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14.42 Uhr | 12. Mai 2022
TAG DER PFLEGENDEN: Beschäftigte am Klinikum Worms demonstrieren für bessere Personalausstattung / Sofortiges Handeln der Politik eingefordert

„Den Nachwuchs besser ausbilden, nicht verheizen“

So kann es nicht weitergehen! Pochen auf die Umsetzung der im Koalitionsvertrag versprochenen Maßnahmen für eine bedarfsgerechte Personalbemessung in der Krankenpflege: Beschäftigte am Klinikum Worms. Foto: Steffen Heumann

VON STEFFEN HEUMANN | Am Donnerstag, dem Internationalen Tag der Pflegenden, brachten es auch die Beschäftigten im Wormser Klinikum auf den Punkt: „Schluss mit Ausreden – mehr Personal!“, lautete das Motto. Ziel der Aktion: Gemeinsam mit den Kollegen in Pflegeeinrichtungen und Psychiatrien erneut auf die unzureichende Personalausstattung hinweisen und sofortiges Handeln der Politik einfordern.

„Inzwischen wissen alle, wie überlastet die Beschäftigten in der Pflege sind. In der Politik wird das wortreich beklagt und Solidarität bekundet, doch die nötigen Konsequenzen werden nicht gezogen“, kritisiert die Vorsitzende von ver.di Worms, Erika Roth. Im Gespräch mit dem NK spricht Roth Klartext: „Wir müssen den Nachwuchs besser ausbilden, statt zu verheizen“, verweist die Gewerkschaftsvertreterin auf die Ist-Situation. Gesundheitsvorsorge sei nunmal keine Ware. Alleine in den Kliniken würden bundesweit 70.000 Pflegekräfte fehlen, hofft auch Birgit Vollmuth, ver.di Betriebsgruppe im Klinikum Worms, dass der Aktionstag bei den Verantwortlichen nicht auf taube Ohren stößt.

PPR 2.0-Versprechen endlich einlösen

Seit über zwei Jahren liege der Bundesregierung das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und von ver.di entwickelte Instrument für eine bedarfsgerechte Personalbemessung in der Krankenpflege vor, die sogenannte PPR 2.0. „SPD, Grüne und FDP haben im Koalitionsvertrag versprochen, die PPR 2.0 kurzfristig und verbindlich einzuführen. Dieses Versprechen muss jetzt endlich eingelöst werden“. „Angesichts der extrem hohen Belastungen durch die Corona-Pandemie brauchen die Beschäftigten der Krankenhäuser endlich ein deutliches Signal, dass die Probleme ernsthaft angegangen werden. Denn wenn das nicht sehr bald passiert, werden noch mehr Pflegende ihren Beruf aufgeben“, betont Roth. Dabei könnte alles so einfach sein: „Geht’s der Pflege gut, gehts allen gut“, sind sich Erika Roth und Birgit Vollmuth einig.

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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