Diese Unternehmen wollen über die einfache Digitalisierung hinausgehen
Der Finanzsektor nimmt Notiz von der Innovation der Fintech-Unternehmen
Photo by Jason Briscoe on Unsplash
Seit dem Durchbruch von FinTech-Unternehmen in der Finanzwelt um das Jahr 2008 und ihrer Konsolidierung Ende des vergangenen Jahrzehnts hat sich das Bild des Sektors erheblich gewandelt. Traditionelle Unternehmen, wie z.B. Banken, nutzten logischerweise die Digitalisierung, um ihren Kundenservice zu modernisieren. Dieser Schritt war nicht nur notwendig, um sich an die neuen Zeiten anzupassen, sondern brachte auch erhebliche Vorteile für diese Institutionen mit sich, wie z.B. Kostensenkungen, insbesondere im Bezug auf Personal und Infrastruktur. In vielen Fällen beschränkte sich dieser Prozess jedoch darauf, dem klassischen Modell ein digitales Format zu geben. Innovationen waren selten und ihr Durchdringen in die Gesellschaft war ungleichmäßig, was auf große generationsbedingte Unterschiede hinweist.
FinTech-Unternehmen hingegen wollen nicht nur das Übliche in einer digitalisierten Version anbieten. Im Gegenteil, sie zeigen Innovationsgeist, passen sich den aktuellen Anforderungen an, oder sind diesen oftmals sogar einen Schritt voraus und schaffen so eine neue Art der Beziehung zur Finanzwelt. Der Begriff FinTech entstand aus der Kombination der Konzepte von Finanzen und Technologie; ihr Einsatz für Innovation ist unumgänglich und wurde zu ihrem Aushängeschild. Ihr Wachstum wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf viele der klassischen Institutionen, sondern sichert ihnen auch ein Stück von deren Kuchen. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass Banken und andere Institutionen mit ihnen Allianzen eingehen wollen, um ihren Aufschwung zu nutzen und sich Wissen und Ideen anzueignen und den Zug (und einen Teil ihrer Kunden) nicht zu verpassen.
Photo by Jonas Leupe on Unsplash
Die von FinTech-Unternehmen angebotenen Dienstleistungen und Produkte sind vielfältig und decken die meisten Bereiche des Finanzsektors ab. Dazu gehören Mobile-Banking, Vermögens- und Kapitalverwaltung, Finanzberatung, Finanzierung von privaten oder unternehmerischen Projekten und natürlich Investitionen. In all diesen Fällen wird Technologie eingesetzt, um Prozesse zu vereinfachen und effizienter zu gestalten. Aber auch, um einen Mehrwert zu bieten und sich an die neuen Verhaltensweisen und den Geschmack der Nutzer anzupassen; manchmal, wie bereits erwähnt, indem man ihre Anforderungen und Bedürfnisse vorhersieht. Eines der führenden FinTech-Unternehmen, NAGA, mit mehr als einer Million Kunden weltweit, wollte über eine normales Anlageportal für Forex-Trading, Aktien und andere Vermögenswerte hinausgehen und hat sich zu einer Social Trading Plattform entwickelt. Dieses Konzept eines sozialen Netzwerks für Investitionen ermöglicht und fördert den Kontakt zwischen verschiedenen Händlern auf der Plattform, sodass sie interagieren und Erfahrungen und Ratschläge austauschen können. Eine Vision, die sehr viel besser den aktuellen gesellschaftlichen Trends in der Kommunikation entspricht.
In der Umgebung von NAGA Trade nimmt der Nutzer eine sehr viel aktivere Rolle ein und hat Zugriff auf sehr viel mehr Informationen zum Treffen von Entscheidungen, im Gegensatz zu den kommerziellen Interessen von anderen Institutionen, wie z.B. Banken, die sich mehr auf die „Anlage“ bestimmter Vermögenswerte konzentrieren, unabhängig davon, ob diese für ihren Kunden am besten geeignet sind oder nicht. Zu diesem Zweck werden Tools wie Schulungen, klare und aktuelle Informationen, spezialisierte Nachrichten oder Copy Trading angeboten, eine großartige Option für viele Nutzer. Letztendlich handelt es sich, wie bei den FinTech-Unternehmen, um ein transparenteres und moderneres Konzept, das sich ein einer Gesellschaft durchsetzt, die immer mehr in die digitale Welt eintaucht und nicht mehr so viele Vorbehalte gegenüber neuen Möglichkeiten hat.
Es ist unwahrscheinlich, dass der Wachstumsschub der FinTech-Welt nachlassen wird. Möglicherweise wird es einige Anpassungen geben, wie z.B. geringere Investitionen in diesem Jahr, jedoch liegt dies weitgehend an der möglichen Übernahme oder Fusion einiger Unternehmen, weshalb Eigentümer diesbezüglich erwartungsvoll sein können. Was sehr wahrscheinlich ist in Anbetracht der Möglichkeiten, die die Technologie und die globale Unternehmensstruktur heute bieten, ist, dass immer mehr kreative und innovative Talente auftauchen werden – anfangs lokal, aber durch die Wachstumschancen auf ein globales Niveau gehoben –, die die Entstehung neuer Möglichkeiten fördern, mit denen die traditionellen Institutionen Synergien schaffen oder zumindest deren Initiativen imitieren können, damit sie nicht an Ideen festhalten, die für eine breite Öffentlichkeit nicht mehr allzu attraktiv sind, da diese versteht dass die Finanzwelt dank der FinTech-Unternehmen inzwischen demokratisiert wurde.