichen Aufreger gleich am ersten Wochenende der Saison.

„Corona-Sommerrunde“ startet mit Tücken und Lücken
Auf dem Tennisplatz in Weinsheim gab’s für Giuseppe Poso vom TC Gensingen im spannenden Duell mit Sven Schreiber ein gutes und spannendes Match. Insgesamt war der Sportwart des Tennisverbandes Rheinhessen aber mit dem Wochenende zum Start in die verkürzte Sommerrunde 2020 nicht wirklich zufrieden. „Es haben viel zu viele Teams kurzfristig ihre Teilnahme abgesagt.“ Auffällig dabei: „Wenn längere Fahrten anstanden, wurde sehr gerne gepasst. Das haben wir beim Tennisverband Rheinhessen nicht erwartet, zumal ich dies als unsportlich empfinde“, wertete Giuseppe Poso den Auftakt in die ob der Virus-Pandemie ohnehin schwierige Sommerrunde als „Start mit Tücken und Lücken“.

Der NK lässt die gelben, grünen oder weißen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ auch 2020 wieder über die Tennisnetze der Region fliegen. Werfen wir dazu einen Blick in die Rheinhessenliga der Herren 30. Die Spielgemeinschaft Bürgerweide Worms / Weinsheim 2 hatte es als Gastgeber auf der schönen Anlage in Weinsheim mit dem haushohen Favoriten des TC Gensingen 2 zu tun. Ganz im Gegensatz zur biblischen Geschichte machte „der Goliath“ seinem Namen im ungleichen Duell mit „dem David“ alle Ehre und gewann unangefochten mit 21:0. Und das kam so …

Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland
„Wir werden unser Bestes geben, aber das wird ob der Qualität der Gegner und unserer eigenen nicht in Bestbesetzung angetreten Truppe sehr schwer“, schwante Sebastian Hofmann, der Nummer drei im Kader der SG Bürgerweide Worms / Weinsheim 2, nichts Gutes. Bis zu zwölf Leistungsklassen Differenz lagen zwischen den Gastgebern und den Männern vom TC Gensingen 2. So hatten Sebastian Hofmann im Aufschlag-Giganten Ferdinand Walther, Lukas Lenz mit Gäste-Kapitän und Linkshänder Philip Wagner, TuS-Debütant Michael Liedtke mit dem routinierten und fast fehlerfrei agierenden Philipp Renner, sowie Toni Krämer in dem clever die Bälle verteilenden Dennis Ober schier übermächtige Kontrahenten auf der anderen Netzseite. „Spaß hat das erste Match der Saison dennoch gemacht“, resümierte ein keineswegs niedergeschlagener Sebastian Hofmann, trotz des schnellen 0:8-Rückstandes seiner Truppe ohne Satzgewinn.

Kapitän Sven Schreiber liefert enges Marathon-Match
Dass sich das Mannschafts-Training am Mittwoch auszahlte, ließen insbesondere Kapitän Sven Schreiber auf Position zwei und Falko Schneider vom TC Bürgerweide auf der Spitzenposition aufblitzen. Immer wieder zog es beide mit schnellen Vorhand-Topspins ans Netz. „Ein Spiel hab’ ich schon“, teilte der technisch starke SG-Topspieler seinen Kameraden an der Platzseite früh mit – es wurden insgesamt drei gegen den variabel agierenden Tennis-Routinier Christian Loch, ehe die Puste ausging. Ganz nah dran am Sieg war gar Sven Schreiber, der Rheinhessens Sportwart Giuseppe Poso mit tollen Punktgewinnen im zweiten Durchgang in den Champions-Tiebreak und ein Marathon-Match zwang. „Diese Netzkante, diese blöde Netzkante“, malträtierte Schreiber zu Beginn des Entscheidungssatzes mit seinem Racket das Netz gleich doppelt. Zwei seiner Volleys blieben hauchdünn hängen. Vorentscheidend, denn Giuseppe Poso brachte den Vorsprung über die Runden. Am Ende zeigte der Favorit auch in den Doppeln seine Klasse und gewann den Saisonauftakt überlegen mit 21:0 Punkten.

Gegensätze: Während es im Match zwischen dem rheinhessischen Sportwart Giuseppe Poso aus Gensingen und SG-Kapitän Sven Schreiber (rechts) über drei spannende Sätze ganz eng zuging, bleibt es auch beim Tennissport in Corona-Zeiten sonst eher bei mindestens eineinhalb Metern Abstand. Foto: Marcus Diehl

Tennis Herren 30 Rheinhessenliga
SG Bürgerweide Worms / Weinsheim 2 – TC Gensingen 2 0:21 (1:18 Sätze)
Einzel:
1: Falko Schneider vs. Christian Loch 3:6 | 0:6;
2: Sven Schreiber vs. Giuseppe Poso 2:6 | 7:5 | 5:10;
3: Sebastian Hofmann vs. Ferdinand Walther 0:6 | 0:6;
4: Lukas Lenz vs. Philip Wagner 0:6 | 0:6;
5: Toni Krämer vs. Dennis Ober 0:6 | 2:6;
6: Michael Liedtke vs. Philipp Renner 0:6 | 0:6.
Doppel:
1: Hofmann / Liedtke vs. Loch / Poso 1:6 | 0:6;
2: Schreiber / Dennis Isbaner vs. Wagner / Ober 3:6 | 1:6;
3: Lenz / Krämer vs. Walther / Renner 0:6 | 0:6.

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Sport, Tennis

Kommentare sind geschlossen